Schneller fundiert entscheiden mit Analytics aus der Cloud

Die im digitalen Business nötige Agilität stellt auch die BI- und Analytics-Systeme von Unternehmen vor neue Herausforderungen. Gefragt sind Lösungen, die schnelle valide Entscheidungen auf Basis von Kennzahlen in Echtzeit ermöglichen. Dazu müssen sie vor allem Trends und Prognosen erkennbar machen können. Das lässt sich am besten mit einem hybriden Ansatz realisieren, bei dem die vorhandenen On-Premise-Infrastrukturen um Analytics-Services aus der Cloud ergänzt werden.

In der digitalen Geschäftswelt zählt vor allem Agilität. Um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, sollten Unternehmen proaktiv agieren und auch so rasch wie möglich auf neue Anforderungen und geänderte Marktbedingungen reagieren können. Die Verantwortlichen benötigen Informationen, auf deren Basis sie gesicherte Entscheidungen treffen und gezielte Maßnahmen einleiten können, möglichst nahe an der Echtzeit. Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei der Blick in die Zukunft in Form übersichtlich visualisierter Trends und Prognosen. Für die BI- und Analytics-Systeme der Unternehmen bringt das zahlreiche Herausforderungen mit sich. Dazu zählen:

  • Analysen müssen auch mobil zur Verfügung stehen. Die Verantwortlichen können nur unmittelbar reagieren, wenn sie jederzeit und ortsunabhängig Zugriff auf aktuelle Daten haben. Sei es der Geschäftsführer, der am Morgen zu Hause auf seinem Tablet KPIs einsieht, der Controller, der im Home Office die Liquiditätsprognose des Unternehmens überprüft, oder der Vertriebsmitarbeiter, der auf dem Weg zu einem Kunden dessen 360-Grad-Fact-Sheet analysiert.
  • Außerplanmäßige so genannte Ad-Hoc-Analysen müssen sich schnell und unkompliziert durchführen lassen. Häufig benötigen einzelne Fachabteilungen oder Standorte spezifisch für sie zugeschnittene Kennzahlen, die nicht im unternehmensweiten Standard-Reporting enthalten sind, oder müssen kurzfristig aufgekommene Fragen klären. Das sollten sie möglichst ohne Unterstützung der IT-Abteilung in Eigenregie durchführen können. Davon sind nicht nur bereits bestehende Strukturen betroffen; oft geht es auch um die Integration von kurzfristig benötigten Daten, etwa für Prognosen oder im Rahmen von Reorganisationen. Dieser Trend, dem der Markt mit Self-Service-BI-Systemen begegnet, ist einer der wesentlichen Gründe für den Erfolg von fachbereichsgetriebenen Lösungen.
  • Das Top-Management benötigt einen direkten Zugriff auf Daten, um die Situation im Unternehmen besser verstehen und beurteilen zu können. In Sitzungen des Vorstands oder der Geschäftsführung kommen bis dato meist vom Controlling vorbereitete Präsentationen zum Einsatz. Diese sind starr und erlauben es nicht, Kennzahlen während der Sitzung bei Bedarf spontan zu analysieren, herunterzubrechen und selektiv zu visualisieren. Dadurch können wichtige Entscheidungen verzögert werden. Gefragt sind deshalb Systeme, mit denen das Top-Management alle verfügbaren Daten live transparent einsehen und analysieren kann.

Hybrider Ansatz verspricht effiziente Umsetzung

Zur Umsetzung dieser neuen Anforderungen bieten viele Hersteller flexible Lösungen an. Eine besonders interessante und relativ neue Variante ist dabei der hybride Ansatz, bei dem Unternehmen ihre vorhandenen On-Premise-Systemlandschaften und -Data-Warehouse-Infrastrukturen um Analytics-Lösungen aus der Cloud ergänzen. Konkret werden dabei die aufwendig integrierten und harmonisierten Daten des unternehmensweiten Enterprise Data Warehouse um ad hoc benötigte Informationen durch den Fachbereich ergänzt und gemeinsam visualisiert. So entsteht ein optimaler Blick auf das Unternehmen und es werden kurze Reaktionszeiten ermöglicht. Der Markt bietet hierfür umfassende Systeme, die alle nötigen Analysewerkzeuge mitbringen, und sich in beliebige Systemlandschaften integrieren lassen. Sie können von den Endnutzern weitgehend  selbst verwaltet und gesteuert werden; über intuitive Self-Service-Benutzeroberflächen lassen sich Dashboards, Datenmodelle und Aggregationen per Drag-and-Drop beliebig zusammenstellen und damit individuelle und spontane Analysebedarfe sehr schnell decken.

