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Potenziale bleiben ungenutzt

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Potenziale bleiben ungenutzt

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Der Mangel an IT-Fachkräften scheint sich in Deutschland mehr und mehr zu einem echten Hindernis für das Wachstum zu entwickeln. Die Zahlen des Branchenverbands BITKOM sprechen eine deutliche Sprache: Demnach können zehntausende IT-Stellen in Deutschland nicht besetzt werden, was den Unternehmen pro Jahr Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe beschert. – Es kommentiert Hans-Heinrich Aenishänslin, Regional Sales Senior Manager bei Dell in Genf.

 

 

 

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Der Mangel an IT-Fachkräften scheint sich in Deutschland mehr und mehr zu einem echten Hindernis für das Wachstum zu entwickeln. Die Zahlen des Branchenverbands BITKOM sprechen eine deutliche Sprache: Demnach können zehntausende IT-Stellen in Deutschland nicht besetzt werden, was den Unternehmen pro Jahr Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe beschert. Der Hightech-Branche entgingen demnach sogar mehr als acht Prozent ihres Umsatzes. Dabei sind die unbesetzten Stellen nur ein Aspekt, denn nicht weniger gravierend ist die daraus folgende permanente Überlastung der vorhandenen Mitarbeiter – keine gute Basis für effizientes und kreatives Arbeiten, gerade im Hightech-Bereich.

Über die Ursachen des Fachkräftemangels ist man sich zwar noch nicht einig – ist es schon die säkulare demographische Entwicklung oder sind es doch eher die Auswirkungen einer bildungspolitischen Schieflage? Beide Aspekte sind ohnehin nur langfristig zu beeinflussen. Maßnahmen wie die bessere Ausbildung in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) oder die Heranführung von Mädchen an technische Berufe können sich frühestens im übernächsten Konjunkturzyklus auswirken. Die verstärkte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte kann zwar einen Ausgleich schaffen, wird aber begrenzt durch Sprachprobleme und die unterschiedliche Einschätzung von Qualifikationen. Das zeigt sich derzeit auch bei der Integration von Arbeitskräften aus den südeuropäischen Krisenländern; die wenigsten Unternehmen rechnen damit, ihr Fachkräftedefizit durch griechische oder spanische Experten ausgleichen zu können.

Allerdings wird bei diesem Thema oft übersehen, dass sich Unternehmen das Problem zum Teil selbst eingebrockt haben: Zum einen, weil sie nicht dafür gesorgt haben, wenigstens die vorhandenen Mitarbeiter ausreichend, also auch für die sehr anspruchsvollen Aufgaben, zu qualifizieren. Zum anderen aber auch, weil sie in den letzten Jahren die Automatisierung der IT nicht konsequent vorangetrieben haben. Während die Unternehmen nämlich in anderen Bereichen wie etwa der Produktion die betrieblichen Prozesse hochgradig automatisiert haben, verbringt die IT noch immer viel Zeit mit einfachen Routineaufgaben. Nur in Teilbereichen wie etwa in einigen Gebieten der Softwareentwicklung ist schon ein relativ hoher Automatisierungsgrad erreicht. In anderen ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft, etwa bei der Bereitstellung von Software, bei Testverfahren oder bei zeitraubenden Reportings.

Die unzureichende Automatisierung der IT stellt eine enorme Fehlallokation dar: Hochqualifizierte Mitarbeiter werden durch Tätigkeiten gebunden, die ebensogut von intelligenten Systemen geleistet werden könnten. Die so in Anspruch genommenen Fachleute fehlen entsprechend an anderer Stelle: Strategische Projekte, die Kreativität und Entscheidungskompetenz verlangen, müssen wegen der alltäglichen IT-Routine zurückgestellt oder nebenbei erledigt werden. Das ist nicht nur betriebs- sondern auch volkswirtschaftlich unsinnig. Durch eine konsequente Automatisierung, insbesondere des IT-Betriebs, ließe sich der Mangel an Fachkräften und die Überlastung der IT-Mitarbeiter deutlich reduzieren. Diese Maßnahme kann vor allem relativ kurzfristig wirksam werden. Unternehmen könnten so Zeit gewinnen, bis langfristige Maßnahmen, etwa im Bildungswesen, greifen.

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