13.01.2023 – Kategorie: Human Resources

Künstliche Intelligenz: Sechs Trends im Arbeitsumfeld für 2023

Quelle: tara winstead - pexels

Künstliche Intelligenz ist weiter auf dem Vormarsch und wird in diesem Jahr einen neuen Spitzenwert bei der Umsetzung erreichen. Drei Experten von Grammarly liefern ihre Prognosen zu KI für 2023 und deren Bedeutung für Mitarbeiterbindung und Entwicklerteams.

Die drei Experten des jetzt nach Deutschland expandierten Unternehmens Grammarly haben jahrelange Erfahrung in der Team-Führung und Optimierung von Zusammenarbeit gesammelt. Seit 2020 auch im Remote-First-Hybrid-Modell. Sie geben für 2023 geben sie ihre Prognosen ab. Hierbei analysieren sie, wie Technologien aus dem Bereich künstliche Intelligenz menschliche Fähigkeiten erweitern können, statt sie zu ersetzen. Außerdem wird beleuchtet, wie sie die Unternehmensentwicklung in einem sich wandelnden ökonomischen Umfeld beschleunigen werden.

Rahul Roy-Chowdhury ist der globale Produktchef von Grammarly. Er beaufsichtigt alles, was die Software zur Schreibunterstützung ausmacht, und leitet die Produkt-, Design- und Data-Science-Teams. Heidi Williams ist bei Grammarly als Director of Engineering tätig. Sie prognostiziert, dass Software rund um emotionale Intelligenz im Fokus stehen wird. Auch die effektive Kommunikation im Engineering wird sich ihrer Meinung nach dadurch ändern. Dorian Stone, Head of Organization Revenue, beaufsichtigt den Betrieb von Grammarly Business, Grammarly for Education, und Grammarly for Developers. Er sieht die Fortbildung durch Technologie als wichtigsten organischen Faktor für den Erfolg von Teams.

1. Künstliche Intelligenz wird das menschliche Potenzial verbessern

„Der wahre Wert von KI wird dann erkannt, wenn sie die realen Probleme ihrer Nutzer durch Ergänzung löst. Und nicht dadurch, dass sie für den Menschen denkt oder etwas tut“, sagt Rahul Roy-Chowdhury, Global Head of Product bei Grammarly. Die Versprechungen einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit und Skalierbarkeit locken Content-Ersteller, Fachleute und Unternehmen künstliche Intelligenz zu implementieren, die menschliche Aufgaben wie Datenanalyse und Inhaltserstellung automatisiert. Diese Technologien bieten die Möglichkeiten, Menschen und Organisationen dabei zu helfen, ihr Potenzial zu maximieren.

„Die Auswirkungen auf das Geschäft müssen Unternehmen jedoch erst noch verstehen. Die Ergebnisse, die sie hervorbringen, gehen oft auf Kosten von Authentizität und individueller Befähigung“, warnt der Experte. Unternehmen müssen in KI-gestützte Software investieren, die die Fähigkeiten und das Wissen ihrer Mitarbeitenden erweitern. Um so bestehende Teams zu stärken und Probleme bei der Einführung von Automatisierungslösungen zu vermeiden.

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Rahul Roy-Chowdhury ist Global Head of Product bei Grammarly. (Bild: Grammarly)

2. Technologie wird die Veränderungen in der Arbeitsweise einholen

In Zeiten, in denen Produktivität immer wichtiger wird, ist die Überarbeitung der Technologie für hybride Arbeitsformen unvermeidlich. Organisationen müssen die digitale Überlastung angehen, um ihre Abläufe zu optimieren und Mitarbeitende besser zu unterstützen. „Der Markt für Arbeitsplatztechnologien floriert, da Unternehmen die flexible Arbeit fortsetzen“, sagt Rahul Roy-Chowdhury. In einer kürzlich veröffentlichten Kundenmitteilung riet Morgan Stanley, sich „auf die Zukunft der Arbeit zu konzentrieren, da die jährlichen Ausgaben bis 2026 um 90 Milliarden Dollar steigen werden“. Jedoch ist dieser Bereich stark überlaufen und steht kurz vor einer Konsolidierung: Anbieter konkurrieren um IT-Ausgaben, während die schiere Menge an Tools Mitarbeitende überfordert. „Arbeitnehmer nutzen mehr Anwendungen, Systeme und Kanäle als je zuvor“, erläutert der Experte.