Analyse-Lösungen für digitale Konferenzräume aus der Cloud

Speziell für Sitzungen von Vorständen, Geschäftsführern oder anderen Top-Entscheidungsgremien stehen in der Cloud Analyse-Lösungen für digitale Konferenzräume zur Verfügung. Sie ermöglichen es den Teilnehmern, sämtliche verfügbaren Informationen in der gewünschten Detailtiefe auf Basis aktueller Transaktionen live abzurufen, auszuwerten und Simulationen durchzuführen. Wird diese Lösung mit großen, Touch-sensitiven Monitoren kombiniert, verfügen Spitzenmanager in ihren Sitzungen über ein übersichtliches, interaktives und dynamisches Medium, das schnelle Entscheidungen ideal unterstützt.

Schnelle Implementierung und Entlastung der IT

Rein funktional könnten Unternehmen diese neuen Anforderungen natürlich auch erfüllen, indem sie entsprechende zusätzliche On-Premise-Lösungen einführen. Der hybride Ansatz bringt dem gegenüber aber zahlreiche Vorteile mit sich. Das sind zum einen die generellen, vom Fachgebiet unabhängigen Vorzüge der Cloud. Lösungen aus der Cloud lassen sich erheblich schneller implementieren als ihre On-Premise-Pendants und stehen damit früher zur Verfügung. Die Anwenderunternehmen verfügen immer über die aktuellen Funktionalitäten, ohne sich selbst um Updates und Wartung kümmern zu müssen, was ihre IT-Abteilung erheblich entlastet. Betreibt der Cloud-Anbieter seine Lösungen in europäischen Rechenzentren, sind außerdem Datensicherheit und Datenschutz entsprechend gewährleistet; die umfassenden Vorkehrungen, die in Cloud-Rechenzentren innerhalb der EU von Gesetzes wegen getroffen werden müssen, kann ein Unternehmen bei einer On-Premise-Installation selbst nur mit hohen Kosten realisieren.

Skalierbarkeit kommt besonders zum Tragen

Zusätzlich zu den allgemeinen Vorteilen bietet die Cloud aber auch einige BI- und Analytics-spezifische Vorzüge. Dazu zählt allen voran ihre Skalierbarkeit, die dem Mittelstand und großen Unternehmen einen entscheidenden Vorteil bietet. Im BI- und Analytics-Umfeld geht es per se um große Datenmengen, die in aller Regel zusätzlich schnell anwachsen. Cloud-basierte Analytics-Lösungen ermöglichen es, die IT-Ressourcen nach Bedarf rasch und unkompliziert zu erweitern und eine gute Performance sicherzustellen. Eine eigene, langwierige und kostspielige Hardwarebeschaffung und -implementierung ist dafür nicht nötig. Das ist zusätzlich wichtig, weil sich für BI und Analytics der Einsatz von In-Memory-Technologie besonders empfiehlt. Da die Daten hierbei nicht auf Festplatten sondern im Arbeitsspeicher vorgehalten werden, lassen sie sich erheblich schneller analysieren und visualisieren. Allerdings ist Arbeitsspeicher etwas kostspieliger als Festplattenspeicher. Diese Differenz macht sich bei der Nutzung aus der Cloud allerdings deutlich weniger bemerkbar als bei einer On-Premise-Umgebung.

Last but not least fördert die Skalierbarkeit und Flexibilität der Cloud einen explorativen Umgang mit Daten. Neue Analytics-Services und -Werkzeuge lassen sich kurzfristig abonnieren, bei Bedarf auf sehr viele User erweitern, wenn nötig wieder auf wenige User herunterfahren oder ganz abbestellen. Das erlaubt es Unternehmen, etwa im Rahmen von Digitalisierungs-Initiativen, neue Dinge bei geringem Risiko „einfach mal auszuprobieren“ – und so vielleicht völlig neuartige und innovative Antworten auf ihre Herausforderungen zu finden.

Benedikt Bonnemann

Über den Autor: Benedikt Bonnmann ist Business Unit Manager Analytics und Mitglied im Management Board beim Digital-Business-Experten Arithnea sowie Lehrbeauftragter an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim.

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