08 2012

digitalbusiness CLOUD 2012/08

Was für ein Schlagzeile: Europas Hightech-Industrie wird irrelevant! So lautet jedenfalls das überraschende Ergebnis einer neuen Studie des Beratungshauses A.T. Kearney. Demnach würde die Hightech-Industrie in Europa in allen wichtigen Bereichen rückläufige Zahlen verzeichnen. Aktuell würden europäische Unternehmen weniger als zehn Prozent zu den globalen Umsätzen für Informations- und Kommunikationstechnologien der weltweit führenden 100 Hightech-Unternehmen besteuern. A.T. Kearney untersuchte hierbei die Segmente IT-Dienstleistungen, IT-Hardware, Computer und Notebooks, Software, Telekommunikations-Equipment, mobile Telefongeräte, Unterhaltungselektronik, Halbleitertechnologie und elektronische Bauelemente. Der Umsatz aller Segmente zusammengerechnet lag 2011 weltweit bei 2,8 Billionen US-Dollar, davon fielen 815 Milliarden US-Dollar auf IT-Dienstleistungen, 378 Milliarden auf die Unterhaltungselektronik, 317 Milliarden US-Dollar auf die Halbleitertechnologie und 297 Milliarden auf Software.

Als Spitzenreiter wurden die USA mit ihrer großen Innovationskraft und der asiatische Wirtschaftsraum mit seinen günstigen Produktionsstandorten ausgemacht. Damit einhergehend würden auch immer mehr Arbeitsplätze in der Branche in das nicht-europäische Ausland verlagert werden. Derzeit zählt die ICT-Branche mehr als drei Millionen Beschäftigte in Europa. Interessant ist auch ein Vergleich des durchschnittlichen Stundenlohns eines Mitarbeiters in der Produktion. In China lag dieser 2011 bei 2,11 US-Dollar, in Ost-Europa bei 8,04 US-Dollar und in West-Europa bei 40,25 US-Dollar. Zahlen, die für sich sprechen. Trüben sich die positiven Aussichten für good old Europe womöglich ein? Die Analysten betonen auch, dass die makroökonomische Bedeutung der europäischen Hightech-Industrie nicht zu unterschätzen sei. Gerade die – besonders hierzulande – wichtige Automobilindustrie und Maschinenbaubranche bedürften einer innovativen Hightech-Industrie. Stellt sich die Frage, welche Faktoren die europäische Hightech-Branche wieder in die Erfolgsspur führen können.
 
Auf dem diesjährigen Messeduo IT & Business und DMS Expo jedenfalls wird von dieser kritischen Einschätzung wenig zu spüren sein. Ganz im Gegenteil: Mittelständische IT-Anbieter wie oxaion, cubeware, Alos oder ELO sehen ihre Stärke ja gerade darin, den Mittelstand bedarfsorientiert bedienen zu können. Damit Sie sich ein besseres Bild von dem Messeduo machen können, haben wir ausgewählte Aussteller zu ihren Erwartungen an die beiden Messen und zu ihrer Bewertung aktueller Trends und Themen befragt (ab Seite 6).

Nicht weit entfernt davon ist unser Schwerpunktthema Enterprise Resource Planning (ERP) angesiedelt, dem wir mehrere Interviews, Expertenbeiträge sowie Anwenderberichte gewidmet haben. War dieses Segment bis dato eher konservativ geprägt, arbeiten nun zahlreiche Hersteller (auch) an flexiblen, Cloud-basierten ERP-Systemen. Und manche haben auch schon fertige Lösungen im Angebot wie oxaion und Microsoft oder bieten entsprechende Dienste an wie Dell Services. Eine gute Übersicht über aktuelle ERP-Lösungen erhalten Sie übrigens auf der schon erwähnten IT & Business.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen mit der neuen Ausgabe und erwarte gerne Ihre Meinungen und Anregungen, Ihr

Stefan Girschner
Leitender Redakteur
digitalbusiness CLOUD

Themenhighlights

Enterprise Resource Planning
Optimale Systeme für gute Geschäfte

Wie aus Big Data Big Business wird
Wie sich aus großen Datenmengen neue Geschäftsfelder entwickeln lassen

Enterprise Resource Planning und die Cloud
Kosteneinsparung und mehr Flexibilität bereiten den Weg für neue Cloud-Services-Plattformen

Mobiler Zugriff auf das Firmennetzwerk
Wie die Rudolf Wöhrl AG den externen Zugriff auf Unternehmensdaten absichert

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags