Studie: Zwang zur Digitalisierung setzt vor allem Einzelhandel unter Druck

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Vor allem der Kunde zwingt den Einzelhandel dazu, sein Angebot zu digitalisieren. Dabei bleibt so manches Digitalisierungsprojekt auf der Strecke und schlägt mit hohen Kosten zu Buche. Eine Studie liefert Zahlen.

Vor allem der Kunde zwingt den Einzelhandel dazu, sein Angebot zu digitalisieren. Dabei bleibt so manches Digitalisierungsprojekt auf der Strecke und schlägt mit hohen Kosten zu Buche. Eine Studie liefert die Zahlen.

93 Prozent der Einzelhandelsunternehmen behaupten, eine klar definierte digitale Strategie zu haben. Doch der Retail-Sektor hinkt hinterher, wenn es darum geht, digitale Transformationsprojekte abzuschließen, die konkrete Ergebnisse liefern – so lauten die Erkenntnisse der jüngsten Studie von Fujitsu „The Digital Transformation PACT“.

189 Führungskräfte im Einzelhandel aus 14 Ländern nahmen an der Umfrage teil. Sie ist Teil einer umfassenderen Studie zur Wahrnehmung von 1.625 Führungskräften hinsichtlich der vier strategischen Elemente, die für eine erfolgreiche digitale Transformation erforderlich sind: People, Actions, Collaboration and Technology (PACT). Die Umfrage zeigt, dass die Angst vor dem Scheitern ein ernsthaftes Hindernis für Einzelhändler darstellt, die sich in der digitalen Transformation befinden. 70 Prozent geben zu, dass diese Angst ihre Projekte verlangsame. Jeder Fünfte (19 Prozent) hat in den vergangenen zwei Jahren mindestens ein gescheitertes Digitalisierungsprojekt erlebt, das durchschnittlich 337.381 Euro gekostet hat. Darüber hinaus bestätigten fast ein Viertel (23 Prozent) der Einzelhändler, dass sie digitale Projekte abgesagt hätten, was einem durchschnittlichen Verlust von 182.321 Euro entspricht.

Trotz dieser Rückschläge erwartet die Mehrheit der Einzelhändler innerhalb der nächsten 18 Monate finanzielle Rendite und operative Vorteile aus den Digitalisierungsprojekten. Die überwiegende Mehrheit (86 Prozent) ist zuversichtlich, dass es in ihren Organisationen eine Innovationskultur gibt – und sie glauben, dass Prozesse und Verhaltensweisen (die unter die Säule „Actions“ der Transformation fallen) der wichtigste Faktor bei der Umsetzung ihrer digitalen Strategien sind (34 Prozent), gefolgt von den Menschen („People“, 24 Prozent).

Einigkeit über mangelnde digitale Kompetenz im Einzelhandel

Allerdings gilt es, in vielen wichtigen Bereichen deutliche Verbesserungen zu erzielen: 71 Prozent der Einzelhändler sind sich einig, dass es in ihren Unternehmen derzeit einen deutlichen Mangel an digitalen Kompetenzen gibt. Fast 7 von 10 (69 Prozent) befürchten, dass sich ihre Organisationen zu sehr auf den technologischen Wandel während der digitalen Transformation konzentrieren und nicht auf die Fähigkeiten, Prozesse und Verhaltensweisen, die hier unterstützend wirken sollten. Während fast die Hälfte der Einzelhändler in Internet-of-Things-Systeme investiert, sind knapp drei Viertel (73 Prozent) besorgt darüber, wie sie neue digitale Technologien wie künstliche Intelligenz bei sich einrichten können.

Viele Einzelhändler setzen sich bereits intensiv mit der Beiseitigung dieser Defizite auseinander: 87 Prozent ergreifen Maßnahmen, um ihren Zugang zu digitalen Kompetenzen zu verbessern und investieren in die Zusammenarbeit mit externen Technologieexperten, Kunden und Start-ups. Im Vergleich zu anderen Branchen sind die Einzelhändler jedoch am wenigsten gewillt, mit Partnern Co-Creation-Projekte durchzuführen. Nur die Hälfte ist dazu bereit. Dies kann sich als Nachteil für die Branche erweisen.

