Die Zukunft der KI

Weniger Mysterium, mehr Klarheit

Der Entwicklungssprung im Bereich der generativen KI sorgt dafür, dass immer mehr Unternehmen eigene Anwendungsfälle entwickeln möchten. Um den hohen Anforderungen an die IT-Infrastrukturen gerecht zu werden, führt kein Weg an der Cloud vorbei. Die damit einhergehende Transformation erfordert von Unternehmen nicht nur technologische Fähigkeiten, sondern auch neue Denkansätze.

DIGITAL BUSINESS CLOUD 01/2024

DIGITAL BUSINESS CLOUD 01/2024

Liebe Leserin, lieber Leser
KI stellt für Unternehmen eines der herausfordernden Themen des noch jungen Jahres 2024 dar. Die Szenarien für deren Einsatz sind vielfältig. Eines wird jetzt schon absehbar. Es wird nicht so sein, dass KI den Menschen komplett ersetzt. Aber es dürfte so kommen, dass Mitarbeiter, die mit KI nicht umgehen
können, sehr schnell ersetzt werden durch Kollegen, die den Umgang mit KI beherrschen. In diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse einer Studie spannend, die unsere Redaktion vor wenigen Tagen erreichte: Um die Rolle von Führungskräften bei
der Transformation im Bereich künstlicher Intelligenz zu analysieren, haben Kearney und Egon Zehnder weltweit mehr als 100 Führungskräfte unterschiedlicher Industrien befragt. Die Analyse „AI in Leadership“ zeigt, wie sie die zukünftigen Auswirkungen von KI auf ihre Organisationen einschätzen – und wie gut sie sich darauf vorbereitet fühlen. Die Einstellung zu KI
ist grundsätzlich positiv: 90 Prozent sehen mehr Chancen als Risiken. So weit noch erwartbar.
Aber dass 70 Prozent der Führungskräfte gravierende Umbrüche im Unternehmen erwarten, aber keine großen Veränderungen für ihre eigene Rolle sehen, stimmt bedenklich. Dazu passt: Nur 41 Prozent
glauben, dass sie über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um anstehende Umbrüche zu bewältigen. 86 Prozent der Befragten denken, eine KI-Strategie sei essentiell, reiche aber noch lange nicht. Man
darf gespannt sein, ob diese Führungskräfte erkennen, dass und wie ihre eigene Rolle sich in absehbarer
Zeit dank KI ändert.
Vielleicht liegt diese Einschätzung auch daran,
dass für Viele die künstliche Intelligenz noch immer ein Mysterium darstellt. Mit der aktuellen Ausgabe versuchen wir, hier mehr Licht ins Dunkle zu bringen und mögliche künftige Entwicklungen aufzuzeigen. Eine Erkenntnis dabei: Wer „KI“ sagt, muss auch „Cloud“ sagen. Denn der Entwicklungssprung im Bereich der generativen KI sorgt dafür, dass immer mehr Unternehmen eigene Anwendungsfälle entwickeln möchten. Um den hohen Anforderungen an die IT-Infrastrukturen gerecht zu werden, führt kein Weg an der Cloud vorbei. Die damit einhergehende Transformation erfordert von Unternehmen
allerdings nicht nur technologische Fähigkeiten,
sondern auch neue Denkansätze.

Mehr Klarheit, weniger Mysterium ermöglicht der Forschungsbereich Explainable AI (XAI). Er untersucht, wie generative KI zu ihren Ergebnissen kommt. Und wie sich Entscheidungsprozesse von ChatGPT & Co. für die Nutzer nachvollziehbar machen lassen?
XAI kann dazu beitragen, die Erklärbarkeit und Vertrauenswürdigkeit großer Sprachmodelle zu verbessern und damit auch deren Rechtskonformität
zu optimieren. Und natürlich ist da noch der anstehende und heftig diskutierte AI Act der Europäischen Union. Unser Experte Florian Lauck-Wunderlich, Head of AI bei Pegasystems zeigt auf, wie Unternehmen sich schon jetzt darauf vorbereiten sollten.
Natürlich haben wir wie immer noch viele weitere aktuelle Technologiethemen für Sie in der Ausgabe. •
Lassen Sie sich inspirieren und bleiben Sie gesund.

Ihr
Heiner Sieger, Chefredakteur

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