Siemens steckt Millionen in Digitalisierungs-Forschung

Siemens schließt sich der Forschungskooperation „Automatisierung und Digitalisierung“ der Technischen Universität München (TUM), der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) an. Ziel der Kooperation ist, eine neue Technologiebasis für Automatisierung, Internet der Dinge, Cloud-Lösungen, IT-Sicherheit und Smart Data zu schaffen.

Laut den Partnern ist Siemens damit erstes Unternehmen, das sich mit Universitäten und Instituten zu einem Forschungsverbund zusammenschließt, der mit einer neuen ganzheitlichen Herangehensweise die besten Kompetenzen vereine und umfassende Prozess- und Systeminnovationen ermöglichen solle. Siemens investiert zweistelligen Millionen-Euro-Betrag innerhalb von drei Jahren.

Die Forschungskooperation zu „Automatisierung und Digitalisierung“ wurde mit der Technischen Universität München (TUM), der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) gegründet. Innerhalb des Verbundes arbeiten die Forscher künftig gemeinsam an Software und Technologien für die Automatisierung und Digitalisierung der Industrie sowie an den Themen „Internet der Dinge“, „Cloud-Lösungen“, „IT Sicherheit“ und „Smart Data“. Unter Smart Data versteht man die Entwicklung neuer Anwendungen aufgrund einer intelligenten Analyse großer Datenmengen.

Gleichzeitig richtet Siemens im Rahmen der neuen Konzernstrategie seine Forschungsaktivitäten entlang der Innovationsfelder „Automatisierung und Digitalisierung“ sowie „Elektrifizierung“ neu aus. Ziel ist es, die führende Technologieposition auf diesen Feldern weiter zu stärken.

Der Campus „Automatisierung und Digitalisierung“ wird seinen Schwerpunkt in München haben; nach einer aktuellen Studie der EU-Kommission ist München der europäische IT-Leuchtturm Nr. 1. Die Forschungsergebnisse sollen in weiteren Schritten bis zur Marktreife gebracht werden. Der Forschungsverbund ist bei seinen öffentlichen internationalen Projekten offen für weltweite Partner, was ihn sowohl für Unternehmen wie für Universitäten und Institute hochattraktiv macht. Gleichzeitig sind umfangreiche Doktoranden- und Post-Doc-Programme geplant, in denen bis zu 100 Doktoranden gemeinsam ausgebildet werden sollen. Damit leistet der Campus auch einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland.

„Mit dem heute geschlossenen Abkommen will Siemens die deutsche Spitzenforschung auf wettbewerbsentscheidenden Feldern strategisch fördern“, sagte Klaus Helmrich, Technik- und Personalvorstand der Siemens AG. „In der Automatisierung und Digitalisierung liegen enorme Chancen für eine Vielzahl von Branchen, von autonomen Maschinen bis zur intelligenten Auswertung großer Datenmengen. Unser Ziel ist es, diese Chancen zu ergreifen und in Wettbewerbsvorteile für die deutsche Industrie zu verwandeln.“

„Die Digitale Revolution hat begonnen sämtliche Wirtschafts- und Lebensbereiche grundlegend zu verändern. Hier sind wir mit der Vielfalt unserer Fachexpertisen gefordert, die wir seit langem systematisch aufgebaut haben. Im Kontext der Digitalisierung werden Ingenieure zu entscheidenden Akteuren des gesellschaftlichen Handelns“, sagte TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann.

„Der Forschungsverbund zur digitalen Revolution macht es möglich, an der Schnittstelle von Industrie und Wissenschaft die Umbrüche und Chancen, die mit Automatisierung und Digitalisierung verbunden sind, zu erforschen und aktiv zu gestalten. Die LMU wird im Rahmen dieser Kooperation mit ihrer Expertise dazu beitragen, Innovationen voranzubringen und Potenziale für wegweisende Zukunftstechnologien zu identifizieren“, sagte der LMU-Präsident Prof. Dr. Bernd Huber.

„Mit Industrie 4.0 hält das Internet der Dinge Einzug in die Fabriken. Das DFKI hat die wissenschaftlichen Grundlagen für Industrie 4.0 mitgeprägt und in seiner Smart Factory erstmals im Labor praktisch demonstriert“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, CEO des DFKI und einer der Väter von Industrie 4.0. „Nur zusammen mit führenden Industriepartnern wie Siemens wird es gelingen, nun die Voraussetzungen für die Umsetzung in den Fabrikalltag zu schaffen und Deutschland zum Leitanbieter für die Digitalisierung der Produktion zu machen.“

„Die Deutsche Industrie wird sich nur dann breit der Digitalisierung öffnen, wenn sie verlässliche und belastbare Sicherheitslösungen bekommt. Denn es geht um den Schutz innovations- und wettbewerbskritischer Daten (Produktionsdaten, Produktdaten, Wartungsdaten, Kundendaten etc.). Diese gilt es vor Manipulation oder auch vor unberechtigter Weitergabe zu schützen. Benötigt werden vertrauenswürdige Sensoren, manipulationsresistente eingebettete Komponenten, abgesicherte Datentransporte, aber auch sichere Plattformen, über die ein sicherer Datenaustausch stattfinden kann. Das Fraunhofer AISEC möchte sich mit all seiner ganzen IT-Sicherheitskompetenz in den Campus einbringen, um sichere Lösungen für die Industrie zu entwickeln“, sagte Prof. Dr. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC).

Zu den in einem ersten Schritt geplanten Forschungsthemen gehören beispielsweise autonome Roboter, die eng mit Menschen interagieren können – etwa in künftigen, hochflexiblen Fabriken. Fertigungsprozesse und Roboter sollen durch „digitale Zwillinge“ modelliert und simuliert werden, und es soll eine einheitliche Sprache für die Kommunikation von Maschinen untereinander gefunden werden. Weiterhin sollen Algorithmen zur Smart-Data-Analyse großer Datenmengen erforscht werden, wie sie unter anderem für intelligente Energienetze, die Industrieautomatisierung, Smart Cities oder zukünftige Gesundheitssysteme eingesetzt werden können. Auch sich selbst-verwaltende („self-managed“) Cloud-Dienste, d.h. selbst-konfigurierende, selbst-optimierende, selbst-heilende und selbst-schützende Cloud-Dienste stehen im Fokus des Interesses – und natürlich die IT-Sicherheit.

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