11.05.2022 – Kategorie: Digitale Transformation

Network as a Service: Von der Idee zum gefragten Modell

Network as a Service (NaaS) ist ein Architekturmodell, bei dem Netzwerk-Dienste virtuell über das Internet bereitgestellt und im Rahmen eines Abonnements oder über Pay-per-X abgerechnet werden. Unternehmen bezahlen damit nur für die Ressourcen, die sie tatsächlich nutzen.

Analysten von MarketsandMarkets prognostizieren für Network-as-a-Service-Dienste im Zeitraum von 2021 bis 2026 ein Wachstum von 10,4 auf 37,5 Milliarden Dollar weltweit, ein jährlichet Anstieg um 29,4 Prozent. Dieser Markt wächst rasant, weil er für Unternehmen, die NaaS nutzen, erhebliche Chancen zum Wachstum und Raum für Innovationen bietet. Das Outsourcing der Netzwerkinfrastrukur und der dazugehörigen Hardware/Software sowie Maintenance schafft Kostenvorteile und Freiräume, die für strategische digitale Innovationen genutzt werden können.

NaaS entlastet die IT-Administration inhouse, sorgt für übergreifende State-of-the-Art-Technologie und überzeugt die Finance-Abteilung dank konkret planbarer und überschaubarer Kosten. Das Modell NaaS ist interessant für Unternehmen, die standort- oder länderübergreifend eine Harmonisierung ihrer digitalen Infrastruktur anstreben.

Umstieg auf Network as a Service in vier Schritten

Eine Umstellung auf NaaS kann schnell vollzogen werden.

  • Step 1 Design: Expert:innen standardisieren die Netzwerkumgebung.
  • Step 2 Build: Profile werden in technische und funktionale Standards umgesetzt und migriert.
  • Step 3 Go-live: Austausch der Geräte, Aktivierung der neuen Infrastruktur
  • Step 4 Service: Proaktive Verwaltung der neuen Infrastruktur

Im Prozess sollten mehrere Instanzen beteiligt sein:

  • Geschäftsführung
  • IT-Abteilung
  • Finance
  • HR
  • Business Development

So können von Anfang an alle Anforderungen an das neue Szenario im Rahmen von NaaS berücksichtigt werden.

Praxisbeispiel: NaaS im Mode-Einzelhandel

Die Textilmarke Carhartt Work in Progress (WIP) bietet europaweit in 64 Stores Street Fashion Kollektionen für trendorientierte, zumeist junge Kunden. Zum Einkaufserlebnis gehören die WLAN-Nutzung, der Einsatz von Tablets und die bargeldlose Zahlung. Alle Stores sind mit dem Hauptsitz in Weil am Rhein vernetzt, hier fließen sämtliche Daten zusammen. Ein Ausfall der Internetverbindung oder der angeschlossenen Geräte kann in einem solchen Szenario die Geschäftsabläufe erheblich stören, wenn etwa die bargeldlose Zahlung oder die Übertragung der Kassenabschlüsse an das Backendsystem der Unternehmenszentrale nicht mehr funktionieren.

Daher entschloss sich Carhartt WIP zum Umstieg auf NaaS. Innerhalb von zwölf Monaten ließ sich die Netzwerkinfrastruktur während des laufenden Verkaufsbetriebs für die 64 europäischen Stores neu aufsetzen. Zudem wurden in allen Ländern Switches, Router und Access Points ausgetauscht und ein 24-Stunden-­Service vor Ort für die laufende Betreuung eingerichtet. Das Modeunternehmen verzeichnet durch diese Harmonisierung im Rahmen des europäischen Network-as-a-Service-Modells über alle Standorte hinweg eine Verringerung von Verbindungsproblemen und Ausfallzeiten um 80 Prozent. Weitere Ausbaustufen werden auf dieser Basis folgen.

In vielen Firmen wurde das Netzwerk immer als Kostenstelle betrachtet. Mit dem Umstieg auf Network as a Service wird aus dem Netzwerk künftig ein Business Enabler. NaaS ersetzt den teuren und aufwändigen Betrieb eigener Hard- und Softwarekomponenten, verringert den Verwaltungsaufwand und ist ein strategischer Schritt, der Unternehmen mehr Zeit für die Umsetzung ihrer digitalen Ambitionen verschafft.

Network as a Service
Bild: Axians

Der Autor Christoph Bünnemeyer ist Leiter Solution Line Managed Services bei Axians Networks & Solutions.

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