Weiterbildungsmaßnahmen: Wie Unternehmen endlich die digitale Trägheit beenden

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Seit über einem Jahr wird so viel über Digitalisierung gesprochen wie noch nie. Doch Taten folgen nach wie vor wenige. Der jüngst veröffentlichte Enquete-Bericht „Berufliche Bildung in der Digitalen Arbeitswelt“ der Bundesregierung zeigt es: Wir brauchen Weiterbildungsmaßnahmen für digitale Fähigkeiten. Ein Gastkommentar von Dr. Christopher Jahns.
Weiterbildungsmaßnahmen Digitale Transformation

Quelle: metamorworks/Shutterstock

Neben Weiterbildungsmaßnahmen sind sogar komplette Neuqualifizierungen für die gefragten digitalen Jobs erforderlich, um die langfristige, wirtschaftliche Teilhabe für alle in unserem Land zu gewährleisten. Denn so können wir Menschen in einer sich verändernden Arbeitswelt neue Perspektiven bieten und ihren Arbeitsplatz sichern. Und wir brauchen digitale Fähigkeiten nicht etwa in einigen Jahren, sondern genau jetzt. Die Zeiten waren nie günstiger, unsere Gesellschaft war nie bereiter und so offen für Neues. Also lassen Sie uns endlich loslegen und nicht länger nur fabulieren.

Fachkräftemangel durch Weiterbildungsmaßnahmen beheben

Für mich benennen die Experten der Enquete-Kommission in ihrem Bericht „Berufliche Bildung in der Digitalen Arbeitswelt“ genau das, was uns gesellschaftlich längst bewusst sein müsste: Berufliche Weiterbildungsmaßnahmen sind das Instrument, mit dem wir dem wachsenden Fachkräftebedarf in der Bundesrepublik gerecht werden – und damit auch weltwirtschaftlich wettbewerbsfähig bleiben können. Vor allem Digitalisierungsexperten fehlen. Um die wenigen, die es gibt, buhlen viele Wettbewerbern gleichzeitig, Dabei haben wir doch genug gut ausgebildete Arbeitskräfte in unserem Land. Wir sollten sie mit digitalen Qualifikationen ausstatten, anstatt sie zu ersetzen. Mit Weiterbildungsmaßnahmen können wir das Problem lösen. Denn der Fachkräftemangel ist eher ein Qualifizierungsmangel. Das bestätigt auch der Bericht der Enquete-Kommission.

Zukunft funktioniert nicht ohne Förderung digitaler Kompetenzen

In welchen Dimensionen der digitale Wandel sich auf Arbeitsplätze auswirkt, ist bereits vielfältig untersucht worden: Nach Schätzung des  Bundesministeriums für Arbeit und Soziales müssen sich beispielsweise 40 bis 50 Prozent aller Beschäftigten schon bis 2030 in einem digitalen Jobprofil neu qualifizieren. Allein in der Automobilindustrie betrifft das rund 400.000 Jobs. Neben der Erstausbildung sind Weiterbildungsmaßnahmen also für eine Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer integraler Bestandteil ihres Bildungsweges. Das Stichwort hier heißt lebenslanges Lernen.

Zu diesem Schluss kommt auch die Enquete-Kommission und geht noch einen Schritt weiter: „Damit ist die berufliche Weiterbildung nicht nur von überragender Bedeutung für die Deckung des Fachkräftebedarfs, sondern auch für den sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Im Klartext: Qualifizierungsmaßnahmen sind nicht nur für einzelne Berufsgruppen, sondern für uns alle innerhalb der Solidargemeinschaft ein absolutes Muss. Und weil das so ist und wir die Fakten kennen, sollten wir nicht länger warten, sondern schon heute proaktiv gegensteuern. Denn wie fatal die digitale Trägheit der Deutschen sich rächen kann, haben Homeschooling-Wahnsinn und gesundheitspolitischer Behördenirrsinn in der Pandemiebewältigung nur allzu eindrucksvoll bewiesen.

