Windschutzscheiben aus Baden

Tüftlergeist, Know-how, Qualitätsstreben und Liefertreue zahlen sich aus. Viele namhafte japanische Motorradhersteller beziehen ihre Windschutzscheiben nicht etwa in Fernost, sondern aus dem südbadischen Teningen. Die MRA Klement GmbH entwickelt dort maßgeschneiderte und qualitativ hochwertige Lösungen. Das ISO 9001:2000-zertifizierte Unternehmen produziert und liefert seine in vielen Farben und Formen hergestellten Produkte schneller und in einer besseren Qualität als die Konkurrenz. Dies gelingt den Badenern, weil das Unternehmen bei Entwicklung, Produktion und Versand seit jeher auf modernste Technologien baut – auch, was die eingesetzte Unternehmens-IT betrifft. Als das eigenprogrammierte Warenwirtschaftssystem im Jahr 2002 dem Wachstum und der damit einhergehenden steigenden Variantenvielfalt bei MRA nicht mehr Herr wurde, begaben sich die Teninger Scheibenspezialisten auf die Suche nach einer ERP-Komplettlösung, die dies bewerkstelligen konnte. In abas fand man das Gesuchte. Als erstes implementierte MRA das ERP-System, danach den Webshop und Ende 2012 noch die mobile Anwendung für den Verkauf, alles Komponenten der eingesetzten abas Business-Suite. Mit seiner IT-Lösung ist MRA gut aufgestellt: Lieferzeiten konnten verkürzt, die Auskunftsfähigkeit erhöht und der Service verbessert werden.

Das Unternehmen MRA Klement hat seinen Sitz im südbadischen Teningen.

Wurzeln im Rennsport

Die MRA Klement GmbH wurde vor über 25 Jahren gegründet und hat ihre Wurzeln im Rennsport. Daher auch der Name, MRA steht für Motorcycle Racing Accessories. In den ersten Jahren produzierte MRA Produkte wie Verkleidungen und Scheiben für den Rennsport. Ende der achtziger Jahre spezialisierte man sich dann ausschließlich auf die Entwicklung und Produktion von Motorrad-Windschutzscheiben. Heute entwickeln und produzieren die Techniker und Experten von MRA auf dem 4.000 Quadratmeter großen Firmenareal in einer hohen Fertigungstiefe qualitativ hochwertige Produkte. Mit Erfolg. Das nach DIN EN ISO 9001:2000 mit dem Zusatz KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) zertifizierte Unternehmen ist Erstausrüster für alle namhaften japanischen Motorradhersteller. Die Teninger liefern just in time direkt an die Fertigungsstraßen und sind heute eine der bekanntesten Marken im Motorradzubehör mit Vertretungen in 50 Ländern weltweit.

Individuelle Standard-Software gesucht

Bis ins Jahr 2002 arbeitete man bei MRA mit einem eigenprogrammierten Warenwirtschaftssystem. Entwickelt wurde die hochangepasste Lösung von MRA-Produktionsleiter Hubert Schöll: „Wir haben das Individualsystem immer wieder an unsere Anforderungen angepasst. Mit dem zunehmenden wirtschaftlichen Erfolg haben sich dann auch die Anzahl und Varianten der produzierten Windschutzscheiben erhöht. Wir sichern die Qualität unserer Produkte auch über eine hohe Fertigungstiefe. Das alles in unserer eigenprogrammierten Warenwirtschaft abzubilden, wurde immer schwieriger.“

Im Jahr 2002 entschloss sich MRA, nach einem ERP-Standard-System zu suchen, das die eigene Individuallösung ersetzen sollte. Die Software sollte einerseits so flexibel sein, dass man die hochspezialisierten Prozesse des Alt-Systems in ihr abbilden konnte, andererseits durften die Anpassungen nicht zu einer Beeinträchtigung der Upgrade-Fähigkeit des neuen Systems führen. Denn von den Upgrades versprach sich MRA neue Technologien und damit verbunden Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen Produkte und Dienstleistungen. Die ERP-Komplettlösung des Karlsruher Herstellers abas überzeugte und erhielt den Zuschlag. abas war das einzige System, in dem bereits während der Präsentationen individuelle Prozesse aus dem MRA-Alt-System abgebildet werden konnten.

Varianten werden vom ERP-System automatisch angelegt

Produktionsleiter Schöll kann vieles selbst in der Software anpassen: „Unsere unternehmensinternen und -übergreifenden Prozesse, die wir in unserer IT abbilden, beginnen alle mit einem neuen Motorradmodell. Wir bedienen die Hersteller, den Großhandel, 50 Importeure, rund 3.000 Händler und auch Privatkunden mit unseren Windschutzscheiben. Jedes Modell hat mindestens sieben Scheibenformen und jede Scheibenform gibt es in bis zu sieben verschiedenen Farben. Vor Einführung unseres heutigen ERP-Systems mussten wir die bis zu 100 Varianten manuell in unsere Individualsoftware einpflegen. Heute genügt ein Klick, und das System generiert die Varianten zu einem neuen Modell automatisch. Diese Lösung haben wir selbst entwickelt und in der Software abgebildet. abas stellt uns für solche Modifikationen ein Tool zur Verfügung. Im konkreten Fall konnten wir durch Optimierung des Workflows die Zeit zum Anlegen einer neuen Scheibe mit allen Varianten erheblich verkürzen. Für unsere Mitarbeiter in der Verwaltung ist dies eine enorme Erleichterung.“

Cornelia Kleist, bei MRA in der Produktberatung und dem Export tätig, ergänzt: „Die Mitarbeiter aus dem Büro setzen sich regelmäßig zusammen und überlegen, welche Prozesse sich weiter verbessern lassen. Unsere IT-Abteilung setzt das Ganze dann in unserer Unternehmenssoftware um. Ein Beispiel hierfür ist die Sammelrechnung. Früher haben wir einen Kunden eine Woche lang beliefert und dann aus den Lieferscheinen eine Sammelrechnung erzeugt. Dafür musste jeder Lieferschein nochmals einzeln eingegeben werden. Das war zeitaufwändig und fehleranfällig, weil es beispielsweise oft zu Nummerndrehern kam. Heute erzeugt abas die Rechnung automatisch. Wir rufen den Kunden nur noch auf, das System greift sich dann alle offenen Lieferscheine, entwertet sie und erzeugt die Rechnung.“

MRA-Geschäftsführer Dominik Triebler, Cornelia Kleist, Produktberatung und Export, und Hubert Schöll, Produktionsleiter bei MRA, freuen sich über das neue ERP-System.

B2B und B2C: Ein Webshop für alle

Der MRA Webshop nutzt die Funktionslogik des ERP-Systems. Will ein Händler oder eine Privatperson die Verfügbarkeit und den Verkaufspreis einer Scheibe ermitteln, kann dies im nicht eingeloggten Zustand erfolgen. Loggt sich ein Händler, Importeur oder Privatkunde ein, werden ihm seine individuellen Konditionen angezeigt und er kann die Artikel bestellen. Cornelia Kleist: „Der Webshop hat uns viel Arbeit abgenommen. Früher haben Kunden angerufen, um Verfügbarkeit oder den voraussichtlichen Liefertermin von Artikeln zu erfragen. Heute läuft dieser Prozess automatisch ab. Der Webshop visualisiert die Verfügbarkeit über ein Ampelsystem und greift auch auf Daten der Produktionsplanung des ERP-Systems zurück. Ist ein Artikel nicht verfügbar, wird der voraussichtliche Liefertermin angezeigt. Unser Auskunftsprozess ist dadurch zuverlässiger und einfacher geworden.“

MRA Geschäftsführer Dominik Triebler:   „Wir haben in abas viele Prozesse automatisiert, es werden Dinge zusammengefasst, die vorher einzeln angestoßen wurden. Zum Beispiel Retouren: Da konnten wir durch Zusammenfassen von Abläufen die durchschnittliche Bearbeitungszeit von 5 auf 2,5 Minuten senken.“

Up to date: Mobile ERP-Bedienung

Für Dominik Triebler ist die Möglichkeit, sein ERP-System teilweise auch mobil betreiben zu können, eine tolle Sache: „Auf dem Kunden-Event unseres ERP-Anbieters haben wir eine Präsentation über die mobilen Anwendungen der Software besucht. Wir fanden das Thema spannend und haben uns sofort überlegt, in welchem Bereich wir die Anwendung einsetzen könnten. MRA hat keinen Außendienst, wir stellen aber viel auf Messen aus. Dort werden natürlich auch Verkaufsgespräche geführt. Um uns auf die Gespräche vorzubereiten, mussten wir früher lange Listen mit Kundendaten ausgedruckt mit auf die Messe nehmen, beispielsweise: Wo steht der Händler aktuell, welche Konditionen hat er, seine Adressdaten, den Umsatz, den er mit uns im letzten Jahr gemacht hat usw. Heute greifen wir mobil auf diese ERP-Daten zu. Einmal antippen und ich habe alle benötigten Informationen auf dem Display meines Smartphone.“

MRA nutzt die Mobile-Sales-Anwendung seines ERP-Systems. Über Smartphone und Tablet kann das Messeteam Kontakte pflegen, Kunden und Interessenten anlegen, Aufgaben und Notizen verwalten oder sich Umsatzzahlen und Konditionen des Kunden anzeigen lassen. Geschäftsführer Triebler: „Wir haben mit unserem Systemhaus ABAS Projektierung e-Solutions die Bereiche festgelegt, die wir uns in unserer mobilen Anwendung anzeigen lassen wollen und das Systemhaus hat es dann umgesetzt.“

Cornelia Kleist, die ebenfalls zum Messeteam von MRA gehört, findet die mobile Anwendung selbsterklärend: „Bei der Navigation orientiert sich unsere Anwendung an gängigen Standards. Über das Startmenü, wo die wichtigsten Informationen wie die Kundensuche oder aktuelle Aufgaben direkt erreichbar sind, navigiere ich per Touch-Panel zu den Kontakten, gebe den Kundennamen ein und starte die Suche. Aus den Treffern wähle ich den richtigen Kunden aus und navigiere mich durch ein- und ausklappbare Bereiche zu der Information, die ich benötige, alles ganz einfach.“ In Zukunft plant MRA, seinen Kunden einen Zugang zu deren individuellen Daten wie Umsatz, offene Posten und Bestellungen zu geben. Dies soll vorerst nicht mobil, sondern über den Webshop erfolgen. Das kann sich aber auch schnell ändern, liegt doch die Funktionslogik für beide Anwendungen im ERP-System. Auch die mobile Scanner-Lösung des ERP-Komplettpakets will man zeitnah einführen. (ak) 

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