Neues Comarch-Rechenzentrum in Dresden

Wir sprachen mit Dr. Christoph Kurpinski, dem Vorstandsvorsitzenden der Comarch Software und Beratung AG, über aktuelle Cloud-Trends und die vielseitigen Services aus dem Comarch-Rechenzentrum in Dresden.

digitalbusiness Cloud: Herr Dr. Kurpinski, zunächst würde uns interessieren, warum sich Comarch für den Bau eines eigenen Rechenzentrums in Dresden entschieden hat…

Dr. Christoph Kurpinski: Wir haben früh erkannt, dass der IT-Trend in der DACH-Region künftig in Richtung Outsourcing – also in Richtung Cloud-Dienste und IT Services gehen wird. Das Thema Cloud wird in den kommenden Jahren den gesamten IT-Markt signifikant prägen. Experten gehen davon aus, dass bis 2020 sogar 80 Prozent aller Anwendungen aus der Wolke erbracht werden. Cloud ist daher also kein Hype und spielt eine immer wichtigere Rolle bei unseren Kundenprojekten. Immer mehr Unternehmen entdecken die Vorzüge der IT aus der Steckdose für sich, da sie Vorteile wie geringere Kosten, höhere Verfügbarkeit und Sicherheit erkannt haben. Um unsere Position auf dem Cloud-Markt für den Mittelstand zu sichern, haben wir in hohem Maße in die Entwicklung der entsprechenden Lösungen sowie die nötigen Rechenzentren in Deutschland investiert.

Christoph Kurpinski, Vorstandsvorsitzender der Comarch Software und Beratung AG.

Comarch betreibt seit vielen Jahren eigene Rechenzentren – hier in Deutschland hatten wir bis jetzt ein Rechenzentrum in Frankfurt am Main angemietet. Wir wollten aber auch in Deutschland unser eigenes Rechenzentrum bauen, um auch den höchsten Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit gerecht zu werden. Ab jetzt können wir aus unserem Rechenzentrum in Dresden unsere Cloud-Lösungen für den DACH-Markt erbringen und uns ganz an den Kundenwünschen orientieren. Auf zwei Stockwerken und etwa 320 Quadratmetern Nutzungsfläche verteilt, bietet das neue Comarch Data Center in Dresden Platz für rund 120 Serverschränke. Hier finden bei Vollauslastung rund 2.000 Serversysteme Platz.

digitalbusiness Cloud: Ist das ein neues Angebot?

Dr. Kurpinski: Nein, denn Comarch betreibt bereits seit zwölf Jahren Rechenzentren in Polen für Großkunden in Deutschland. Wir sind ebenfalls innovativer Anbieter für Planung, Aufbau und Betrieb von Rechenzentrumslösungen im Managed-Service- und Cloud-Computing-Umfeld. Die angebotenen Leistungen in diesem Gebiet reichen von Consulting zur IT-Konsolidierung, Migrationsstrategien und Analyse bis hin zum kompletten Outsourcing der Gesamt-IT. Beispielsweise werden sämtliche unserer CRM- und Loyalty-Projekte mit deutschen Großkunden ebenfalls in Comarch-Rechenzentren gehostet. Dadurch haben wir über die Jahre hinweg viel Erfahrung gewonnen.

digitalbusiness Cloud: Könnten Sie uns erläutern, welche Services Sie Ihren Kunden über das Rechenzentrum in Dresden genau anbieten und was sich die Kunden am meisten wünschen?

Dr. Kurpinski: Aus unserem Data Center in Dresden erbringen wir sowohl individuelle Lösungen, also IT aus dem Virtual-Private-Cloud-Modell, als auch Public-Cloud-Lösungen, die kostengünstige Standardsoftware bieten. Bisher lag unser Fokus hauptsächlich auf unserem Angebot aus der Virtual Private Cloud, doch ab sofort bieten wir auch Public Cloud Services an. Auf der diesjährigen CeBIT haben wir zwei neue Public-Cloud-Produkte vorgestellt: Die Lösung für Warenwirtschaft, die Comarch ERP Cloud, liefert Best-Practice-Prozesse in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Logistik sowie eine integrierte Finanzbuchhaltung. Eine Rechnungswesenlösung, die Comarch Financials Cloud, können Unternehmen schon pro Benutzer für unter 40 Euro pro Monat erwerben. Beziehen lassen sich unsere Public Cloud Services bequem online unter www.comarch-cloud.de.

Was unsere Kunden und Interessenten genau wollen, hängt natürlich von dem jeweiligen Unternehmen selbst und den individuellen Anforderungen ab. Kleinere Unternehmen interessieren sich mehr für die flexiblen Public-Cloud-Lösungen. Der Mittelstand und größere Unternehmen benötigen oft individuelle Anpassungen und entscheiden sich daher eher für unser Private-Cloud-Angebot. Wenn sich die Anforderungen eines Unternehmens ändern oder dieses stark wächst, ist ein Wechsel von Public zu Private Cloud natürlich auch jederzeit möglich.

digitalbusiness Cloud: Für welche Zielgruppen sind Ihre Cloud-Lösungen besonders interessant?