Schritt für Schritt: So packen Unternehmen die Digitalisierung an

Mein Eindruck ist bisher, dass sich bei vielen beim Stichwort Digitalisierung eine Art Schockstarre einstellt: Wo nur anfangen? Mit diesen Schritten können Unternehmen die digitale Qualifizierung ihrer Mitarbeiter beginnen:

  1. Mittels klarer Kommunikation und Transparenz bei Mitarbeitenden über Vorteile aufklären.
  2. Adäquate digitale Infrastruktur schaffen, damit alle Mitarbeiter Zugang zu digitalen Lösungen haben.
  3. Potenziale und Bedarf identifizieren: Welche Mitarbeitenden sollten Weiterbildungsmaßnahmen erhalten?
  4. Bei Bedarf Experten aus der freien Wirtschaft einbeziehen, die passgenaue Weiterbildungsangebote erstellen und umsetzen können.
  5. Verbindliche Ziele setzen und in einem Zeitplan festhalten.
  6. Fördergelder beantragen und in die digitale Zukunft aufbrechen

Ampeln für Weiterbildungsmaßnahmen stehen auf grün

Die Bundesregierung hat das Potenzial von Weiterbildung in digitalen Kompetenzen schon vor Enquete erkannt und mit dem Arbeit-von-morgen- und dem Qualifizierungschancengesetz bereits passende Weichen gestellt: Sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen, die in die Weiterbildung und Neuqualifizierung investieren, können sich dies großzügig fördern lassen. Bei kleineren Betrieben werden übrigens 100 Prozent der Kosten getragen. Daher kann ich nur dafür plädieren: Die Zeit des Evaluierens und Prognostizierens ist vorbei, beginnen Sie mit der Qualifizierung Ihrer Mitarbeiter.

Was wir brauchen, sind klare Worte und ein sofortiges Umdenken – sowohl auf Seite der Entscheider in Unternehmen als auch auf Seite der Arbeitnehmer. Denn ohne regelmäßiges Investitionen in die eigenen und digitalen Qualifikationen der Belegschaft wird es nicht gehen. Wer jetzt unnötig zögert und solche Förderangebote ignoriert, für den ist der Digitalisierungszug schnell abgefahren. Deshalb mein dringender Appell an alle Unternehmen, die noch zögern: Nutzen Sie die Chance, Ihre Mitarbeiter sind jetzt bereit für Veränderungen. Setzen Sie auf Weiterbildungsmaßnahmen und gehen Sie mit einer digital qualifizierten Belegschaft gestärkt in die Zukunft.

Dr. Christopher Jahns: Gründer und Geschäftsführer der XU Group

XU Christopher Jahns
Dr. Christopher Jahns ist Gründer und Geschäftsführer der XU Group. (Bild: XU Group)

Über den Autor: Dr. Christopher Jahns ist Gründer und Geschäftsführer der XU Group und Hochschulinitiator der XU Exponential University. Früher wollte er Pirat oder Hacker werden, entschied sich dann aber doch für ein BWL-Studium an der TU München. Es folgte die Promotion und 2004 die Habilitation zum Thema Supply Management. Seine Begeisterung für das Neue trieb ihn nach verschiedenen Positionen in der Industrie zum Wechsel in das Bildungswesen an. Vor allem geht es ihm darum, dass Wirtschaft, Bildung und Digitales nicht länger getrennt voneinander gedacht werden dürfen. Seine Vision: eine digitale Zukunft für alle.

Die 2016 von Dr. Christopher Jahns gegründete EdTech-Plattform XU Group GmbH liefert mit ihren innovativen und zertifizierten Lernformaten tragfähige (Weiter-) Bildungsangebote für die digitaler und technologischer werdende Arbeitswelt. Zusammen mit der Verlagsgruppe Klett ist XU Initiator der staatlich anerkannten XU Exponential University of Applied Sciences, deren Bachelor- und Masterstudiengänge sich an den Entwicklungen der Digitalisierung und neuer Technologien ausrichten. XU fokussiert Up- und Reskilling-Programme zum Aufbau digitaler Zukunftskompetenzen für die Wirtschaft und deren Beschäftigte. Alle Programme und Kurse von XU sind seit 2020 durch den TÜV Nord AZAV-zertifiziert und durch die Bundesagentur für Arbeit förderfähig. (sg)

Lesen Sie auch: Talentsuche: So wird der öffentliche Dienst für den Nachwuchs attraktiver

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