04 2011

digitalbusiness 2011/04

Der Frauenanteil in Führungspositionen stagniert in Deutschland. So oder ähnlich lasen sich in den letzten Monaten die Schlagzeilen. Und der Spiegel titelte: „Warum Deutschland die Frauenquote braucht“. Den Auslöser für die neu entfachte Diskussion lieferte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen mit ihrem Vorschlag für eine gesetzliche Frauenquote in den Vorstands- und Führungsetagen der Wirtschaft. 2010 betrug der Frauenanteil in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen gerade mal 3,2 Prozent. Allein schon diese Zahl spräche für eine gesetzlich festgelegte Quote. Aber so viele Argumente dafür sprechen, gibt es auch genug Zweifel, ob eine solche gesetzliche Regelung qualifizierten Frauen den Weg nach oben erleichtern würde. Die Positionen zu dieser Fragestellung gehen jedenfalls quer durch alle Parteien, Gesellschaftsschichten und Entscheidungsebenen.

Derweil immer noch über Sinn und Unsinn von Frauenquoten in Vorstandsetagen debattiert wird, platzte die überraschende Nachricht in unsere Redaktion: Am 4. Mai löst Martina Koederitz ihren Vorgänger Martin Jetter als neue Chefin von IBM Deutschland ab. Die 47-Jährige leitete bis dahin die Vertriebsorganisation von IBM in Deutschland, zuvor verantwortete sie das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen und den Geschäftspartnern von IBM in Deutschland. Jetter wechselt als neuer Strategiechef der IBM Corporation in die Unternehmenszentrale nach Armonk im US-Bundesstaat New York und  löst zugleich Erich Clementi als Vorsitzenden des Aufsichtsrats ab. Respekt – beim Thema Frauenquote ist IBM derzeit wirklich gut aufgestellt in der sonst eher männerdominierten IT-Branche. Die diesjährige CeBIT haben wir genutzt, uns mit Maria Gomez zu unterhalten, Director IBM Social Business and Collaboration Solutions bei IBM Deutschland. Das vollständige Interview zur Social-Business-Strategie von IBM und zu den  Trends im Colloboration-Umfeld können Sie ab Seite 10 lesen. Selbstverständlich hoffen wir, Ihnen bald auch ein Interview mit Martina Koederitz präsentieren zu dürfen. Ebenfalls angefragt: Doris Albiez, Vice President Geschäftspartner und Mittelstand bei IBM Deutschland. Sie sehen: Frauen in Führungspositionen werden bei uns in nächster Zeit nicht zu kurz kommen...

Ein anderes Thema, dem wir uns immer wieder widmen, ist die IT-Sicherheit. Wie viele Facetten dieser Begriff hat, zeigt der Beitrag von John Colley, Managing Director EMEA bei (ISC)2 (S. 13), wie auch das Interview mit Dr. Thomas Lapp, Vorstand der Nationalen Initiative für Internetsicherheit e. V., über die Sicherheit in der Kommunikation (S. 16). Und der Fachbeitrag von Heinz-Ulrich Wiebach, Geschäftsführer von limes datentechnik, beschreibt die Voraussetzungen für sichere Cloud-Computing-Anwendungen (S. 22).

Offenbar liegt derzeit nichts mehr im Trend, als sich mit anderen zu vernetzen und Wissen zu teilen. Eine der schon länger bestehenden Online-Plattformen auf diesem Feld ist wer-weiss-was.de. Jetzt versucht es eine neue: Fiverr.de. Zu ihrem Deutschland-Start präsentierte sich das junge Fiverr-Team ganz euphorisch bei einer Pressekonferenz. Ihre Website will der Ort sein, „an dem Leute alles teilen können, was sie für 5 Euro tun würden“. Und das funktioniert so: Jeder registrierte User kann sein ganz spezielles Wissen zum Einheitspreis von fünf Euro anbieten. Zum Beispiel. „Ich werde ihnen eine erfolgreiche Geschäftsidee zeigen.“ Oder: „Ich werde eine Mosaik-Collage aus deinem Bild machen.“ Manche Skeptiker mögen darin ein neues Modell von Lohndumping sehen. Da heißt es aber, genauer hinzuschauen: Die Angebote müssen standardisier- und wiederholbar sein, um für den Anbieter lukrativ zu sein. So werden eher Liebhaber mit viel Freizeit hier ihr Wissen mit anderen teilen wollen. Also eher keine Konkurrenz für echte Profis.

Ich wünsche Ihnen viele neue Einsichten beim Lesen dieser Ausgabe – und genießen Sie den Frühling, Ihr

Stefan Girschner

Leitender Redakteur digitalbusiness

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