Dr. Kurpinski: Die Data Center Services von Comarch sind eine  ideale Alternative zu den eigenen Ressourcen. Viele Unternehmen wollen ihre IT nicht mehr selbst betreuen, sondern sich auf ihre eigentlichen Kernbereiche konzentrieren. Unser Ziel ist, mit zuverlässigen und leistungsfähigen Lösungen eine unterbrechungsfreie Geschäftstätigkeit sicherzustellen. Der Bezug von IT-Lösungen aus der Cloud verschafft den Kunden Vorteile wie geringere Kosten und schnellere Einführungszeiten sowie ein hohes Maß an Verfügbarkeit und Sicherheit. Public-Cloud-Produkte sind insbesondere auch für Start-ups und kleine Unternehmen interessant, die sich im Wachstum befinden. Oft sind sie innerhalb kurzer Zeit auf eine kostengünstige standardisierte Softwarelösung angewiesen, möchten ihr Kapital aber nicht binden. Diese Unternehmen wollen ihr Geld nicht in eigene Server- und IT-Hardware stecken, sondern sich auf ihre tatsächlichen Kernkompetenzen konzentrieren. Um die IT kümmern wir uns dann. Zusätzlich bietet Comarch für den Mittelstand auch Private-Cloud-Lösungen an, bei denen unternehmensspezifische Funktionalitäten umgesetzt werden und sehr individuell auf die Anforderungen der Kunden eingegangen wird.

digitalbusiness Cloud: Und wie sorgt Comarch für die Sicherheit der Daten im Rechenzentrum?

Dr. Kurpinski: Unser Rechenzentrum entspricht dem Tier-3-Standard und ist eines der sichersten in Mitteldeutschland. Aufgrund des hohen Sicherheitsstandards eignet sich unser Rechenzentrum auch für das Hosting von sensiblen Daten wie denen von Finanzdienstleistern oder aus dem medizinischen Bereich. Das Rechenzentrum verfügt zudem über mehrere Zugangskontrollsysteme: Das gesamte Gebäude wird videoüberwacht und durchgängig durch einen privaten Wachdienst gesichert. Der Zugang zu den oberen Etagen erfolgt über eine personalisierte Zugangskontrolle. Mit unserem neuen Rechenzentrum können wir unseren Kunden absolute Sicherheit garantieren. Sämtliche Daten bleiben in Deutschland – das heißt alle Datenschutzbestimmungen und Sicherheitsauflagen werden nach deutschem Recht erfüllt.

Ein weiteres Tool zur Behebung von möglichen Störungen ist das Comarch Network Operations Center (CNOC). Mit einem weitreichenden Leistungsspektrum und einem zuverlässigen, automatisierten Überwachungssystem für die EDV des Kunden unterstützt das Comarch Network Operations Center sowohl IT-Administratoren als auch IT-Manager. Neben dem Erkennen und Beheben von Störungen dient es den Kundenunternehmen als zentrale Anlaufstelle bei Problemen aller IT-Systeme. Das CNOC beinhaltet einen First-, Second- und Third-Level-Support. Das heißt, es sind sowohl Projektleiter als auch Entwickler und Hersteller in den Support-Prozess eingebunden. Dadurch lassen sich die Support-Leistungen an die individuellen Anforderungen eines jeden Kunden anpassen. Oberste Priorität des Comarch Network Operations Center ist es, möglichst frühzeitig Risiken zu eliminieren sowie Ausfälle und Störungen innerhalb der IT-Infrastruktur des Kunden zu verhindern.

digitalbusiness Cloud: Was genau wird im Comarch Network Operations Center überwacht?

Dr. Kurpinski: Das CNOC überwacht die Erreichbarkeit und die Systemparameter der einzelnen IT-Komponenten innerhalb der Unternehmen. Auftretende Meldungen werden zentral erfasst und dokumentiert. Die dadurch entstehende Datenbank dient einer schnellen Lösungserbringung und dem Aufbau einer umfassenden kundenspezifischen Wissensdatenbank. Die Häufigkeit der Berichte und die enthaltenen Informationen werden mit jedem Kunden individuell vereinbart. Darüber hinaus können die mit dem Kunden vereinbarten Leistungen Meldungsauswertungen über einen definierten Zeitraum hinweg beinhalten, ebenso wie SLA-Berichte, Ereignisauflistungen des relevanten Zeitraums und Optimierungsvorschläge für die überwachten Systemkomponenten, um Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Funktionalität zu verbessern. (sg)

RSS Feed

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags