Virtuelle Führung: Wie Teamcoaching die Zusammenarbeit im Homeoffice stärkt

Virtuelle Führung: Wie Teamcoaching die Zusammenarbeit im Homeoffice stärkt

Teams arbeiten heute häufiger digital zusammen. Das ermöglicht große Flexibilität, birgt aber auch Risiken für die Teamkultur. Nicht selten scheitert das Remote-Büro an einem schwindenden Zusammengehörigkeitsgefühl.

Homeoffice: Eine Chance für die Teamkultur?

Die virtuelle Führung auf Distanz konfrontiert viele Teamleads mit besonderen Herausforderungen. Wenn nonverbale Signale fehlen, lassen sich Reaktionen von Menschen nur schwer deuten. Vieles bleibt unausgesprochen. Im Homeoffice pflegen Menschen Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen meist nur, wenn sie damit einen beruflichen Zweck erfüllen wollen. Die Distanz zu Mitarbeitenden, mit denen man wenig Privates geteilt hat, wird größer, die Zusammenarbeit leidet. Dazu kommt: Wenn zwei Kollegen sich im Büro oft missverstanden haben oder nicht die gleichen Ziele verfolgen, eskalieren Themen digital noch schneller. Denn Augenkontakt und Körpersprache fallen als ausgleichendes Korrektiv weg. Kleine Grabenkämpfe können die Leistungskraft eines Teams lahmlegen. Allerdings sind informeller Austausch und gegenseitige Wertschätzung durchaus virtuell plan- und vermittelbar. Das heißt: Führungskräfte haben es in der Hand, wie produktiv ihre Teams arbeiten.

Virtuelle Führung: Sprache schafft Teamgefühl

Oft spielen Umgang und Sprache die entscheidende Rolle, wenn Teams nicht funktionieren. Dann arbeiten alle Beteiligten mit dem oder der Coach an einer achtsamen Kommunikation. Ein konkretes „Das ist mir wichtig“ ist beispielsweise hilfreicher als ein vorwurfsvolles „Warum“, das den Gegenpart in eine Rechtfertigung drängt.

Lob und Anerkennung stärken ebenso die zwischenmenschliche Nähe. Das gilt unter Peers – aber natürlich auch, wenn sie vom Chef kommen. Führungskräfte können ein kurzes „Highlight des Tages“ kultivieren oder virtuelle „High Fives“ einführen. Darüber hinaus sollten sie Erfolge feiern, statt von Herausforderung zu Herausforderung zu jagen. Das belebt Teamgeist und Motivation.

Wichtig für ein gelungenes Online-Teamcoaching ist der Vertrauensaufbau. Der Coach muss einen Zugang zu allen Teammitgliedern gewinnen, damit Widerstände erst gar nicht entstehen. Dazu gehört eine gute Vorbereitung. Mit Einzelinterviews oder unterschiedlichen Diagnose-Tools lassen sich Rollenverständnisse und mögliche Hürden feststellen. Coach und Teamleiter können Herangehensweise und Ziele des Teamcoachings dann gemeinsam hierauf ausrichten.

Geht Teamcoaching digital?

Ein digitales Coaching spart Reisezeiten, ist schneller realisierbar und zeitlich flexibel. Wenn aber Reaktionen über die Web-Cam schwer auszumachen sind, geht es einem Coach dann nicht genauso? Nur bedingt: Auch die Coachingbranche hatte ein Jahr Zeit, um die virtuellen Sessions weiter zu professionalisieren. Heute ist ein Teamcoaching remote ebenso effektiv wie Face-to-Face. Voraussetzung, der Coach ist entsprechend ausgebildet. Über Whiteboards oder virtuelle Nebenräume können qualifizierte Coaches die Teamentwicklung lebendig und effizient gestalten – doch das muss gelernt sein. Remote-Coaching kann somit der entscheidende Impuls sein, um eingefahrene Muster aufzubrechen und der Zusammenarbeit einen neuen, positiven Spirit zu verleihen. Und würde uns allen ein positiver Spirit dieser Tage nicht sehr guttun?

Lesen Sie auch: KI in der Personalauswahl – Chancen und Grenzen der Videoanalyse.

Virtuelle Führung: Wie Teamcoaching die Zusammenarbeit im Homeoffice stärkt
Bild: Haufe Advisory

Die Autorin Tina Deutsch ist zertifizierter Coach und Mitbegründerin und Managing Partner von Haufe Advisory.

Scroll to Top