Rechenzentrum: Wie Krisenmanager den Datenverkehr aufrechterhalten

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Rechenzentrum: Wie Krisenmanager den Datenverkehr aufrechterhalten

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Das Datenvolumen in Zeiten von Corona-Krise und Homeoffice ist gestiegen. Wie gut funktioniert derzeit die IT-Infrastruktur rund um den Globus und wie stark sind die IT-Umgebungen miteinander vernetzt sind? Eine virtuelle Reise zu den Rechenzentren von Comarch.
Rechenzentrum Comarch

Acht Uhr morgens am Münchner Flughafen. Fast menschenleere Terminals geben ein Gefühl davon, wie stark das Reisen zwischen Ländern heute zum Erliegen gekommen ist. Für Daten im Rechenzentrum galten Beschränkungen wie zu Lockdown-Zeiten nicht. Sie werden in Zeiten von Homeoffice mehr denn je transferiert, sodass sogar Streaming-Giganten wie Netflix sich zu einer Drosselung ihrer Übertragungsraten bereit erklärten.

Es ist auch kein Computervirus, der derzeit IT-Leiter vor große Herausforderungen stellt und diese über Nacht zu wichtigen Krisenmanagern in den Unternehmen gemacht hat. Wie gut IT-Landschaften rund um den Globus funktionieren und wie stark die Infrastrukturen vernetzt sind, erkunden wir auf einer virtuellen Reise. Starten wir unsere Europareise rund um die Welt der Data Center in Deutschland.

Rechenzentrum mit Tier-3-Standard in Dresden

Um eine hohe Ausfallsicherheit zu erreichen, gibt es verschiedene Ansätze: Einige der Kunden von Comarch betreiben ein eigenes Rechenzentrum und beziehen im Rahmen von IT-Outsourcing nur IT-Spezialisten, die dann vor Ort die Systeme unterhalten und warten. Der Hersteller Ebro Armaturen zum Beispiel ist einen anderen Weg gegangen und nutzt das Rechenzentrum von Comarch in Dresden. Aufgrund seiner globalen Ausrichtung und seines beträchtlichen weltweiten Wachstums hat das Unternehmen sich für eine Aufstockung der bislang bezogenen Leistungen sowie für eine Verbesserung der Sicherheit und Verlässlichkeit der Systemarchitektur und eine Migration in das zu diesem Zeitpunkt noch neue Comarch Data Center in Dresden entschieden.

Nur drei Monate nach dem ersten Kick-Off-Meeting fand bereits die Produktivsetzung der neuen Infrastruktur im Dresdner Rechenzentrum statt. Zudem wurde eine mehrschichtige IT-Infrastruktur entwickelt, die eine jährliche Verfügbarkeitsrate von über 99,8 Prozent sicherstellen und zusätzlich zu 250 bestehenden Usern knappe 100 weitere Geschäftsbenutzer unterstützen sollte. In diesem Data Center werden außerdem namhafte Comarch-ICT-Kunden aus Deutschland wie Idealo, Metro, Esselte, E-Plus, Schnellecke, Silkes Weinkeller von Burda Direct betreut und alle Daten gehostet.

Rechenzentrum Comarch
Das Data Center von Comarch in Dresden bietet folgende technische Spezifikationen: USV-Redundanz: 2(N+1), Infrastrukturredundanz: 2N, Stromgeneratoren: N+1, Kühlungsredundanz: N+1. (Bild: Stefan Schmitt/Comarch)

Nearshoring in Westeuropa beliebt

Auch in der Hauptstadt Berlin greift Comarch auf die Kapazitäten eines Tier-3-Rechenzentrums zurück, in diesem Fall ist es ein Partner-Data-Center. Es bietet die folgenden technischen Spezifikationen: Kühlungsredundanz: N+1, USV-Redundanz: N+1, Zertifikate: ISO27001:2013 und ISO50001.

Mit den Kapazitäten von zwei Rechenzentren in Deutschland können alle Daten aus Kundenprojekten vor Ort gespeichert werden. Wie wichtig dies für Unternehmen hierzulande ist, zeigt ein aktuelles Whitepaper von IDC und Comarch. Man ging der Fragestellung nach, wie verbreitet Onshoring und Offshoring sind – und stieß auf ein deutliches Ergebnis: Jede dritte Firma aus Westeuropa lagert die IT-Infrastruktur im eigenen Land aus.

