22.02.2021 – Kategorie: IT-Sicherheit

Vertrauen in Marken: Bewusstsein für Datenmissbrauch steigt

Datenmissbrauch Passwort-ManagementQuelle: Jirsak/Shutterstock
Wie der neue Okta Digital Trust Index zeigt, stellen 45 Prozent der Verbraucher in Deutschland die…
  • Laut dem Okta Digital Trust Index stellen 45 Prozent der deutschen Verbraucher die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen eines Unternehmens nach einer Datenschutzverletzung dauerhaft ein.
  • 79 Prozent der befragten Verbraucher würden keine Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder Produkte von einem Unternehmen kaufen, dem sie misstrauen.
  • 51 Prozent der Verbraucher haben ernsthafte Vorbehalte, auf einer Website einzukaufen, von der sie zuvor noch nie gehört haben

Unternehmen und Marken stehen vor der Herausforderung, Vertrauen in einer digitalen Welt aufzubauen und zu erhalten: 79 Prozent der befragten Verbraucher in Deutschland würden keine Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder Produkte von einem Unternehmen kaufen, wo ein Datenmissbrauch zu erwarten ist. 51 Prozent der Verbraucher haben ernsthafte Vorbehalte, auf einer Website einzukaufen, von der sie zuvor noch nie gehört haben. Das ergab die Studie Okta Digital Trust Index von Okta, Anbieter von Cloud-basierten Identity- und Access-Management-Lösungen, gemeinsam mit dem Marktforschungshaus YouGov.

Datenmissbrauch: Fehler schaden Reputation und dem Vertrauen

Der Okta Digital Trust Index, für den 13.163 Büroangestellte, darunter 2.042 aus Deutschland, befragt wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass Vertrauen für Marken und Unternehmen in der digitalen Welt schwerer aufzubauen und gleichzeitig leichter zu verlieren ist. Schon kleine Fehler können der Reputation und dem Vertrauen schaden und Kunden davon abhalten, Dienstleistungen und Produkte eines Unternehmens in Anspruch zu nehmen. 29 Prozent der in Deutschland Befragten geben an, dass sie schon einmal das Vertrauen in ein Unternehmen aufgrund einer Datenschutzverletzung oder eines Datenmissbrauchs verloren haben.

Nach einer Datenschutzverletzung oder einem Datenmissbrauch haben:

  • 45 Prozent der Befragten die Nutzung der Dienste des Unternehmens dauerhaft eingestellt
  • 43 Prozent ihr Konto bei dem Unternehmen gelöscht.
  • 39 Prozent ihre Benutzereinstellungen geändert.
  • 33 Prozent die App von ihrem Gerät gelöscht

34 Prozent der Befragten an, sich beim Surfen im Internet um Datenschutzverletzungen sorgen, 30 Prozent äußerten Vorbehalte gegenüber Websites, die zu viele persönliche Informationen abfragen.

Datenmissbrauch
Der Okta Digital Trust Index untersucht das digitale Vertrauen in Marken und Unternehmen. (Grafiken: Okta)

Datenmissbrauch: Vertrauen auf- und ausbauen

Drei von zehn Befragten in Deutschland gaben an, dass sie einer digitalen Marke am ehesten aufgrund der Zuverlässigkeit des Services vertrauen. Auch die Sicherheit ist für Kunden entscheidend: 22 Prozent gaben an, dass sichere Login-Optionen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ihr Vertrauen stärken. Dieses Sicherheitsbedürfnis ließ sich auch bei den Befragten in den Niederlanden (22 Prozent), den USA (23 Prozent), in Australien (24 Prozent) und im Vereinigten Königreich (25 Prozent) beobachten.

Der weltweit am häufigsten genannte Grund für den Vertrauensverlust gegenüber einer Marke, war neben Datenschutzverletzungen (14 Prozent) der vorsätzliche Datenmissbrauch oder der Verkauf persönlicher Daten (38 Prozent), wobei die Befragten in Deutschland und dem Vereinigten Königreich im Ländervergleich mit 46 Prozent und 47 Prozent am kritischsten waren.

Datenmissbrauch Okta

„Die Studie von Okta zeigt, dass Vertrauen für Unternehmen, die in der heutigen wettbewerbsintensiven, Digital-first-Landschaft mitspielen wollen, ein strategisches Muss ist“, erklärt Sven Kniest, Regional Vice President, Central and Eastern Europe bei Okta. „Unternehmen müssen die Anforderungen ihrer Kunden an Service-Zuverlässigkeit und Sicherheit erkennen und optimal bedienen. Ist das Vertrauen der Stakeholder gewonnen, gilt es für Unternehmen alles daran zu setzen, dieses zu pflegen und auszubauen. Effektive Cybersicherheit ist dabei ein entscheidender Faktor.“

Government-Websites genießen höchstes Vertrauen

Die Websites von Regierungen wurden in allen Ländern von allen digitalen Kanälen als am vertrauenswürdigsten eingestuft – mit Ausnahme von Japan. In Deutschland gaben dies 22 Prozent der Befragten an, in Ländern wie dem Vereinigten Königreich (41 Prozent), den Niederlanden (39 Prozent) und Frankreich (34 Prozent) lag der Wert noch höher.

