SAP und Mittelstand passen zusammen

Wir sprachen mit dem cormeta-Vorstand Holger Behrens über die enormen Potenziale des SAP-Lösungsportfolios für mittelständische Anwender.

digitalbusiness CLOUD: Herr Behrens, wenn der Jahresumsatz um die fünfzig Millionen Euro beträgt, ist dann eine so umfangreiche Businesslösung wie diejenige von SAP tatsächlich erschwinglich? Kurz gesagt, SAP und Mittelstand – passt das zusammen?

Behrens: Ebenfalls kurz gesagt. Ja, SAP und Mittelstand, das passt zusammen. Wir haben zahlreiche mittelständische Unternehmen unter unseren Kunden, etwa den Bosch-Vertragsgroßhändler Lorch aus Albstadt, der unsere SAP-Business-All-in-One-Lösung Tradesprint eingeführt hat. Aus unserer Sicht ist bei solchen richtungsweisenden Software-Investitionen der Implementierungspartner entscheidend. Branchen-Know-how, Dialogbereitschaft und Mittelstandserfahrung sind hier extrem wichtig. Wir als SAP-Partner fokussieren seit über 15 Jahren konsequent die Branchen technischer Handel und Großhandel, Food, Pharma und Fashion. In diesem Branchen bieten wir jeweils maßgeschneiderte ERP-Systeme, wahlweise ergänzt um weitere Funktionalitäten, etwa zur Business-Analyse. 80 bis 85 Prozent unserer Lösung sind bereits mit den typischen Abläufen einer Branche vorkonfiguriert, was die Projektlaufzeit erheblich verkürzt.

digitalbusiness CLOUD: Können Sie das an einem Beispiel erläutern?

Behrens: Ganz konkret war beispielsweise der Bosch-Vertragsgroßhändler Lorch vor sieben Jahren zunächst skeptisch, als wir unsere Branchen-Software Tradesprint dort einführten. Lizenz- und Beraterkosten hielten sich jedoch in Grenzen: In nur acht Monaten war das Projekt abgeschlossen – von der Auswahl bis zum Go Live. Heute gehört Geschäftsführer Axel-Christof Schmid-Lorch zu den starken Befürwortern einer passgenauen Lösung auf Basis von SAP. In Orientierung an den Marktbedürfnissen „wächst“ die Software problemlos „mit“: Erweiterungen sind dank Skalierbarkeit jederzeit möglich. Bei Lorch haben wir neue Standorte samt Mitarbeiterschulung komplett in Eigenregie eingebunden, und der Großhändler konnte sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Nach einem Jahr Laufzeit hatte er bereits 35 Prozent der EDV-Kosten eingespart. Fazit: SAP als Mittelstandspaket, das lohnt sich. Die Ausbeute sind transparente Prozesse, wegfallende Redundanzen, automatisierte Abläufe. Angesichts Markt-, Wettbewerbs- und Kostendruck können sich mittelständische Unternehmen der internationalen Konkurrenz nicht versperren – trotz ihrer Stärke auf lokalen Märkten und bei der Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten.

„Mit der richtigen Integrationsmannschaft an Bord sind mittelständische Kunden mit SAP optimal beraten. Die SAP-Programme überzeugen rundum, weil sie alle Anforderungen abdecken.“ Holger Behrens, Vorstand der cormeta ag.

digitalbusiness CLOUD: Ihr Kunde Lorch hat positive Erfahrungen mit SAP und automatisierten Prozessen gemacht. Doch sind mittelständische Unternehmen tatsächlich so aufgeschlossen gegenüber Neuerungen, auch technologischen?

Behrens: Aber sicher – die IT- und Business-Entscheider im Mittelstand sehen selbst das Potenzial automatisierter IT-Prozesse. Unsicher sind sie nur bei Auswahl und Umsetzung. Dabei könnten sie gerade auf ihre Stärken setzen: Laut einem Mittelstandspanel des BDI, Bundesverband der deutschen Industrie e.V., bei dem über 1.000 repräsentative mittelständische Unternehmen quer durch die Branchen befragt wurden, sind Know-how-Transfer und Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette im Mittelstand ein wichtiger Wettbewerbsfaktor des Standorts Deutschland. Als regional gewachsene und eingebundene Unternehmen haben Mittelständler eine ganz solide Basis. Mit innovativer Technik können sie die eigene Performance sogar noch übertrumpfen. Gerade beim Know-how-Transfer, bei der Kommunikation allgemein sowie bei gemeinsamen und unternehmensspezifischen Prozessen zahlen sich durchdachte Investitionen aus.

digitalbusiness CLOUD: Gibt es genügend Potential für Sie?