Neues Rechenzentrum in Lille

Auch französische Unternehmen schätzen es, wenn sie ihre Daten vor Ort im eigenen Land gesichert wissen. Das Rechenzentrum mit einer Fläche von 840 qm befindet sich in Lezennes bei Lille, dem Standort von Comarch in Frankreich. So wird ermöglicht, dass Projekte für derzeitige und zukünftige Kunden vor Ort in Frankreich gehostet werden. Das Rechenzentrum wird unter anderem Projekte im Bereich Einzelhandel, CRM oder EDI hosten und Cloud-Angebote unterstützen.

Zu den betreuten Kunden zählt unter anderem die familiengeführte Einzelhandelskette Auchan Retail, die heute weltweit tätig ist. Mit einem Umsatz von 51,2 Mrd. Euro nutzt die Gruppe alle Formate des Lebensmittelhandels: von Hypermarkt und Onlineshop über Drive-in und Supermarkt bis zum Convenience Store. Aktuell findet sich Auchan Retail auf den vorderen Plätzen der weltgrößten Lebensmittelhändler.

Auf die Leistungen des Data Centers greift auch Les Néréides zurück. Das Unternehmen hat sein Geschäft hin zu einem Omnichannel-Vertrieb mit unterschiedlichen Abrechnungsverfahren für die verschiedenen Vertriebskanäle (E-Commerce, POS) und Zahlungsarten (PayPal) ausgebaut. Gehostet wird diese Gesamtlösung als SaaS-Modell im Comarch-Rechenzentrum in Lille. Das Rechenzentrum in Lille im Tier-3-Standard war zum Zeitpunkt der Entstehung das fünftgrößte im Netzwerk von Comarch und seinen Partnern.

Rechenzentrum Comarch
Das Comarch Data Center in Lille in Frankreich bietet folgende technische Spezifikationen: USV-Redundanz: 2N, Infrastrukturredundanz: 2N, Stromgeneratoren: N+1, Kühlungsredundanz: N+1. (Bild: Comarch)

Der Bau des Data Centers im Schnelldurchlauf und Rundgang.

Auf dem Comarch Campus in Krakau in Polen ist das größte Data Center der Firmengruppe angesiedelt. Technische Spezifikationen. USV-Redundanz: 2(N+1), Infrastrukturredundanz: 2N, Stromgeneratoren: N+1, Kühlungsredundanz: N+1.

Darauf sollten Unternehmen bei der Auswahl eines Providers achten

Gerade wenn es um Daten geht, den Rohstoff des 21. Jahrhunderts, den mit DSGVO und Co auch die Politik für sich entdeckt hat, wird die Frage zur Auswahl eines Data-Center-Betreibers auch eine politische. Deutschland, China, Russland oder USA, wohin würden Sie gehen? Die DSGVO-Konformität eines Data-Center-Anbieters ist ein wichtiges rechtliches Fundament für die Zusammenarbeit. Die rechtliche Kompatibilität wird von Kunden jedoch vorausgesetzt und stellt eher weniger ein Thema dar als Datensicherheit. So wird es immer wichtiger, dass die Daten und Systeme geografisch verteilt sind, um Disaster-Recovery-Services zu ermöglichen, was zum Beispiel innerhalb Deutschlands mit verschiedenen Data-Center-Standorten gelöst werden kann.

Preis-Leistungsverhältnis im Sinne der Wirtschaftlichkeit

Einen weiteren wichtigen Aspekt stellt der Preis dar. Ein angemessenes Preis-Leistungsverhältnis ist allein schon im Sinne der Qualitätskontrolle und der Wirtschaftlichkeit genau abzuklären. Mit dem billigsten Anbieter mag sich mancher am besten beraten wähnen und glauben, das Höchstmaß an Effizienz und Outsourcing erreicht zu haben. An der Qualität sollte aber im Falle von Cloud Services nicht gespart werden. A und O ist eine performante Infrastruktur, hier merkt man als Kunde sehr schnell, auf welche Technologie-Grundlage man zurückgreift. Comarch ist mit seinen Angeboten billiger als große Anbieter, aber nicht der billigste von allen Anbietern, weil Qualität eben wichtig für einen störungsfreien Betrieb ist.