„Es ist erfreulich, dass das Vertrauen in Websites der Regierung und deren Umgang mit Daten größer ist als das in andere digitale Kanäle. Trotz anfänglicher Bedenken über den Umgang mit COVID-19 und persönlichen Daten der Bürger gab es bisher keine größeren Verstöße, und die kontinuierliche Überprüfung scheint zu verbesserten Standards der Datensicherheit zu führen. Das unterstreicht noch einmal, wie wichtig es ist, dass staatliche Organisationen Cybersicherheitsmaßnahmen priorisieren, um die Sicherheit der Daten von Bürgern zu gewährleisten und so Vertrauen aufzubauen“, kommentiert Kniest.

Remote Working erfordert erhöhte Schutzmaßnahmen

Im Zuge der gestiegenen Anzahl an Cyberattacken gegen Mitarbeitende im Homeoffice stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Teams zu schützen. Weltweit gaben zehn Prozent der Büroangestellten an, während der Pandemie Opfer einer Datenschutzverletzung oder eines Cyberangriffs geworden zu sein. Nach der größten Sicherheitsbedrohung im Homeoffice gefragt, gab knapp ein Viertel (23 Prozent) an, sich um Identitätsdiebstahl zu sorgen, gefolgt von Malware (17 Prozent) sowie Passwortdiebstahl (13 Prozent) und Phishing-Angriffen (13 Prozent).

Um dem pandemiebedingten Anstieg an Online-Bedrohungen zu begegnen, waren Sicherheitsanwendungen und -technologien wie Multi-Faktor-Authentifizierung (26 Prozent) in Deutschland die beliebteste Maßnahme, gefolgt von internen Schulungen für Angestellte (23 Prozent). 30 Prozent aller in Deutschland befragten Büroangestellten gaben an, ihr Unternehmen habe bisher keine weiteren Maßnahmen ergriffen und knapp ein Viertel (24 Prozent) erklärte, nicht zu wissen, ob ihr Arbeitgeber proaktive Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt habe.

Datenmissbrauch Okta

„Ein möglicher Grund für das fehlende Bewusstsein für Security-Maßnahmen ist mangelnde Transparenz und Kommunikation zwischen Führungskräften, IT-Verantwortlichen und Mitarbeitenden. Auch die besten Cybersicherheitssysteme können nur dann einen positiven Effekt auf das Vertrauen der Teams haben, wenn diese über deren Einsatz informiert sind“, so Sven Kniest.

Steigendes Bewusstsein für Datenmissbrauch

Die Studienergebnisse legen nahe, dass die Pandemie das Bewusstsein für die Bedeutung digitaler Daten geschärft hat: 31 Prozent der in Deutschland Befragten gaben an, vorsichtiger geworden zu sein, wenn es um die Übermittlung ihrer persönlichen Informationen gehe – ein Trend, der weltweit zu beobachten ist.

Die Arbeit in den eigenen vier Wänden hat die befragten Angestellten außerdem misstrauischer gegenüber Phishing-E-Mails (36 Prozent) und Datenschutzverletzungen (33 Prozent) gemacht. Als Hauptgrund für ihre erhöhte Vorsicht im Internet während der Pandemie nannten die Befragten in Deutschland die Medienberichterstattung zu Online-Bedrohungen (34 Prozent), genau wie die Büroangestellten im Vereinigten Königreich (44 Prozent), Australien (46 Prozent) und in den USA (37 Prozent).

Zur Methodik der Studie: Die Umfrage wurde von Okta in Auftrag gegeben und von YouGov im Dezember 2020 über eine Online-Plattform durchgeführt. Die Umfrage war eine national repräsentative Stichprobe von Büroangestellten in Deutschland, den USA, Australien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Japan. Der Gesamtumfang der Stichprobe betrug 13.163, darunter 2.042 Befragte in Deutschland.
Okta ist Anbieter von Identitätslösungen für Unternehmen. Die Okta Identity Cloud ermöglicht es Unternehmen, die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt sicher mit den richtigen Technologien zu verbinden. Angeboten werden über 6.500 vorgefertigte Integrationen zu Anwendungen und Infrastrukturanbietern. (sg)

Lesen Sie auch: Privacy Shield: 5 Tipps zur Umsetzung der EU-Datenschutzrichtlinien



Scroll to Top