Behrens: Laut Marktforschern und Beratern hat erst jedes vierte mittelständische Unternehmen mit der Ausrichtung der IT an die aktuellen Businessanforderungen begonnen. Wenn Zeit- und Kostengründe eine Rolle spielen, stehen wir als mittelständischer Integrations- und Softwarepartner sowie kompetente Berater zur Seite. Dies sage ich auch im Blick auf die strengeren Reporting-Pflichten der Banken im Zuge neuer Gesetzesvorschriften. Das EU-weit getroffene Basel-II-Abkommen ist seit Januar 2007 in Kraft. Seitdem müssen Finanz- und Kreditinstitute ihre Kreditnehmer genauer prüfen und nicht nur Zahlen der Vergangenheit, sondern auch Prognosen mit einbeziehen. Ab 2013 werden schrittweise weitere Regeln umgesetzt, Stichwort Basel III. Wer also seine Zahlen aufbereitet mittels Business-Analytics-Lösung vorlegt, hat bereits einen Vorteil gegenüber den Unternehmen, die nur lückenhafte Informationen liefern. Ganz abgesehen von der eigenen Businessstrategie – eine durchdachte IT-Unterstützung lohnt sich in jeder Hinsicht. Auch in Kreditwesen und Finanz-Reporting ist cormeta übrigens ein kompetenter Softwarepartner.

digitalbusiness CLOUD:  Und wie unterstützen Sie dabei Ihre Kunden?

Behrens: Mit effizienten Tools für das Kredit- und Risikomanagement. Unser Produktportfolio umfasst neben der Komplett-Business-Palette ein umfangreiches Credit-Management-Programm (CM-Tools) als Add-ons für die SAP-Business-Software. Unsere ausgereiften Add-on-Features automatisieren die Debitorenqualifizierung über Wirtschaftsauskunfteien, das Management von Kreditversicherungen, die Verwaltung verkaufter Forderungen, die Inkasso-Abwicklung sowie das Risikomanagement. Wir richten die Finanzmodule am gesetzlichen Bedarf aus und wissen, worauf es den Banken ankommt.

Tempo und Performance: SAP-Programme überzeugen den Mittelstand, wenn sie von qualifizierten Partnern adaptiert und implementiert werden. Das Bild zeigt das cormeta-Team beim J.P.Morgan-Firmenlauf in Frankfurt im Juni 2012

digitalbusiness CLOUD: Herr Behrens, mobile Devices und der flächendeckende Webzugang haben die Welt schneller und mobiler gemacht. Auch SAP wirbt mit Mobile Business. Braucht die mittelständische Wirtschaft eine mobile IT-Strategie?

Behrens: Selbstverständlich, denn wie jedes Großunternehmen sollten sich auch mittelständische Firmen diese Chance auf keinen Fall  entgehen lassen. Wir empfehlen mit gutem Gewissen, Zeit- und Effizienzvorteile durch mobile Anwendungen bewusst, selektiv und gezielt auszunutzen. Ein lohnendes Mobilmodul ist beispielsweise die SAP-Lokalisierungs-App via Google Maps. Dieser Infoprofi kann mehr als Routenplanung. Per Zugriff auf die Kundendaten weist er dem Außendienstmitarbeiter den Weg zu genau dem Kunden, dessen Firmensitz am nächsten liegt. Gleichzeitig kann die App als „mobiles CRM“ die Kundenhistorie, offene Posten, anstehende Aufträge und Retouren anzeigen. Da die Verbreitung von Smartphones und Tablets  weiter steigen wird, steuern wir unweigerlich auf derartige Gewohnheiten zu. Verbesserte Usability und zuverlässigere Netze haben die leistungsstarken Handy- und Notebook-Nachfolger alltags- und businesstauglich gemacht. Der Schulungsbedarf hält sich in Grenzen, denn mit den selbsterklärenden Werkzeugen kann jeder leicht umgehen.

digitalbusiness CLOUD: Der Vertrieb ist für mobiles Arbeiten prädestiniert. Doch gibt es weitere mittelstandstaugliche Mobile-Business-Anwendungen?