Deshalb umfasst das Angebot von Comarch bewährte Hardware wie Intel-Prozessoren. Qualität ist wichtig, doch nur für einen großen Namen viel Geld auf den Tisch zu legen, widerspricht dem Grundgedanken der Effizienzsteigerung. Zudem steigt mit Bekanntheit und Größe des Anbieters, die Gefahr, nur eine von vielen Nummern zu sein. Deshalb empfiehlt sich ein Anbieter, der „big enough to deliver“ und gleichzeitig „small enough to care“ ist. Mittelgroße Anbieter bieten hier den Vorteil, ihren Kunden individuelle Wünsche zu erfüllen und das jeweilige Projekt anzupassen oder maßzuschneidern. Und gleichermaßen wird auch der vielfach geäußerte Wunsch nach günstigen Preisen erfüllt.

Ist ein Rechenzentrum in Deutschland oder im Ausland zu empfehlen?

Mit dem Standort in Deutschland ist das Comarch Data Center den strengen rechtlichen Anforderungen von Bundes- und EU-Recht unterworfen. Europäische Datenschutzrichtlinien und nationale Gesetze stellen weltweit eines der höchsten Schutzniveaus für private Daten sicher. Zurecht verlangen die Endverbraucher die Sicherstellung dieses Niveaus. Speicherorte von Vertragspartnern außerhalb der Europäischen Union, etwa in den Vereinigten Staaten, können diese Richtlinien und Gesetze verletzen, da sie von den gesetzlichen Vorschriften her nicht verpflichtet sind, diese einzuhalten.

Umgekehrt bieten europäische Konzerne in den Vereinigten Staaten Speicherorte für private Daten nach Europäischen Datenschutzgesetzen und Richtlinien an. Laut DSGVO sind zwar alle Anbieter von Dienstleistungen dieser EU-Regelung unterworfen, jedoch ist eine Sicherstellung vor Ort auf der anderen Seite des Kontinents nicht ohne weiteres möglich. Daher ist es immer empfehlenswert, einen europäischen Konzern bei der Auswahl des Cloud Anbieters in Betracht zu ziehen, idealerweise, wenn er einen Speicherort innerhalb der EU anbietet. Darüber hinaus sollte der Anbieter vertraglich darauf verpflichtet werden, die EU-Richtlinien anzuwenden, insbesondere dann, wenn der Speicherort außerhalb des EU-Gebiets liegt.

Gerade bei US-amerikanischen Anbietern müssen Kunden einen wichtigen Aspekt beachten: Der „US CLOUD Act“ steht der EU-DSGVO gegensätzlich gegenüber. CLOUD steht übrigens als Abkürzung für „Clarifying Lawful Overseas Use of Data“. Betreiben US-Firmen eigene Rechenzentren in Deutschland oder im Rechtsraum der EU, so sind sie seit März 2018 durch dieses Gesetz zur Kooperation mit US-Ermittlungsbehörden verpflichtet. Auf Nummer sicher können deutsche Unternehmen also nur gehen, wählen sie einen deutschen oder europäischen Data-Center-Anbieter.

Nearshoring oder Offshoring beim Rechenzentrum

Klare Vorteile sind die kurze Antwort- bzw. Latenzzeiten zu und von den gehosteten Systemen. Das ist besonders wichtig, wenn der Kunde Datenbanksysteme betreibt oder sich eine synchrone Spiegelung der Daten wünscht. Für Unternehmen, die besonders sensible Daten auslagern möchten, wird es organisatorisch und im Falle des Falles auch rechtlich einfacher, wenn die Daten in Deutschland bleiben. Je nachdem, ob man die Systeme selbst verwaltet oder die Verwaltung dem Datacenter-Anbieter überlässt, wird die ganze Zusammenarbeit im Alltag natürlich auch einfacher werden, wenn das Personal deutschsprachig ist und in der gleichen Zeitzone arbeitet.

Ein Hosting im Ausland, welches Comarch aufgrund der Internationalität des Konzerns natürlich auch im Portfolio bereitstellt, könnte sich aus anderen Gründen anbieten. Vor allem könnte es viel günstiger sein, wenn man ein Land mit niedrigen Stundensätzen und Stromkosten wählt. Hier sind immer zwei Konzepte zu evaluieren: Nearshoring (z.B. Polen) oder Offshoring (z.B. China, USA, welches wir jedoch aus oben ausgeführten Gründen nicht empfehlen).

Wie denken Unternehmen in Westeuropa darüber? Mehr dazu finden Sie in dem Whitepaper „Outsourcing: Da gibt es nichts zu überlegen“ von IDC und Comarch.

Lesen sie auch: IT-Outsourcing: Wie die Methode vor pandemiebedingter Rezession schützt

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