30.09.2016 – Kategorie: IT

MS&C-Studie: Mobilfunkanbieter fürchten Auswirkungen der eSIM

Ergebnisse der Studie
Die Einführung der embedded SIM (eSIM) auf dem Konsumentenmarkt rückt immer näher. Die neueste Experten-Studie der…

Die Einführung der embedded SIM (eSIM) auf dem Konsumentenmarkt rückt immer näher. Die neueste Experten-Studie der Managementberatung Mücke, Sturm & Company zeigt eindrucksvoll, dass alle Betroffenen von der neuen Technologie profitieren werden und es dennoch einen großen Verlierer geben wird: die Mobilfunkanbieter. Die Teilnehmer der eSIM-Studie befürchten mehr Wettbewerb, geringere Kundenloyalität und den Verlust ihrer bisherigen Kundenbeziehungen.

Die Telekommunikationsbranche steht vor dem größten Umbruch seit der UMTS-Lizenzvergabe Anfang der 2000er Jahre. Mit der Einführung der eSIM auf dem Konsumentenmarkt ändern sich nicht nur Logistik und SIM-Aktivierung, sondern auch die dahinter stehenden Geschäftsmodelle aller Telekommunikationsstakeholder: die eSIM ist bereits von Beginn an fest in die  Geräte eingebaut und programmierbar. Anders als ihre bekannten Vorgänger (zum Beispiel Micro- und Nano-SIM) bindet sie den Kunden nicht fest an einen Mobilfunkanbieter – dies ist einer der gravierendsten Gründe, weshalb Experten in der internationalen MS&C-Studie die Mobilfunkanbieter als große Verlierer der neuen Technologie einstufen.

MS&C befragte über 30 Experten der Telekommunikationsbranche aus 20 Ländern

Interviews mit 33 eSIM-Experten aus 20 Ländern bilden die Grundlage für die neue eSIM-Studie, in der MS&C das eSIM-Zeitalter tiefgehend analysiert hat. Hierbei wurden die Auswirkungen der kommenden eSIM-Einführung für alle Interessenvertreter der Telekommunikationsindustrie im Detail diskutiert. Als zentraler Konsens wurden neben vielen Vorteilen etliche Herausforderungen, insbesondere auf Seiten der Mobilfunkanbieter, herausgearbeitet. Über 90 Prozent der befragten Experten waren sich dahingehend einig, dass Mobilfunkanbieter ihr Geschäftsmodell dringend anpassen müssen, um im stark digitalisierten Wettbewerb bestehen zu können.

„Das Thema eSIM hat noch nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient“, sagt Axel Meiling, Associate Partner und eSIM-Experte bei MS&C. „eSIM schreibt völlig neue Spielregeln vor. Gerade Mobilfunkanbieter müssen im Bereich digitales Kundenmanagement nachbessern.“ Auch die Studienteilnehmer sehen in einer 100 Prozent digitalen Kundenbeziehung viel Potential. Ein bequemerer Umgang mit einer Vielzahl von vernetzten Geräten ist der von den Experten in der Studie meistgenannte Kundenwunsch.

Auch Rollenverschiebungen in der Telekommunikationsbranche wurden vielfach diskutiert. Als Gewinner der eSIM-Einführung sieht die Mehrheit der Befragten die internationalen Gerätehersteller. Diese können ihr Geschäftsfeld ausweiten und Mobilfunkanbietern den direkten Kundenkontakt abnehmen und auf diese Weise eine völlig neue Rolle im Markt einnehmen.

Weitere zentrale Erkenntnisse der MS&C-eSIM-Studie

65 Prozent der Experten, die bei Mobilfunkanbietern arbeiten, erwarten als Folge der eSIM-Einführung einen Rückgang der Kundenloyalität; bei Experten anderer Industrien und Branchen erwarten dies 33 Prozent.
95 Prozent der Befragten sagen voraus, dass durch die eSIM der Wettbewerb verschärft werde. Als Gründe hierfür werden unter anderem neue Wettbewerber und verringerte Wechselbarrieren genannt.
Mehr als die Hälfte der Experten (54 Prozent) rechnet damit, dass die eSIM noch vor 2022 eine Marktsättigung von 50 Prozent erreichen wird. Erste eSIM-Geräte werden bereits 2017 erwartet.

Der 46 Seiten umfassende Studienbericht mit allen Analysen kann hier erworben werden.

Mehr zu Mücke, Sturm & Company finden Sie hier.


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