KIT: Rechenleistung über soziale Netzwerke austauschen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
kit_rechenleistung_ueber_soziale_netzwerke_austauschen_rdax_1200x795

Zum Teilen von Fotos, Videos oder Nachrichten sind soziale Netzwerke sehr beliebt. In Zukunft sollen sie aber nicht nur den Austausch von Daten, sondern auch von Dienstleistungen möglich machen: Eine interdisziplinäre Forschergruppe des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) arbeitet an einer Anwendung, über die Nutzerinnen und Nutzer Rechnerleistung tauschen können und so unabhängiger von großen Firmen werden. Die „Social Cloud“ überträgt damit die Idee des Cloud-Computing – das Vernetzen von Rechner-Hardware zum Bündeln von Kapazitäten etwa für aufwendige Simulationen – auf die sozialen Netzwerke.

„Die ‚Social Cloud’ definieren wir als eine Plattform zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen und Dienstleistungen auf der Basis bestehender Beziehungen zwischen Nutzern sozialer Netzwerke“, sagt Dr. Simon Caton vom Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) am KIT. Mitglieder einer Plattform wie Facebook haben über die „Social Cloud“ die Möglichkeit, ihre Hardware-Ressourcen als virtuellen Teil eines PCs oder Laptops für Mitglieder ihrer Freundesliste auf einer Art Marktplatz zu Verfügung zu stellen und im gleichen Zug auf deren Speicher- und Festplattenkapazitäten zuzugreifen. Ziel dabei ist es, die freien Ressourcen aller im Netzwerk vorhandenen Rechner weltweit zu nutzen, was bislang ungeahnte Leistungspotenziale freisetzen würde. „Wir bauen ein Austauschsystem, in dem Mitglieder sozialer Netzwerke ihre Rechenleistungen anbieten und die anderer annehmen können“, sagt Caton, der die Young Investigator Group leitet, welche die Plattform Social Cloud entwickelt. 

 Social Cloud App

„Das Austauschsystem läuft über die Freundeslisten der Nutzerinnen und Nutzer. Innerhalb dieser Listen können über die Social-Cloud-Plattform, die als App in Facebook integriert ist, Leistungen kostenfrei angeboten und angenommen werden. Dabei funktioniert die Social-Cloud-App als Kommunikationsplattform zwischen den Nutzern“, so Caton. Interessant sei eine solche Cloud vor allem für Menschen, die spontan auf überdurchschnittliche Rechenleistung angewiesen sind, beispielsweise zum Bearbeiten von Video-Dateien, für Simulationen oder Back-ups.

Derzeit wird die Social Cloud entwickelt und getestet. Ein Versuchslauf mit Testpersonen ist noch in diesem Jahr geplant. Dann werden ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem jeweiligen vernetzten Freundeskreis Social Cloud als Applikation für Facebook ausprobieren.

Vertrauen und Datensicherheit

Zuvor beschäftigen sich die Wissenschaftler auch mit den zentralen Themen Vertrauen und Datensicherheit, sowohl aus technischer aber auch aus ökonomischer und soziologischer Sicht. So sollen etablierte Verschlüsselungstechnologien und Verfahren zum Prüfen und Ausführen oder Sperren von Programmen unbekannter Anbieter oder Internetseiten größtmögliche Sicherheit bieten. Die Nutzer können flexibel festlegen, wer aus ihrer Freundesliste auf welche Rechnerleistungen zugreifen darf. Zudem soll jeder Nutzer die Verbindung zu einem Abnehmer seiner Ressourcen einsehen und jederzeit sofort per Tastendruck unterbrechen können. „Jeder Nutzer behält immer die Autorität über den eigenen Rechner und entscheidet, was mit dem Rechner gemacht wird – oder nicht“, so Simon Caton.

Aus ökonomischer Sicht interessiert die Wissenschaftler, welche Marktmechanismen die verfügbaren Ressourcen möglichst effizient verteilen. Der Fokus liegt dabei auf präferenzbasierten Mechanismen, die bei der Zuteilung berücksichtigen, mit wem die Nutzer teilen möchten: also beispielsweise mit Freunden, zu denen das beste Vertrauensverhältnis besteht. Die Soziologen überprüfen die sozialen und kognitiven Prozesse, welche den Austausch von Ressourcen unter Mitgliedern eines sozialen Netzwerkes stärken. „Wir beobachten, dass Vertrauensnetzwerke, in denen Ressourcen geteilt werden, in vielen Fällen nicht identisch mit den jeweiligen Freundesnetzwerken sind“, sagt Caton.

Weitere Informationen: www.ksri.kit.edu/socialcloud.php und www.facebook.com/SocialCloudComputing

Literatur: S.Caton, C. Haas, K. Chard, K. Bubendorfer, O. Rana; A Social Compute Cloud: Allocating and Sharing Infrastructure Resources via Social Networks. IEEE Xplore Digital Library: http://ieeexplore.ieee.org/xpl/articleDetails.jsp?reload=true&arnumber=6727497

 

 

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Werbung

Top Jobs

Data Visualization App/BI Developer (m/f/d)
Simon-Kucher & Partners, Germany/Bonn or Cologne
› weitere Top Jobs
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Big Data, ERP, KI, AR, Cloud, RPA – wie Unternehmen mit digitalen Technologien ihre Zukunft sichern

2025

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

* Jederzeit kündbar

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.