Es braucht neue Denkansätze

Richard Clarke, Executive Director, Global Retail bei Fujitsu, kommentiert: „Der digitale Wandel trifft den Einzelhandel hart und die gesamte Wettbewerbslandschaft verändert sich quasi unbemerkt. Sowohl die Kundenerwartungen zu erfüllen als auch mit der Marktdynamik zurechtzukommen, ist für viele Einzelhandelsunternehmen eine große Herausforderung, die nur durch neue Denkansätze in Angriff genommen werden kann. Bei der Umsetzung der digitalen Transformation geht es um viel mehr als nur um die Technologie. Natürlich sind die richtigen Werkzeuge von entscheidender Bedeutung, aber auch die richtigen Fähigkeiten und kreativen Partner: Wenn Einzelhändler erfolgreich sein und digitale Exzellenz erreichen wollen, müssen sie lernen, die vier Schlüsselelemente von People, Actions, Collaboration und Technology (PACT) effektiv miteinander in Einklang zu bringen.“

Die Digitalisierung beeinflusst Prozesse, Umsätze und Geschäftsmodelle

Die Studie ergab, dass 35 Prozent der Einzelhändler bereits digitale Projekte umgesetzt haben, weitere 38 Prozent haben Projekte in Arbeit. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der befragten Einzelhändler integrieren digitale Prozesse in schon bestehende Geschäftsprozesse und Funktionen. Für ein Drittel (31 Prozent) bedeutet der digitale Wandel die Transformation der Geschäftsmodelle und Umsätze ihrer Unternehmen, während 58 Prozent der Befragten sich auf das Schaffen neuer digitaler Geschäftsprozesse fokussieren. Allerdings bleibt die Schatten-IT ebenfalls ein wichtiges Thema, denn 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass digitale Schattenprojekte die einzige Möglichkeit seien, wie Teile des Unternehmens sinnvolle Innovationen durchführen können.

Kunden treiben die digitale Transformation voran

Es überrascht nicht, dass für zwei Drittel (66 Prozent) der Einzelhändler die Kunden der größte Treiber der digitalen Transformation sind. 91 Prozent geben zu, dass ihre Kunden von ihnen mehr Digitalität erwarten und 69 Prozent glauben, dass die digitale Transformation zu mehr Wettbewerb führe. Tatsächlich erschüttert die Digitalisierung den Einzelhandel stärker als andere Branchen: Drei Viertel (75 Prozent) sind sich einig, dass es unmöglich sei vorherzusagen, wer in zehn Jahren die Konkurrenz sein werde. Insgesamt sind 86 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Fähigkeit zur Veränderung entscheidend sei für das Überleben ihres Unternehmens in den nächsten fünf Jahren.

Über die Studie:  Die quantitative Studie „The Digital Transformation PACT” von Fujitsu wurde im Juli und August 2017 von dem unabhängigen Marktforschungsunternehmen Censuswide durchgeführt. 1.625 Entscheidungsträger aus 14 Ländern wurden in mittleren und großen Unternehmen aus den Bereichen öffentlicher Sektor, Finanzdienstleistungen, Einzelhandel und Industrie befragt. Untersucht wurden fast 200 Befragte aus dem Einzelhandel. Alle Befragten hatten entweder bereits ein digitales Transformationsprojekt durchgeführt oder haben Interesse daran bekundet, dies in Zukunft zu tun.

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Die Umstellung auf eine softwarebasierte IT-Infrastruktur bietet vielen Unternehmen neue Möglichkeiten, effizienter zu arbeiten und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Entscheidend ist dabei, dass dem Prozess der Digitalisierung eine klare Strategie zu Grunde liegt. Telekommunikationsunternehmen sind dabei gleich doppelt in der Pflicht, denn sie stehen vor der Herausforderung, nicht nur die eigene Infrastruktur ins digitale Zeitalter zu überführen, sondern auch ihre Kunden dabei zu unterstützen.

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