Behrens: Durchaus, ich denke nur an die smarten SAP-Apps, mit denen mobile Mitarbeiter über den BusinessObjects Explorer direkt auf die Unternehmenssoftware zugreifen. Die schlanke Umsetzung für den Mittelstand haben wir als langjähriger SAP-Partner beispielsweise bereits geschaffen. Dank fundierter Markt- und Branchenkompetenz ist uns einmal mehr eine individuelle alltagstaugliche Lösung gelungen – diesmal als elegante Businessanbindung für unterwegs. So hat die cormeta AG in ihren Branchen das gesamte Warenwirtschaftssystem mobil gemacht – von der Auftragsabwicklung über die Lagerverwaltung bis hin zu Finanzbuchhaltung und Kundenmanagement. Unsere branchenspezifischen SAP-Business-All-in-One-Lösungen Food-, Pharma-, Fashion- und Tradesprint liefern jetzt Daten in Echtzeit mobil auf Smartphone und Tablet. Natürlich mit dem entsprechenden Customizing für die fixen Alltagsbegleiter. Unterstützt werden dabei Apple- und Android-Geräte. Wer die schicken Businesshelfer mit der SAP Administrationskonsole Afaria zentral verwaltet, ist zudem auf der sicheren Seite. Afaria pflegt Nutzerverwaltung, Softwareschlüssel und Updates sowie die Gerätesicherheit zentral und übersichtlich von remote.

digitalbusiness CLOUD: Wie kann mobiles SAP-Business weiter im Mittelstand aussehen?

Behrens: Mobiler Mittelstand mit SAP, das heißt: Erster Schritt, der Mitarbeiter lädt die benötigte Bestell- oder Liefer-App auf sein digitales Mini. Zweiter Schritt, als Vertriebsmitarbeiter bestellt er die Ware ad hoc im Verkaufsgespräch. Oder er ordert als Servicetechniker noch während der Wartung die nötigen Ersatzteile. Dank Anbindung ans ERP-System hat der Innendienst die Information in Echtzeit vor Augen und kann sofort mit der Bearbeitung loslegen. Oder nehmen wir unsere Fashion-Kunden: In Sekundenschnelle holt sich deren Außendienst die Zahlen seiner Verkaufsflächen aufs Tablet und bestellt die begehrtesten Moderenner mit wenigen Klicks nach. Der Auftrag geht automatisch weiter ans SAP-System, das Lagerbestand und Verfügbarkeit prüft, sowie den Lieferauftrag generiert. Je nach Unternehmen kommen mobile Apps auch für den Einsatz auf dem Firmengelände in Frage, im Wareneingang oder Lager.

Den größten Nutzen aber haben vermutlich die Sales-Mannschaft, der Service-Mitarbeiter und Führungskräfte. Für sie sind auch die lukrativen Auswertungstools (BI-Werkzeuge: Business Intellligence-Werkzeuge) von SAP eine Option. Über den „SAP Business Objects Explorer“ lässt sich auf „Business Objects Web-Intelligence“ jetzt mobil zugreifen. Auch die mobilen BI-Tools hat cormeta gewohnt praxistauglich mittelstandgerecht konfiguriert. Solche Tools „holen“ sich die gewünschten Daten in Echtzeit aus den verschiedenen SAP-Systemen, bei Einsatz der In-Memory-Technik SAP HANA in extrem kurzer Zeit. Das Ergebnis sind optisch aufbereitete Übersichten, Charts und Diagramme. Sie veranschaulichen vergangene Entwicklungen, Trends und Tendenzen. Ob es um die Entwicklung der Abverkaufszahlen in den Markenstores der Modehersteller geht, um die Umsatzquote pro Kunde oder die Abschlussquote von Außendienstmitarbeitern, gemeinsam ist allen Reports die Ad-hoc-Verbindung zu den Daten im ERP- beziehungsweise CRM-System. Mit derart tüchtigen SAP-Instrumenten gewinnen nicht nur Umsatzriesen, auch und gerade der Mittelstand kann hier seine Ressourcen schlagkräftig und gezielt nutzen.

digitalbusiness CLOUD: Herr Behrens, wir bedanken uns für das Gespräch.

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