Procurement: Einkäufer und Zulieferer stehen in der Pandemie unter Druck

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Procurement: Einkäufer und Zulieferer stehen in der Pandemie unter Druck

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Wie sehr die Covid-19-Pandemie die globalen Lieferketten im vergangenen Jahr unter Druck gesetzt hat, zeigt der aktuelle „Chief Procurement Officer (CPO) Survey“ von Deloitte. Mehr als die Hälfe der befragten CPOs berichtet, dass Zulieferer insolvent wurden oder erheblich beeinträchtigt waren.
Procurement Beschaffungsprozesse

Quelle: Artur Szczybylo/shutterstock

  • Laut einer aktuellen Umfrage von Deloitte erlebte mehr als jeder zweite Chief Procurement Officer (CPO) weltweit im vergangenen Jahr Insolvenzen seiner Zulieferer.
  • Unternehmen setzen Technologien wie Blockchain zur Stabilisierung der Lieferketten derzeit nur vereinzelt ein.
  • Kostenreduktion bleibt für CPOs in Deutschland wichtiger als in anderen Ländern.

56 Prozent der weltweit über 400 von Deloitte befragten Chief Procurement Officer in 40 Ländern, darunter auch Deutschland, hat 2020 erlebt, dass entscheidende Zulieferbetriebe insolvent wurden oder in ihrem Geschäft erheblich beeinträchtigt waren. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) stellte fest, dass Lieferanten die operativen Anforderungen bei weiter steigendem Kostendruck nicht erfüllen können. Zudem mussten 32 Prozent der Befragten infolge von Ausfällen in der Lieferkette Umsatzverluste im eigenen Unternehmen hinnehmen.

Die Folgen der Pandemie, Konjunkturrisiken und – insbesondere in Deutschland – neue regulatorische Anforderungen wie das geplante Lieferkettengesetz werden sich weiterhin auswirken. Das spiegelt sich auch in den Sorgen der CPOs wider. Wirtschaftlicher Abschwung und Deflation gehören für 67 Prozent der Befragten in Deutschland zu den größten Risiken für das eigene Unternehmen. Außerdem nennen die Befragten die unzureichende Resilienz der Zulieferbetriebe (42 Prozent) und die weiteren Auswirkungen der Pandemie (40 Prozent). 39 Prozent nennen interne Herausforderungen wie die Komplexität des eigenen Unternehmens.

Die Rolle des Chief Procurement Officers im Wandel

„Der Einkauf wurde in der Vergangenheit vielfach auf das Ziel reduziert, mehr Produkte und Services für weniger Geld zu beschaffen“, erklärt David Heider, Director Supply Management und Digital Procurement bei Deloitte. Für ihn stehen CPOs heute vor mehr Herausforderungen, die zudem deutlich komplexer geworden sind: „Operative Effizienz und effektive Prozesse haben höchste Bedeutung. Ähnlich wichtig ist es vielen CPOs, die schnelle Marktreife ihrer Produkte zu unterstützen sowie eine Basis für Innovationen zu schaffen. Daneben bleibt ein hohes Kostenbewusstsein weiter relevant, vor allem in Deutschland.“

Die Rolle des Chief Procurement Officers befindet sich weltweit in einem tiefgreifenden Wandel. Zum ersten Mal seit dem 10-jährigen Bestehen des „Chief Procurement Officer Survey“ von Deloitte ist Kostenreduktion nicht mehr das wichtigste Thema für die befragten CPOs. Dieses klassische Ziel der Beschaffung liegt nun weltweit auf Platz zwei der Prioritätenliste. Es wurde verdrängt von dem neuen Fokus auf operative Effizienz.

Mit einem Wert von 77,97 auf der Likert-Skala (benannt nach dem US-amerikanischen Sozialwissenschaftler Rensis Likert) hat Effizienz die höchste Bedeutung für die Befragten und schafft aus dem Stand den Sprung auf Platz Eins der CPO-Prioritätenliste. Ein anderes Bild zeigt sich in Deutschland: Für die CPOs hierzulande hat die Kostenreduktion nach wie vor die höchste Bedeutung mit einem Wert von 69,44 auf der Likert-Skala.

Unternehmerische und soziale Verantwortung wird wichtiger

Auch der Fokus auf digitale Transformation ist bei den Befragten in Deutschland weniger ausgeprägt (62,16) als im weltweiten Vergleich (76,06). Die Zustimmung zu diesem Punkt ist bei den CPOs weltweit deutlich höher als bei der Befragung des CPO Survey 2019 (63,41). Mit einem Zuwachs von 55,23 (2019) auf 67,55 (2021) hat die Corporate Social Responsibility ebenfalls an Bedeutung gewonnen.

Die große Aufmerksamkeit für den digitalen Wandel hat jedoch auch im weltweiten Vergleich bislang nicht zum vermehrten Einsatz neuer digitaler Technologien geführt. Analyse- und Visualisierungs-Tools, die zum Beispiel das Vertragsmanagement erheblich verbessern, haben nur 15 Prozent der technologischen Vorreiter vollständig eingesetzt. Blockchain-Technologien mit ihrer besonderen Bedeutung für die Stabilisierung und Transparenz der Lieferketten setzen lediglich acht Prozent umfassend ein. „CPOs sind gut beraten hier nachzubessern. Denn die Digitalisierung zahlt sich aus wie die Agilsten der Einkaufsorganisationen zeigen“, ist Heider überzeugt.

Deloitte ist ein Dienstleister in den Bereichen Audit und Assurance, Risk Advisory, Steuerberatung, Financial Advisory und Consulting und weitere Dienstleistungen. Die Rechtsberatung erbringt in Deutschland Deloitte Legal. Das Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften und verbundenen Unternehmen in mehr als 150 Ländern erbringt Leistungen für vier von fünf Fortune-Global-500-Unternehmen. (sg)

Lesen Sie auch: Beschaffungsprozesse – derzeit geprägt von ungenutztem Potenzial und Corona-Krise

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