Mammutaufgabe Wissensmanagement

Wenn wir wüssten, was wir wissen...

Vater Karl Heinz und Sohn Nils Mosbach, Inhaber der ELO Digital Office GmbH, diskutieren im Doppelinterview über neue Potenziale und Perspektiven im Wissensmanagement – und wie sie optimal genutzt werden können.

Digital Business Cloud Magazincover 05-2021
DIGITAL BUSINESS CLOUD 05/2021

DIGITAL BUSINESS CLOUD 05/2021

Liebe Leserin, lieber Leser

 

Eins muss man der Telekom lassen: Sie versteht
inzwischen, wie man Menschen begeistern kann. Aktuellstes Beispiel ist die jüngste DigitalX in Köln. Auf fünf Bühnen und in mehr als 100 Locations wurde auf rund zwei Millionen Quadratmetern Digitalisierung geboten. Rund um die Auftritte von fast 300 internationalen Top-Redner*innen – darunter Arnold Schwarzen­egger, Prof. Dr. Sabina Jeschke, Ranga Yogeshwar, Timotheus Höttges und Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin – präsentierten 300 Start-Ups und Unternehmen ihre digitalen Lösungen: vom autonom fahrenden Stadt-Shuttle über eine Solarlösung zum Laden von E-Autos im Internet der Dinge (IoT) bis zum 3D-Scanner für die Erstellung von Avataren.

Dabei hatte Telekom-CEO Timotheus Höttges bei der Auftaktveranstaltung noch reinen, aber bitteren Wein serviert. Anhand der Marktkapitalisierung von US-Firmen von Amazon bis Alphabet, die in die Billionen geht, zeigte er die Juniorrolle der europäischen Digitalindustrie auf und benutzte, wie sollte es anders sein, das Bild von David gegen Goliath. So ist zudem in der weltweiten Halbleitertechnologie kein deutsches Unternehmen unter den Top 10. Die Telko-Infrastruktur in den USA legt zu, während Deutschland Milliarden an Marktkapitalisierung verliert. 92 Prozent der Daten aus deutschen Unternehmen liegen auf Computern in den USA.

 

Und bei den erfolgreichen Innovationen sieht es kaum besser aus: Nur acht Prozent der Unicorns kommen aus Europa. „Wie soll da etwas geschaffen werden?“ fragte Höttges in leicht frustriertem Unterton. Um hier aufzuholen und Europa besser zu machen, müsse viel mehr über Inhalte und Programme gespro­chen werden. „Man muss sich konfrontieren mit den brutalen Fakten, sonst kann man nichts bewegen“, sagte er noch. Eine dazu passende Realität präsentierte anschließend Hagen Rickmann, verantwortlich für den Geschäftskundenbereich der Telekom in Deutschland und Schirmherr von Europas größter Digital-Offensive, den anwesenden Journalisten. Der Digitalisierungs-Index der Telekom zeige, dass die Zahl der Unternehmen, die zu 70 Prozent digitalisiert haben, seit einem Jahr nur um zwei Prozent angestiegen sei, dem vermeintlichen Pandemie-Turbo zum Trotz.

 

„Wir sind zwar stark aufgestellt, aber es wird alles nicht in der Geschwindigkeit wahrgenommen, wie wir das in anderen Ländern sehen“, attestierte er und schob eine beunruhigende Bemerkung nach: „Das liegt nicht nur am Geld, sondern auch am Mindset.“ Ein Signal für das noch geringe Digitalisierungswissen sei die geringe Nutzung aktueller Fördermittel. 50 Milliarden Euro sind im Konjunkturprogramm der Bundesregierung für die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft vorgesehen. Daraus sind nach rund anderthalb Jahren erst 15 Prozent abgerufen. Die Telekom unterstützt daher jetzt kleine und mittelständische Unternehmen dabei, einen besseren Zugriff auf die Fördertöpfe zu erhalten.
„Gestalten wir die Zukunft mit oder werden wir gestaltet?“ hatte Tim Höttges noch gefragt. Use Cases für die Gestaltung der Zukunft gab es dann auf der Digital X reichlich zu begutachten. Denn die Veranstaltung war, bei bestem Spätsommer-Wetter, eine wundervolle Begegnungsstätte für alle, die Inspiration bei der eigenen digitalen Transformation suchen. Vergleichbare Inspirationen finden Sie auch in den Beiträgen der Experten und Expertinnen dieser Ausgabe, die ich Ihnen hiermit ans Herz lege.

 

Ihr
Heiner Sieger, Chefredakteur
DIGITAL BUSINESS CLOUD
hsi@win-verlag.de

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