Häufig schaffe dies zusätzliche Komplexität und Datensilos, statt Probleme zu lösen, für die die Software ursprünglich gedacht sei. „2023 werden wir nachhaltige Technologien finden, um die neue Art der Zusammenarbeit zu ermöglichen“, prognostiziert Rahul Roy-Chowdhury. Die Vereinheitlichung von Tools werde laut ihm immer wichtiger, um Reibungsverluste und Frustrationen in den Teams zu vermeiden. „Daher werden wir sehen, wie sich die Aufmerksamkeit auf KI-gesteuerte und plattformunabhängige Lösungen richtet, die sich in bestehende Systeme und Arbeitsabläufe integrieren und diese verbessern, anstatt sie zu verkomplizieren“, ergänzt der Experte vorausschauend.

3. Künstliche Intelligenz wird die Zusammenarbeit vertiefen

In Zeiten zunehmender Globalisierung und einer vermehrt dezentralisierten Belegschaft kann künstlichen Intelligenz Lücken bei der Verbesserung von Zugehörigkeit, Integration und Verbundenheit in unterschiedlichen Teams schließen. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Mitarbeiterzugehörigkeit und -bindung mit dem Erfolg am Arbeitsplatz gleichgesetzt werden, aber das Gefühl der Verbundenheit und die Qualität der Beziehungen sind gering .

„Die Einbindung und Unterstützung einer vielfältigeren Belegschaft wird für ein langfristiges Wachstum von entscheidender Bedeutung sein. Künstliche Intelligenz wird eine wesentliche Rolle dabei spielen, Mitarbeitenden dabei zu helfen, ihr authentisches Selbst besser zu präsentieren. Das gilt auch im Austausch in Arbeitsgruppen mit unterschiedlichem kulturellen und sprachlichen Hintergrund“, sagt Heidi Williams, Director of Engineering. Sie prognostiziert für 2023: „Organisationen, die der internen Zugehörigkeit mittels Augmentationslösungen Priorität einräumen, werden die Nase vorn haben“. Dies kann Teams dabei helfen, auf eine sensiblere, integrativere und einfühlsamere Weise zu interagieren.

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Heidi Williams ist Director of Engineering von Grammarly. (Bild: Grammarly)

4. Effektive Kommunikation wird entscheidend für Ingenieurteams

Da Entwicklungs-, Produkt- und Designteams die Vorteile der hybriden Arbeitsweise nutzen wollen, werden starke Kommunikationsfähigkeiten nicht mehr als Soft Skills angesehen, sondern zu einer entscheidenden Priorität. „Diese Arbeitsgruppen sind auf kontinuierliche Innovation und Zusammenarbeit als Grundlage für ihren Erfolg angewiesen“, berichtet die Engineering-Expertin Williams. Remote- und Hybridmodelle geben oft Anlass zu Bedenken hinsichtlich der langfristigen Effektivität, da sie nicht die Vorteile der persönlichen Kreativität mit sich bringen. Insbesondere mit der Zunahme der schriftlichen und asynchronen Kommunikation – sei es über Dokumente, Messaging-Tools oder E-Mail – wird es für Ingenieurteams immer schwieriger, zusammenzuarbeiten und Ideen zu entwickeln.

„Wir wissen bereits, dass ineffektive Kommunikation für Unternehmen außerordentlich kostspielig ist.  Dies gilt insbesondere für unterschiedliche, weit voneinander entfernte Engineering-Gruppen“, berichtet Williams aus eigener Erfahrung. Wer die Kommunikation überdenkt, um all die neuen Möglichkeiten der Teaminteraktion zu unterstützen, wird den Wissensaustausch, das Lernen und die Produktivität verbessern – alles Grundlagen für Innovation.

5. Authentische Erlebnisse sichern die Loyalität der Kunden

Die sich ändernden Anforderungen von Verbrauchern und Käufern werden sich im nächsten Jahr zuspitzen und von Unternehmen verlangen, dass sie sich verstärkt mit unzusammenhängenden Interaktionen auseinandersetzen sowie natürlichere und authentischere Verbindungen schaffen. Angesichts der anhaltenden Inflation und der Schwankungen in den Kaufgewohnheiten ist es keine Überraschung, dass Kunden mehr von Markenerlebnissen erwarten, um Kaufentscheidungen zu treffen. Verkaufszyklen verlängern sich und Zielgruppen interagieren zunehmend über persönlichere Kanäle wie soziale Netzwerke, was den Bedarf an organischen und authentischen Erlebnissen erhöht.

Dies stellt Marketing-, Vertriebs- und Kundenverantwortliche vor scheinbar unüberwindbare Herausforderungen. Die Skalierung über eine ständig wachsende Anzahl von Berührungspunkten, der Aufbau eines tieferen Engagements über alle Touchpoints hinweg. Und das alles angesichts begrenzter Budgets und Ressourcen. „In Zukunft werden Marken nach skalierbaren Lösungen suchen, um ein Gleichgewicht zwischen Effizienz und Glaubwürdigkeit über alle Interaktionen hinweg zu schaffen“, betont Dorian Stone, Head of Organization Revenue und ergänzt: „Diejenigen, die dies gut machen, werden Kosten senken. Und so das Wachstum fördern, indem sie Interaktionen gleich beim ersten Mal richtig machen.“

Dorian Stone ist Head of Organization Revenue bei Grammarly. (Bild: Grammarly)

6. Künstliche Intelligenz: Bedeutung der Weiterbildung wird entscheidend

Das derzeitige makroökonomische Umfeld kann dazu führen, dass Unternehmen die Investitionen in Lern-, Schulungs- und Entwicklungsmaßnahmen verstärkt auf ihre Rentabilität hin überprüfen. Gleichzeitig werden Unternehmen Technologien bevorzugen, mit denen Mitarbeitende während der Arbeit lernen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können. „In Anbetracht von Arbeits-, Budget- und Ressourcenknappheit wird die Weiter- und Neuqualifizierung von Teams entscheidend sein, um diese Lücken zu schließen und die Beschäftigten effektiv zu unterstützen sowie zu binden“, erläutert Stone.

Gartner prognostiziert, dass bis zum Jahr 2025 40 Prozent der Unternehmen aufgrund der Fluktuation der Arbeitskräfte einen Geschäftsrückgang verzeichnen werden. Das erzwingt eine Verlagerung der Talentstrategie von der Akquisition hin zur Bindung von Talenten.  Traditionelle, aufwändige Schulungsmethoden werden zunehmend unhaltbar werden. Als Reaktion darauf werden Organisationen nach effizienteren Wegen suchen, um ihre Teams weiterzubilden. „Von Coaching-Plattformen bis hin zu KI- und Augmentationslösungen, die Echtzeit-Anleitungen bieten, werden sich Führungskräfte auf Tools verlassen, die das Selbstvertrauen und die Fähigkeiten der Mitarbeiter verbessern und die Belastung der Führungskräfte verringern“, so der Experte abschließend.

Die Zielsetzung von Grammarly ist es, das Leben der Nutzer in der Arbeit zu verbessern. Hierfür wird der englische Sprachgebrauch optimiert. Täglich nutzen über 30 Millionen Menschen und 50.000 Organisationen weltweit die Echtzeit-Vorschläge, um ihre Texte zu verbessern und auszudrücken, was sie wirklich meinen. Die Vorschläge der Software helfen dabei, komplexe Sprachbarrieren in der schriftlichen Kommunikation zu überwinden. Und zwar dadurch, dass komplizierte Sätze erkannt und durch effizientere ersetzt werden. Das Programm hilft, wiederholende Formulierungen zu vermeiden und die korrekte Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik zu wahren. (sg)

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