Werbung

Keine Panik – IT-Experte sieht Bundestagswahl entspannt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Keine Panik – IT-Experte sieht Bundestagswahl entspannt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Noch knapp vier Wochen bis zur Bundestagswahl. Während die politische Entscheidung ums Kanzleramt kaum Spannung birgt, beherrschen andere Schlagzeilen das Land. Mit Stichworten wie drohenden Wahlmanipulationen sowie Angriffen ausländischer Cyber-Krimineller wird seit Wochen Unruhe geschürt. Doch was ist dran an den vielfältigen Warnungen? Mirko Ross, Experte für Sicherheit im Internet der Dinge und Mitglied des internationalen Beratergremiums der European Union Agency for Network and Information Security (ENISA), bleibt gelassen. Und warnt seinerseits vor Panikmache.

Noch knapp vier Wochen bis zur Bundestagswahl. Während die politische Entscheidung ums Kanzleramt kaum Spannung birgt, beherrschen andere Schlagzeilen das Land. Mit Stichworten wie drohenden Wahlmanipulationen sowie Angriffen ausländischer Cyber-Krimineller wird seit Wochen Unruhe geschürt. Doch was ist dran an den vielfältigen Warnungen? Mirko Ross, Experte für Sicherheit im Internet der Dinge und Mitglied des internationalen Beratergremiums der European Union Agency for Network and Information Security (ENISA), bleibt gelassen. Und warnt seinerseits vor Panikmache.

„Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass derzeit eine ganze Reihe von ‚Experten‘ auf einen rollenden Zug aufspringen. Die Stichworte reichen von ausländischen Cyber-Kriminellen, die die anstehende Bundestagswahl – wie auch immer – beeinflussen könnten. Bis hin zu gezielten Wahnmanipulationen“, so der 44-Jährige. Ross weiter: „Ein sachlicher Blick auf die Realitäten wäre zweifellos hilfreicher als das Schüren von Ängsten. So manche ‚Warnung‘ grenzt eher an Panikmache denn an nüchterne Analyse“.

Wahl traditionell per Stimmzettel 

Eine Wahlmanipulation wie beispielsweise in Venezuela, wo der Hersteller von Wahlcomputern eine Manipulation der jüngsten Wahlen als erwiesen einschätzt, ist in Deutschland bereits deshalb nicht möglich, weil hierzulande traditionell per Stimmzettel auf Papier abgestimmt wird. Auch tatsächlich stattfindende Angriffe von ausländischen Cyber-Banden bewertet Ross als weniger relevant, als dies momentan von verschiedenen Seiten eingeschätzt wird. Der Experte: „Was genau tun diese Cyber-Kriminellen? Sie setzen, vorwiegend über soziale Medien, Fake News in die Welt. Hier würden technische Filter bei den Anbietern von sozialen Medien weiterhelfen, denn so könnten automatisierte Bots eingedämmt werden. Wenn nun aber im Internet ein besonders spektakuläres Zitat von Frau Merkel oder Herrn Schulz auftaucht, dann ist zwischen dieser Meldung und einer möglichen Auswirkung auf das Wahlergebnis noch immer eine gewaltige Distanz. Dies belegen übrigens inzwischen auch einige seriöse Studien, die beispielsweise die US-Präsidentenwahl oder die Abstimmung zum Brexit zum Gegenstand haben. Im Zweifelsfall helfen dem Leser der klare und kritische Menschenverstand – oder der Quercheck einer solchen Meldung über tatsächlich seriöse Nachrichtenportale; egal ob das die Tagesschau ist oder die eigene Tageszeitung.“

Mündige Leser und Bürger gefragt

Dass es derartige Versuche gebe, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, stehe außer Frage, so Ross weiter. Völlig zurecht warne das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit geraumer Zeit vor Cyber-Angriffen und automatisierter Meinungsplatzierung im Internet oder in sozialen Netzen. Und gerade in den letzten Wochen vor der Bundestagswahl ist mit deutlich erhöhter Aktivität auf diesen Gebieten zu rechnen. Grund zur Panik bestehe deshalb aber keineswegs. Gefragt sei vielmehr der mündige Leser und Bürger – und das kritische Hinterfragen von Meldungen im Internet, die besonders spektakulär klingen.

Einem Unbekannten auf der Straße gibt man auch nicht seine Bankkarte

Ein gutes Beispiel, wie scheinbare Gefahren tatsächlich einzuschätzen sind, erkennt Mirko Ross in einer der jüngsten Veröffentlichungen des BSI. Im Juni hatte das Bundesamt vor massiven Cyber-Angriffen auf private E-Mail-Postfächer von Funktionsträgern aus Wirtschaft und Verwaltung gewarnt. Sogenannte Spearphishing-Mails waren in großer Zahl an Spitzenpersonal in Parteien und Unternehmen verschickt worden. Die Betroffenen wurden aufgefordert, einen Link anzuklicken und private Passwörter einzugeben. Genau hier sieht der ENISA-Experte allerdings den Knackpunkt: „Wenn Sie auf offener Straße von einem Unbekannten angesprochen werden, der Sie auffordert, ihm Ihre persönlichen Daten, Ihren Personalausweis und Ihre Bankkarte auszuhändigen – würden Sie das tun? Nein? Und warum sollten Sie dasselbe dann im Internet tun?“

Mirko Ross

Zur Person: Mirko Ross ist Gründungsgesellschafter und CEO der digital worx GmbH, einer mobilen Software Developing Company mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen. 1998 gründete er sein erstes Unternehmen im Technologiebereich. Seit 2012 unterrichtet er Web Engineering und mobile Softwareentwicklung an der Universität Heilbronn. Der 44-Jährige wurde jüngst durch die EU zum beratenden Experten für Sicherheit der European Union Agency for Network and Information Security (ENISA) berufen und ist an öffentlichen und privaten Forschungsaktivitäten für offene Standards im Internet der Dinge beteiligt. Er ist Mitglied des Internet Of Things Council, einem weltweiten IoT Think Tank. Im Rahmen des Internet-Programms der Europäischen Kommission unterstützt er Start-ups in den Bereichen eHealth und Industrial IoT.

 

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Planbare Wartung ist eine wichtige Anwendung im Internet der Dinge (IoT). Sie kommt in verschiedensten Branchen zum Einsatz und verlangt vor allem eines: eine zuverlässige Vernetzung. Das gilt zum Beispiel fürs Gebäudemanagement, wenn es darum geht, durch Vernetzung, Datenerhebung und Analyse den Betrieb eines Aufzugs zu sichern. Welche Chancen dies bietet, zeigt die Zusammenarbeit des Telekommunikationsanbieters Telefónica mit Schindler, einem der führenden Anbieter von Aufzügen und Fahrtreppen. Von Sven Koltermann
Werbung

Top Jobs

Data Visualization App/BI Developer (m/f/d)
Simon-Kucher & Partners, Germany/Bonn or Cologne
› weitere Top Jobs
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Apps, Portale, Software – Prozesse effizienter gestalten

Automatisierung

Mehr erfahren

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.