Strategisches Personalmanagement aus der Cloud

Der demografische Wandel ist die zentrale Herausforderung für alle Unternehmen und insbesondere für deren Personalmanager. Dies gilt weltweit, doch auch in ganz besonderem Maße für Deutschland. Bereits heute arbeiten Mitarbeiter aus vier bis fünf Generationen in Unternehmen, wobei die Anzahl an Millennials (Alter unter 33 Jahre) zwar weiter steigt, den ebenfalls ansteigenden Fachkräftemangel aber nicht kompensieren kann. Aber auch, was Technologien betrifft, gibt es signifikante Veränderungen: Immer mehr Mitarbeiter wollen flexibel arbeiten und in der Lage sein, überall und jederzeit auf Daten zugreifen zu können. Immer mehr Unternehmen migrieren daher Anwendungen in die Cloud, darunter auch sehr oft Personalapplikationen. Gleichzeitig leisten diese Systeme viel mehr als noch vor wenigen Jahren – und verändern damit auch die Rolle der Personalmanager.

Bislang stand bei vielen Personalmanagern das Thema Personalkosten und maximal noch Bewerbermanagement (Recruiting) im Mittelpunkt, doch dieser Fokus verschiebt sich seit einiger Zeit in Richtung strategischer Themen. Die Ziele von HR bestehen nun nicht mehr nur darin, die Personalverwaltungskosten möglichst gering zu halten, der Fokus liegt vielmehr darauf, die Potenziale der Mitarbeiter zu heben, um aktiv zum Unternehmenserfolg beizutragen. Beispiele hierfür sind ein verbessertes Arbeitgeber-Branding, um Top Talents anzusprechen, die Steigerung des Mitarbeiter-Engagements sowie eine systematische Führungskräfteentwicklung. Diese Aufgaben werden laut einer DGFP-Studie in mindestens 80 Prozent der 140 untersuchten Unternehmen in den nächsten drei Jahren eine wichtige Rolle spielen. Weitere zentrale Herausforderungen sind demnach die strategische Integration des Personalmanagements in das Unternehmen und die effiziente Organisation der Personalarbeit.

IT-Lösungen unterstützen HR-Verantwortliche

Dieses Umdenken verändert auch die Rolle der HR-Verantwortlichen im Unternehmen: Hatten sie zuvor eher eine ausführende Rolle inne, wandelt sich diese in eine strategische Funktion. In vielen Firmen etabliert sich die Rolle des „Chief Human Resources Officer“ (CHRO) – ein Titel, der deutlich macht, dass HR als Thema in der obersten Führungsetage angekommen ist.

Gleichzeitig ändert sich aber auch der Arbeitsmarkt: Mitarbeiter und Bewerber haben andere Anforderungen an Unternehmen als noch vor einigen Jahren. Die HR-Beat-Umfrage 2012 von Dimensional Research im Auftrag von SuccessFactors zeigt, dass Millennials, also 20- bis 30-Jährige, nicht nur Wert auf ein angemessenes Gehalt, sondern auch auf Aus- und Weiterbildung sowie mobiles Arbeiten legen. Um diese Anforderungen zu erfüllen, müssen Unternehmen und HR-Abteilungen flexibler und ganzheitlicher als bislang agieren. Dazu benötigen HR-Verantwortliche auch die Unterstützung leistungsstarker IT-Lösungen.

Bislang basieren HR-Prozesse oft nur auf Papier oder Unternehmen implementierten Einzellösungen, die nicht miteinander verknüpft sind, so dass kein sinnvolles Gesamtbild eines Mitarbeiters oder einer Abteilung darstellbar ist. In Zeiten, in denen Unternehmen alle Vorteile nutzen müssen, um ihr Geschäft auszubauen und im Wettbewerb erfolgreich zu bestehen, werden diese Insellösungen dem größten Potenzial, nämlich dem des Personals, nicht mehr gerecht. HR kann die strategischen Unternehmensziele insbesondere unterstützen, indem es sicherstellt, dass die Ziele der einzelnen Mitarbeiter sowie der Abteilungen auch auf die Unternehmensziele einzahlen.

Dank der Cloud sind vollintegrierte HR-Lösungen nicht mehr nur Wunschdenken, sondern Realität. Aufgrund der Flexibilität, die Firmen durch Software as a Service (SaaS) geboten wird, gibt es neue Generationen von HR-, Business-Execution- und Talent-Management-Anwendungen. Diese erleichtern Personalverantwortlichen und Mitarbeitern auf der einen Seite die tägliche Arbeit und verschaffen HR auf der anderen Seite den oben beschriebenen, zunehmend nachgefragten strategischen Einfluss. Dabei muss die Business-Execution-Lösung nicht sofort als Komplettlösung implementiert werden, die Applikation lässt sich vielmehr in mehreren Schritten und angepasst an die verschiedenen Prioritäten ausrollen.

