07 2011

digitalbusiness 2011/07

Das Schreckgespenst der Rezession geistert derzeit wieder durch die Medien: „Wirtschaftlicher Aufschwung gerät ins Stocken“, „Wachstumsschwäche treibt DAX ins Minus“ oder „Deutschlands Abschied vom Wirtschaftswunder“ lauten die Schlagzeilen der letzten Tage. Auslöser war eine Meldung des Statistischen Bundesamts. Demnach sei das BIP im zweiten Quartal um nur noch 0,1 Prozent gestiegen – nach 1,3 Prozent im ersten Quartal 2011. Verliert Deutschland als Konjunktur-Lokomotive Europas an Fahrt?
Der Arbeitsmarkt der IT-Branche boomt jedenfalls nach wie vor, wie jetzt der BITKOM meldete. So nahm die Zahl der Beschäftigten im vergangenen Jahr auf fast 850.000 zu, in diesem Jahr sollen weitere 10.000 dazukommen. Und so konnte BITKOM-Präsident Professor Dieter Kempf stolz verkünden: „Die BITKOM-Branche baut ihre Position als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber kurz hinter dem Maschinenbau aus.“ Die leicht rückläufige Entwicklung bei Telekommunikation und Hardware-Produktion wird durch die Bereiche Software und IT-Services mehr als wettgemacht. Und: Nach einer Studie des BITKOM sind derzeit rund 29.000 Stellen für Informatiker in der deutschen Wirtschaft unbesetzt. Besonders groß ist der Mangel an Fachleuten für IT-Sicherheit. Und das hat Auswirkungen auf viele Unternehmen, die den IT-Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend Aufmerksamkeit schenken können. Laut dem BITKOM hat derzeit nur jedes dritte mittelständische Unternehmen ein Sicherheitskonzept umgesetzt.
Software hui, Hardware pfui! Das scheint nun auch bei Hewlett-Packard Leitsatz zu sein. Konzernlenker Léo Apotheker, seit November 2010 im Amt, will das PC-Geschäft verkaufen – und im Gegenzug für zehn Milliarden den britischen Software-Anbieter Autonomy übernehmen. Die Übernahme von Palm und von dessen webOS-Betriebssystem für Smartphones und Tablet-PCs im letzten Jahr scheint sich jedenfalls nicht bezahlt zu machen. Offenbar knickt HP vor der übermächtigen Tablet-Konkurrenz von Apple, Google und Co. ein. Im Portfolio sollen hingegen Server, Speicher-Hardware und Drucker bleiben. Einen ähnlichen Weg schlug IBM im Jahr 2005 ein, als das Unternehmen seine PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo verkaufte. Zunächst verwundern die Pläne von HP, lag doch der Gewinn der PC-Sparte bei knapp sechs Prozent. Es ist aber auch viel mehr möglich: So belief sich die Rendite im Softwaregeschäft auf über 19 Prozent, bei Servern und Druckern auf über 13 Prozent. Die Reaktion der Märkte war eindeutig: Die HP-Aktie verlor innerhalb weniger Stunden ein Fünftel ihres Wertes.
Was erwartet Sie im September? Zum Beispiel das IT-Messeduo von IT & Business und DMS Expo auf der Messe Stuttgart – in diesem Jahr einen Monat früher als zuletzt. Nicht alle Aussteller sind von diesem Termin begeistert, aber alle erwarten von der Messe neue Impulse und wertvolle Kundenkontakte. Lesen Sie hierzu mehr in unserer großen Ausstellerumfrage zu den beiden Messen ab Seite 16.
Sollten Sie in dieser Ausgabe den Produkt-Fokus mit Unternehmens- und Produktnachrichten vermissen, möchte ich Sie auf unser erweitertes Online-Angebot hinweisen. Tagesaktuelle Meldungen finden Sie auf unserer neu gestalteten Web­site, erreichbar unter der bekannten Adresse www.digital-business-magazin.de.
 Ich wünschen Ihnen wie immer viele neue Einsichten beim Lesen von digitalbusiness – ob als Printmagazin oder online, Ihr

Stefan Girschner
Leitender Redakteur digitalbusiness

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