Uniscon erweitert mit STAN die Blockchain

Seit dem Boom der Kryptowährung Bitcoin Ende 2017 ist die Blockchain-Technologie in aller Munde. Folgt nun auf den Hype die große Ernüchterung?  Auch wenn die Technologie vor allem als Verfahren zur Absicherung von Transaktionen eingesetzt werden soll, bleiben Bedenken hinsichtlich Umwelt und Datenschutz? Dr. Hubert Jäger, CTO und Geschäftsführer der Uniscon GmbH, erläutert die Schwierigkeiten bei Verwendung der Blockchain.

Wenn es um die Blockchain geht, ist meistens von Distributed-Ledger-Technologie die Rede – häufig werden beide Begriffe synonym verwendet. Distributed Ledger ("Verteiltes Kassenbuch") bezeichnet eine verteilte Datenbank, in der alle Teilnehmer eines Netzwerks sich automatisch auf die Ordnung einer Reihe von Transaktionen einigen. Ein Aktualisierungsprozess sorgt dafür, dass alle Teilnehmer stets über den neuesten Stand der Datenbank verfügen. Durch diese dezentrale Struktur bietet die Blockchain-Technologie einige Vorteile gegenüber der konventionellen zentralen Datenverwaltung:

  • Hohe Manipulaonssicherheit
  • Hohe Transparenz zwischen den Teilnehmern
  • Unabhängigkeit von Intermediären

Es gibt aber auch einige schwerwiegende Nachteile:

  • Hoher Energieverbrauch und damit ungenügende Skalierbarkeit
  • Mangelnde Vertraulichkeit bzw. mangelnder Datenschutz
  • Für viele jurissche Konstrukte ein fehlender Verantwortlicher (für Rechenschaft)

Die Manipulationssicherheit der Datensätze in der Blockchain entsteht aus der verteilten Speicherung der Daten. Diese mehrfache, voneinander unabhängige und dadurch dauerhafte Speicherung ist jedoch aus datenschutzrechtlicher Sicht bedenklich. Eine dauerhafte Speicherung kollidiert zunächst mit dem "Recht auf Vergessenwerden" beziehungsweise "Recht auf Löschung" (Artikel 17 DSGVO) sowie mit den Einschränkungspflichten (Artikel 18 DSGVO) und Berichtigungspflichten (Artikel 16 DSGVO).

Der hohe Energieverbrauch der Blockchain-Technologien ist darauf zurückzuführen, dass diese ein "Proof of Work" genanntes Verfahren nutzen, um Beiträge zur Blockchain zuzulassen. Dabei handelt es sich in der Regel um sehr rechenintensive Aufgaben, die den Energieverbrauch einer großen Blockchain auf das Niveau einer Kleinstadt anheben. Die Tatsache, dass die Rechenressourcen und die von ihnen verschlungene Energie nur begrenzt zur Verfügung stehen, schränkt in der Folge die Performance und Skalierbarkeit der Blockchain ein.

STAN ergänzt die Blockchain-Technologie

Das "Sealed Trust Anchor Network" (STAN) von Uniscon ergänzt eine im Unternehmensbereich benutzte Variante der Blockchain – die Permissioned Blockchain“ – durch wichtige Funktionen. STAN bietet daher gegenüber klassischer (öffentlicher) Blockchain-Technologie folgende Vorteile:

  • Geringerer Energieverbrauch, da kein "Proof of Work" benötigt wird
  • Hohe Skalierbarkeit durch eben diesen geringeren Energiebedarf
  • Klar abgegrenzte Verantwortlichkeiten zur rechtlichen Umsetzung neuer Geschäftsmodelle
  • Vertraulichkeit und Integrität der Daten nicht nur während der Speicherung, sondern auch während der Verarbeitung an den Netzknoten
  • Wahrung des Datenschutzes durch die Möglichkeit einer Datenlöschung, wenn dies rechtlich geboten ist

Die im Rechenzentrum gespeicherten Daten sind durch unsere hochsichere Cloud Plattform, die Sealed Plattorm, zuverlässig gegen unbefugte Zugriffe geschützt. Außerdem lassen sie sich vom Anwender rückstandslos löschen, deshalb besteht kein Konflikt mit der DSGVO. Aus diesen Gründen eignet sich STAN – anders als die Blockchain alleine – auch für die Verarbeitung personenbezogener Daten. Wir haben STAN ursprünglich als manipulationssicheren Key Service für Uniscons Sealed Plattorm entwickelt. Darüber hinaus kann das verteilte Netz aber auch andere Aufgaben erfüllen, etwa als Inventory Service für die Inbetriebnahme von Geräten im Internet der Dinge (IoT) oder als Distributed Ledger zur Absicherung von Transaktionen. (sg)

  • Bei der Sealed Plattform erfolgt eine physische und logische Verkapselung der Daten, Zugriffsversuche würden ein Data-Clean-up auslösen.
  • Dr. Hubert Jäger ist CTO und Geschäftsführer der 2009 gegründeten Uniscon GmbH, die zur TÜV SÜD Gruppe gehört.
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