05 2014

digitalbusiness CLOUD 05/2014

Europa durfte in diesem Jahr mal wieder wählen: Wenngleich der von den Wahlforschern prophezeite Erdrutschsieg von antieuropäischen oder zumindest europaskeptischen Parteien am linken und rechten Rand ausgeblieben ist, konnten in einigen Ländern Parteien mit radikalen Positionen stark zulegen. Die gute Nachricht: Die Europabefürworter, bestehend aus den Fraktionen der Sozialdemokraten (S&D), der Europäischen Volkspartei (EVP) und einigen kleineren Parteien bilden weiterhin die große Mehrheit im Europaparlament.
Wie wichtig die europäische Integration auch für Cloud-Computing ist, zeigt die engagierte Arbeit des Ende 2009 gegründeten Verbands EuroCloud Deutschland_eco, der Teil des europäischen EuroCloud-Netzwerks ist. In unserem Titelinterview erklärt Direktor Andreas Weiss unter anderem, warum die Umsetzung einer europäischen Cloud-Strategie für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Europa so wichtig ist (ab Seite 6). Wie der NSA-Skandal zeigt, kann sich ein hoher Datenschutz zu einem wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil für Europa entwickeln.
Und so bewegt nach wie vor das Thema IT-Sicherheit Hersteller, Anwender, Berater und auch die Medien. Was vielleicht manch einer von Ihnen vermutete, hat kürzlich eine weltweite Umfrage von Dell Software zu Tage gebracht: In deutschen Unternehmen ist das Bewusstsein für IT-Sicherheit viel stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. Auch wenn nur 17 Prozent der Unternehmen in Deutschland der IT-Sicherheit in diesem Jahr die höchste Priorität einräumen, halten 69 Prozent der Befragten dieses Thema dauernd für wichtig. Im Gegenzug vertraten nur fünf Prozent die Ansicht, es gäbe Wichtigeres als IT-Sicherheit. Zum Vergleich: In den USA erklärten 22 Prozent der befragten Unternehmen, dass der IT-Sicherheit ständig eine besondere Priorität zukäme, während für 72 Prozent das Thema Security in diesem Jahr höchste Bedeutung hat.
Beim Thema Security und Datenschutz kommen auch die Mitarbeiter im Unternehmen ins Spiel, deren Rolle von Experten häufig als eine mögliche Schwachstelle bei betrieblichen Sicherheitskonzepten betrachtet wird. Als Vorbeugung sind insbesondere spezielle Schulungen wichtig. Wie jedoch eine aktuelle Umfrage von Deutschland sicher im Netz (DsiN) ergeben hat, führen nur 28 Prozent der Unternehmen regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter durch. Umso überraschender ist es, dass sich dieser Anteil seit 2011 nicht verändert hat, wenn man bedenkt, dass die Digitalisierung des Arbeitslebens in diesem Zeitraum merklich zugenommen hat. Entsprechend kritisch fällt das Fazit von Prof. Dieter Kempf, DsiN-Beiratsmitglied und Vorstandsvorsitzender der DATEV, aus: „Obwohl Sicherheitsfragen als wichtig empfunden werden, mangelt es an einer wirksamen Umsetzung in den Unternehmen. Es zeigt klar, dass wir mehr Engagement bei der Sensibilisierung zu IT-Sicherheit brauchen, um Schwachstellen in Unternehmen abzubauen.“
Die Umfrage des DsiN deckt aber auch unzureichende Maßnahmen der Firmen beim Datenschutz auf. So wurde bei den Sicherheitsvorkehrungen seit Beginn der Datenerhebung durch DsiN im Jahre 2011 ein Rückgang festgestellt. Für Michael Littger, Geschäftsführer von DsiN, ist vor allem die Datenverschlüsselung entscheidend: „Viele Defizite lassen sich schon durch mehr Sicherheitsbewusstsein abbauen. Hier sprechen wir auch über den richtigen Umgang mit der Verschlüsselung von sensiblen Daten.“  Außerdem müsse die Aufklärungsarbeit als zentraler Baustein für mehr IT-Sicherheit einen höheren Stellenwert erfahren, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik. Littger sieht die Aufklärung von Mitarbeitern als eine wesentliche Säule für IT-Schutz von Unternehmen. So sollten Mitarbeiter, die Dokumente mit sensiblen Inhalten per E-Mail versenden, diese auch stets verschlüsseln. Und nicht zuletzt muss auch die Übertragung der Daten in und aus den IT-Systemen abgesichert werden. Insbesondere die Integration von mobilen Geräten und Datenträgern spielt eine immer wichtigere Rolle. Wie sensible Dateien vor dem Zugriff geschützt werden können, wird übrigens in dem Fachbeitrag über das technische Konzept „Sealed Freeze“, erklärt (ab Seite 26).

Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und bei dem Vermehren von Erkenntnissen. Gerne erwarten wir wie immer auch Ihre Meinungen und Anregungen zu den Themen dieser Ausgabe, Ihr

Stefan Girschner
Leitender Redakteur
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