UDG Digital Readiness Study 2017: Es hapert mit der digitalen Vision

In deutschen Unternehmen scheint es an Leitbildern für die digitale Transformation zu fehlen. Das zeigt die UDG Digital Readiness Study, die das Consulting der UDG United Digital Group erstmals durchgeführt hat.

Das Ergebnis der Befragung quer durch alle Fachbereiche von großen und mittleren Firmen: Eine klare digitale Vision besitzen nur 37 Prozent der Führungskräfte und Experten, ebenfalls 37 Prozent haben daraus eine Strategie abgeleitet und lediglich 25 Prozent die notwendigen Handlungsfelder und Maßnahmen identifiziert. Dass alle für den Erfolg der Transformation relevanten Unternehmensbereiche in den Strategieprozess einbezogen wurden, kann mit 33 Prozent nur jeder Dritte bestätigen.

Wo stehe ich und wohin will ich?

 „Die Digital Readiness Study 2017 zeigt deutlich, an welchen Hürden die Umsetzung der digitalen Transformationsstrategie scheitert“, erklärt Marcel Vandieken, der als Managing Partner der UDG United Digital Group das Consulting verantwortet. „Der Kunde ist wichtig, wird aber nicht verstanden. Neue Player kommen auf den Markt und gefährden etablierte Geschäftsmodelle. Firmen geraten unter Druck und beginnen mit Initiativen, ohne zuvor eine klare digitale Vision zu entwickeln und dann die erforderlichen Maßnahmen abzuleiten. Und bei alldem bleiben die Mitarbeiter häufig auf der Strecke. Doch nur wenn Unternehmen wissen, wo sie stehen und wo sie hinwollen, kann es ihnen gelingen, sich nachhaltig für die Zukunft aufzustellen und ihre Mitarbeiter erfolgreich durch den Change zu führen.“

Vision verstanden? 

Vor allem im Bereich Change Management besteht Nachholbedarf: Viele Firmen versäumen es, ihre Mitarbeiter in den Prozess der digitalen Transformation einzubinden. Nur 13 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass sich die Mitarbeiter auf die digitale Reise mitgenommen fühlen, und lediglich 12 Prozent glauben, dass alle die digitale Vision verstanden haben.

 Den Kunden begriffen?

Auch das Wissen über die eigenen Kunden lässt zu wünschen übrig. Obwohl 65 Prozent der Teilnehmer davon überzeugt sind, dass sich die Kundenerwartungen massiv verändern, haben nur 18 Prozent diese neuen Bedürfnisse schon vollständig begriffen und können daraus Erkenntnisse gewinnen. Dazu kommt: Nicht in allen Unternehmen stehen genügend Mittel bereit. 32 Prozent der Befragten geben an, nicht über ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen für die digitale Transformation zu verfügen.

Erste Initiativen 

Trotz dieser Hürden befinden sich viele Firmen bereits auf dem Weg: 58 Prozent haben erste Initiativen gestartet, 26 Prozent gaben an, eine umfassende digitale Transformation eingeleitet oder sogar schon durchgeführt zu haben, 14 Prozent stehen noch ganz am Anfang. Denn die Erkenntnis, dass ein Wandel dringend nötig ist, ist in den Köpfen angekommen: 73 Prozent der Studienteilnehmer erwarten durch die Digitalisierung eine starke Veränderung ihrer Branche und 53 Prozent sind davon überzeugt, dass sich dadurch vor allem Chancen für ihr Unternehmen ergeben.

Grafik

Über die Studie: An der Online-Umfrage, die im Juni/Juli 2017 durchgeführt wurde, beteiligten sich 106 Führungskräfte und Experten aus großen und mittleren Unternehmen.

0
RSS Feed

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
Abonnieren Sie doch unseren Newsletter und verpassen Sie keinen Artikel mehr.

Mit einem * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder!

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags