11.04.2022 – Kategorie: Digitale Transformation

Softwarelizenzen: So wirken Sie der Verschwendung entgegen

Geht es um nachhaltiges Wirtschaften, steht Software selten im Fokus. Dabei findet in diesem Bereich eine umfangreiche, unbewusste Verschwendung statt: Ungenutzte Softwarelizenzen blockieren in deutschen Unternehmen Milliarden. Doch dieses Potenzial lässt sich leicht heben.

Auf mindestens elf Milliarden Euro schätzen Branchenkenner den Wert von Softwarelizenzen, die in deutschen Unternehmen vor sich hinschlummern. Betroffen sind alle Branchen und Unternehmensgrößen – und durch den Digitalisierungsschub infolge der Corona-Pandemie sind noch mehr Firmen betroffen als etwa vor zwei Jahren.

Softwarelizenzen: Ungenutztes Kapital?

Die Gründe sind vielfältig: Zum einen verschwinden immaterielle Werte schnell aus dem Blick – ein Verkauf von Altlizenzen wird erst gar nicht in Betracht gezogen. Zum anderen hemmen häufig Sorgen um eine rechtssichere Ausgestaltung den Verkauf. Dabei ist längst höchstrichterlich geklärt, dass der Handel mit Gebrauchtsoftware von Lizenzbedingungen nicht grundsätzlich verboten werden darf. Das bestätigten der Bundesgerichtshof 2000 und der Europäische Gerichtshof 2012.

So lukrativ wie nachhaltig

Für Unternehmen kann dies lukrativ sein. Sinnvollerweise versichern sie sich dabei jedoch der Unterstützung eines hierzu erfahrenen Spezialisten. Eine wichtige Frage ist etwa, wann es sinnvoll ist, auf Cloud-Angebote der Softwareanbieter einzugehen – und wann das Vorhalten von „On-Premises-Lizenzen“ besser ist. In vielen Fällen ist auch ein „Hybrid-Setup“ die optimale Lösung – die intelligente Kombination von On-Premises-Software mit Cloud-Funktionalität. Arbeiten Firmen hier so passgenau wie möglich, trägt dies zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei. So wird der proaktive Umgang mit ungenutzter Software zu einem wichtigen Baustein digitaler Souveränität.

Unser Unternehmen hat sich spezialisiert auf den Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen und zeigt, wie Firmen mit der für sie optimalen Lizenzausgestaltung ihre Digitalstrategien weiterentwickeln konnten: So verkaufte ein großes Möbelhaus mit mehreren Standorten im Saarland und Rheinland-Pfalz im Jahr 2019 nicht mehr benötigte Lizenzen von Microsoft Office 2016. Den Erlös nutzte es, um seine Mitarbeiter mit der seinerzeit aktuellen Version Office 2019 auszustatten. Das Projekt half, das Budget für die Modernisierung der Firmen-IT einzuhalten.

Aktiv gelebte Kreislaufwirtschaft

Ein großes Klinikum in Nordrhein-­Westfalen reagierte auf veränderte Anforderungen durch den ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020, indem es zusätzliche Office-, Windows- und Exchange-Server- sowie Geräte­lizenzen („CAL, Client Access License“) aufstockte. Ein Jahr später ließ sich die Lizenzausstattung an die erneut veränderten Anforderungen anpassen, indem einige Lizenzen an uns zurückverkauft und dafür andere Bausteine nachlizensiert wurden.

Ein Pharmaunternehmen mit Standorten in ganz Deutschland kaufte bei uns rund 1000 Lizenzen für Microsoft Office 2019 samt Gerätelizenzen sowie rund 100 Upgrades für Windows 10 Pro/Enterprise. Seine verschiedenen Standorte haben zum Teil unterschiedliche Anforderungen an die IT-Architektur. Perspektivisch will das Unternehmen daher auf die Cloud-Versionen der Microsoft-Suite beziehungsweise Hybrid-Setups umstellen. Dann will es die dann nicht mehr benötigten Lizenzen an uns zurückverkaufen. Die drei Beispiele zeigen, dass gerade Software zum Gegenstand aktiv gelebter Kreislaufwirtschaft werden kann. So lässt sich Nachhaltigkeit auch in der digitalen Welt realisieren.

Softwarelizenzen
Bild: MRM Distribution GmbH

Der Autor Ernesto Schmutter ist CEO der MRM Distribution GmbH.

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