Dank SaaS-Modell Funktionen verknüpfen

Das Ergebnis: Alle Module sind miteinander verknüpft und geben ein Gesamtbild von Mitarbeiter, Teams, Abteilungen und Unternehmensbereichen. Damit sind Unternehmen in der Lage, ihre Geschäftsziele effizient und effektiv bis auf einzelne Mitarbeiter herunterzubrechen und zu kommunizieren. Ein Beispiel: Beschließt die Firma, ihre Produkte global anzubieten und damit zu expandieren, muss sich dies in den Zielen vom Management bis hinunter zu den Mitarbeitern wiederfinden. Nur dann können sie die Ausrichtung des Unternehmens und ihre Rolle darin verstehen. Ohne klare Kommunikation und Distribution der Ziele leiden das Verständnis und das Engagement. Da es in vielen Organisationen bislang keine Lösung gibt, die beispielsweise Zielerfassung, Leistungsbeurteilung und Trainingsbedarf miteinander verknüpft, haben Personalverantwortliche oft suboptimale oder gar falsche Ziele verabschiedet und unpassende Schulungen geplant.

Wesentlich ist weiterhin der Einsatz von Analyse-Werkzeugen, die gewährleisten, dass Talentförderung und Unternehmenserfolg Hand in Hand gehen. Eigentlich eine einleuchtende Idee: Sobald die Mitarbeiter gezielt in den Bereichen gefördert werden, in denen die Firma Nachholbedarf sieht, verschaffen ihr diese Trainings einen Wettbewerbsvorteil. Dennoch scheitern viele Konzerne an dieser Aufgabe. Der Grund: Da kein holistisches HR-System mit einem hinterlegten Analyse-Tool implementiert ist, kann der HR-Manager nicht einfach die Unternehmens- mit den Mitarbeiterzielen abgleichen, Karriere- und Nachfolgeplanung effizient steuern und den Angestellten für die entsprechenden Trainings vormerken. Im Gegenteil – er muss alle Zahlen und Fakten manuell aus verschiedenen Applikationen ziehen und diese miteinander vergleichen.

Human Resources und Cloud miteinander kombinieren

Eine cloud-basierte HR-Anwendung fasst die entsprechenden Analysen direkt in einer Übersicht zusammen – und stellt damit alle notwendigen Informationen einfach und automatisiert zur Verfügung. Darüber hinaus kann der Personalverantwortliche jederzeit und von jedem Ort aus darauf zugreifen, egal, wo er sich gerade befindet. Viele HR-Verantwortliche sind es jedoch bislang nicht gewohnt, Talent-Management auf Basis von Daten und deren Analysen zu erstellen. Dabei sind die Daten immens nützlich, wenn es um eine objektive Beurteilung und Zielsetzung geht. Ganzheitliche, integrierte Business-Execution-Anwendungen beinhalten Analyse-Werkzeuge und unterstützen Personaler dabei, aus ungefilterten Daten ein Wissens- und Leistungsprofil aller Ressourcen im Unternehmen zu erstellen.

Die Kombination aus eigener Expertise und entsprechenden cloud-basierten Anwendungen ermöglicht es HR-Verantwortlichen, ein Gesamtbild der Ressourcen-Verteilung und -auslastung zu erhalten sowie Lücken im Wissen von Mitarbeitern zu identifizieren und durch Trainings zu schließen. Dank der einfachen Implementierung und dem Einsatz von cloud-basierten HR-Anwendungen sind Personalverantwortliche so in der Lage, jederzeit und problemlos auf Daten zuzugreifen, sie zu analysieren und eine ideale Vorgehensweise zu entwickeln – und zwar zugeschnitten auf jeden einzelnen Mitarbeiter in Echtzeit.

Cloud-basierte HR-Lösungen unterstützen Personalverantwortliche

Die Zeiten, in denen HR-Strategien, -Programme und -Technologien losgelöst von Unternehmenszielen waren und Ressourcen nicht optimal eingesetzt wurden, neigen sich sehr schnell dem Ende zu. Keine Firma kann es sich mehr leisten, ihr größtes Kapital – ihre Mitarbeiter – brachliegen zu lassen, sie muss diese vielmehr fördern. Nur so kann sie die Talente des Unternehmens halten und profitiert gleichzeitig von deren Expertise.

Eine cloud-basierte Business-Execution-Anwendung bietet sowohl Analyse-Werkzeuge als auch datengetriebene Lösungen, die HR-Aktivitäten auf die Unternehmensstrategie abstimmt, bei deren Umsetzung unterstützt und somit einen signifikanten Wertbeitrag zum angestrebten Unternehmenserfolg sicherstellt. Diese Applikationen unterstützen also nicht nur Personalverantwortliche dabei, ihre Aufgaben besser zu erledigen, sondern sie sind auch das Bindeglied zwischen traditionellen HR-Funktionen und dem Erreichen von Unternehmenszielen. (ak)

Georg Goller, Vice President und General Manager Central Europe (DACH), SuccessFactors

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