Open-Source-Software: Warum immer mehr Unternehmen darauf setzen

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Unternehmen wollen mit Open-Source-Programmen nicht nur IT-Kosten reduzieren, sondern damit auch Mitarbeiter weiterbilden und die Open-Source-Community unterstützen. Wie der neue „Open Source Monitor“ von Bitkom zeigt, ist Open-Source-Software längst nicht mehr das Freizeitprojekt von Computer-Nerds.
Open-Source-Software

Quelle: nd3000/Shutterstock

Rund jedes dritte größere Unternehmen in Deutschland (31 Prozent) beteiligt sich heute bereits an der Entwicklung von Open-Source-Software. Das hat eine Umfrage unter mehr als 800 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben, deren Ergebnisse im neuen Bericht zum „Open Source Monitor“ veröffentlicht wurden.

55 Prozent der Unternehmen, die an Open-Source-Projekten mitwirken, erlaubt einzelnen Mitarbeitern oder Teams sich zu beteiligen. 39 Prozent sind zahlendes Mitglied oder Sponsor von Open-Source-Organisationen. Jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) initiiert und begleitet aus dem Unternehmen heraus eigene Projekte für die Open-Source-Community und 15 Prozent stellen von eigenen Entwicklern veränderten Open-Source-Quellcode wieder der Community zur Verfügung.

Unternehmen teilen sich Ressourcen und Aufwand für Entwicklung

„Open Source ist heute keine Gegenkultur mehr, sondern Open Source ist eine einflussreiche Bewegung, die auf einer breiten globalen Basis steht“, erklärt Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom. „Open Source heißt: Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen teilen sich bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Software den Aufwand und die Ressourcen. Das ist insbesondere auch bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain von großer Bedeutung.“

Die Lizenz von Open-Source-Software erlaubt es, die Programme frei auszuführen, den Quellcode zu analysieren und anzupassen sowie die Software auch in modifizierten Varianten weiterzugeben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Quellcode der Software offen zugänglich ist.

Open-Source-Software: wichtiger Bestandteil der Shared Economy

Die Unternehmen, die sich an Open-Source-Projekten beteiligen, handeln dabei nicht selbstlos. 86 Prozent geben an, dadurch Geld zu sparen, 38 Prozent können so Personal einsparen. Aber eine klare Mehrheit fühlt sich auch dem Open-Source-Gedanken verpflichtet. Jeweils rund zwei Drittel sagen, dass die Mitwirkung Teil des eigenen Open-Source-Verständnisses (67 Prozent) und ein wichtiger Bestandteil der Shared Economy (62 Prozent) ist. Jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) hofft durch die Mitarbeit an Open Source bei aktuellen Trends und Themen auf dem Laufenden zu bleiben.

Fast genauso viele begründen ihr Engagement mit Verweis auf die eigenen Mitarbeiter. Diese würden dadurch motiviert (48 Prozent) oder könnten sich weiterbilden (47 Prozent). Immerhin 8 Prozent geben an, dass sie durch ihr Open-Source-Engagement neue Talente anwerben. Für jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) ist die Mitwirkung an Open Source Teil der eigenen Innovationsstrategie.

Weitere wichtige Ergebnisse des „Open Source Monitors“ im Überblick:

  • Drei Viertel der Unternehmen ab 100 Mitarbeitern bezeichnen sich selbst an Open Source interessiert und dem Thema gegenüber als aufgeschlossen.
  • 69 Prozent der befragten Unternehmen setzen bewusst Open-Source-Software ein.
  • Nur jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) verfügt über eine Open-Source-Strategie.
  • 88 Prozent der Unternehmen sehen Vorteile beim Einsatz von Open-Source-Software. Als wichtigster Grund gilt Kosteneinsparung (17 Prozent). Mit etwas Abstand folgen eine Vielzahl weiterer Gründe wie hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates und Unabhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern (je neun Prozent) sowie die breite Auswahl an Open-Source-Komponenten, der Zugriff auf den Quellcode und einfache individuelle Anpassungen an der Software (je sieben Prozent).

Darüber hinaus bietet der Studienbericht „Open Source Monitor“ einen Überblick darüber, welche Rolle Open-Source-Software in unterschiedlichen Branchen wie Automobilindustrie, Handel, Banken & Versicherungen, Verkehr & Logistik sowie IT & Telekommunikation spielt. Dabei zeigt sich, dass der Handel und die Automobilindustrie besonders aufgeschlossen für Open-Source-Software sind.

Hinweis zur Methodik: Grundlage für den „Open Source Monitor“ ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 804 Unternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage wurde im Rahmen des Projektes „Open Source Monitor 2019“ durchgeführt, das unterstützt wird von Boehmert & Boehmert, DataStax, Osborne Clarke, PricewaterhouseCoopers, Red Hat, SAP, SUSE, Synopsys Software Integrity Group und TU Berlin (FG Innovationsökonomie). (sg)

Lesen Sie auch: Unternehmens-IT: Vier wichtige Handlungsfelder im Jahr 2020

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