Strategien für den digitalen Erfolg

Derzeit gibt es zwei unternehmerische Strategien, die besonders vielversprechend sind: Customer Engagement und Digitized Solutions. Michael Morton von Dell Boomi zeigt, was beide für den Erfolg in einer digitalen Wirtschaft bedeuten – und welche Rolle Integration dabei spielt.

Innovation ist großartig, doch es reicht nicht aus, neue Dinge zu erfinden und vorhandene zu verbessern. Erfolg entsteht aus Integration. Das bezeugen die technischen Erfolgsgeschichten, die unsere Welt bis heute definieren: Strom, Licht, Verbrennungsmotor. Carl Benz wäre niemals der Durchbruch gelungen, wenn er sich bei der Erfindung des Automobils alleine auf den Motor verlassen hätte – doch die Verbindung des Neuen mit bereits vorhandenen Komponenten wie Speichen, Rädern und Fahrradketten stieß die Motorisierung des 20. Jahrhunderts an.

Ohne Integration geht es nicht

Heute sind es digitale Technologien, die es zu integrieren gilt. Social, Mobile und Analytics und das Internet of Things bieten Unternehmen zahllose Möglichkeiten, ihre Geschäftsmodelle anzupassen oder ganz zu erneuern. Doch der wahre Wettbewerbsvorteil liegt in der Integration aller Teile – etwa in sogenannten SMACIT-Systemen: Sie bringen Social, Mobile, Analytics und IoT integriert unter ein Dach, verbessern die Kundenbindung und ermöglichen die Vernetzung der eigenen Ökosysteme mit denen von Partnern.

Integration steht ganz oben auf der Prioritätenliste der Unternehmen. 88 Prozent der befragten 900 IT-Entscheider in einer aktuellen Studie von Dell Boomi und Vanson Bourne wollen mehr Vernetzung im Unternehmen, um den Umsatz in den nächsten zwölf Monaten zu steigern. Die Studie legt nahe, dass der Grad der Vernetzung in Unternehmen bis 2020 auf 78 Prozent steigen wird, im Vergleich zu 41 Prozent im Jahr 2014. Das Mittel der Wahl ist dabei Integration Platform as a Service(iPaaS). Schon heute haben 43 Prozent der befragten Unternehmen eine solche Plattform im Einsatz. Genau der gleiche Anteil ist gerade dabei, iPaaS im Unternehmen einzuführen; weitere acht Prozent der Teilnehmer planen im nächsten Jahr die Technologie zu übernehmen.

Customer Engagement und Digitized Solutions

Zwei interessante Strategien, Customer Engagement und Digitized Solutions, fußen auf der genannten Integration und versprechen Unternehmen Erfolg in der digitalen Welt. Customer Engagement heißt dabei, dem Kunden stets das beste Erlebnis zu bieten und dadurch für eine nachhaltige Bindung an das Unternehmen zu sorgen. Ein gutes Beispiel für diesen Ansatz ist die US-amerikanische Kaufhauskette Nordstrom. Der Modehändler reagierte auf die Umwälzungen der Digitalisierung mit einer personalisierten Omnichannel-Shoppingerfahrung. Das Unternehmen machte, unterstützt durch Predictive Analytics, seine komplette Supply Chain transparent und kann so genau das liefern, was sich der Kunde wünscht – egal auf welchen Kanälen sich dieser bewegt.

General Electrics (GE) steht exemplarisch für die zweite Strategievariante. Schon lange verkauft das Unternehmen nicht mehr nur Anlagen wie Turbinen oder Triebwerke. Stattdessen bietet GE heute komplettes Anlagenmanagement an sowie Analyseservices für alle verkauften Produkte. So wissen die Betreiber immer, wie sie den größtmöglichen Wert aus einer Anlage herausholen können. Um das Angebot abzurunden, nutzt GE IoT-Daten, um seinen Kunden bei der Effizienzsteigerung zu helfen und sie auf bevorstehende Wartungen vorzubereiten. Der Konzern baut außerdem ein Netzwerk von Partnern auf, die ebenfalls Asset-Management und Analyseangebote für Endkunden anbieten. 

Vernetzte Infrastruktur als Erfolgsbasis

Customer Engagement wie auch Digitized Solutions benötigen ein belastbares technologisches Rückgrat mit ausreichend Kapazitäten für Integration. Diese Infrastrukturen werden in Zukunft Voraussetzung sein, um in der digitalen Wirtschaft mithalten zu können. Die digitale Revolution wird auch noch in den nächsten Jahren Unternehmen aller Branchen vor große Herausforderungen stellen. Aber noch immer haben viele nicht erkannt, dass die Zeit des Silodenkens endgültig abgelaufen ist. Wirtschaftlicher Erfolg wird in der Zukunft unmittelbar von der informationellen Vernetzung abhängen und in deren Zentrum steht die Integration.

Michael Morton, Dell Boomi

Über den Autor: Michael Morton ist Chief Technology Officer im Bereich Produktentwicklung und Innovation bei Dell Boomi, einer unabhängigen Geschäftseinhaeit von Dell. Davor war er bei IBM als IBM Master Inventor tätig. Zudem war er Gründungsentwickler und Chefarchitekt des IMB WEbSphere Application Servers, führte die InfoSphere Datenintegration und die Produktreihe von IBM Tivoli Systems. Michael Morton hat einen Bachelor in Informatik an der Staatlichen Universität New Yorks absolviert sowie einen Master-Abschluss der Staatlichen Universität New York in Binghamton.

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