Noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts werden „Computer mit heute noch unvorstellbarer Leistungsfähigkeit“ auf den Markt kommen, prognostizieren die befragten Experten im neuen Report „IT-Trends der 2020er Jahre“ von Beech.
IT-Trends

Quelle: Alfa Photo/shutterstock

Die von dem niederländischen Softwareanbieter Beech in Auftrag gegebene Zukunftsanalyse zu IT-Trends basiert auf einer Umfrage unter 100 Fachleuten. 82 Prozent sind dem­nach fest vom Erscheinen der neuen Supercomputer noch vor 2030 überzeugt. Die Grundlage hierfür werden Mikrochips mit Strukturen kleiner als ein Nanometer sein, heißt es in dem Report.

IT-Trends: Das erwartet uns bis 2030

Zum Vergleich: Die derzeit leistungsfähigste Chipgeneration arbeitet mit 5-Nanometer-Strukturen. „In dieser Dekade gelingt der Durchbruch bei atomaren Chipstrukturen“, kommentiert Studienleiter Edward Lenssen, CEO von Beech, die Ergebnisse des Zukunftsreports. Mehr als 80 Prozent der Experten erwarten bis 2030 ein „Instant Internet“, also die sofortige Verfügbarkeit „auf Knopfdruck“. Die technische Basis für Übertragungsgeschwindigkeiten jenseits der 10 Gigabit pro Sekunde soll „5G Plus“ bilden.

„Worte wie ‚Download‘ und ‚Ladezeiten‘ wird man künftig nicht mehr kennen, weil alles sofort da ist“, sagt Edward Lenssen voraus. Zum Vergleich: Die derzeitige 5G-Mobilfunkgeneration bringt es auf bis zu 3 Gigabit pro Sekunde Übertragungsrate. Dabei wird dem Expertenbericht zufolge künftig der Großteil der Internetanschlüsse gar nicht auf Computer, Tablets oder Smartphones entfallen, sondern auf Alltagsgegenstände wie Haushaltsgeräte oder Kleidungsstücke und Maschinen. Das Internet der Dinge soll 2030 mehr als 80 Pro­zent des Datenverkehrs ausmachen, heißt es im Beech-Report.

Im gleichen Zeitraum geht mehr als die Hälfte der Fachleute von exponentiell steigenden Datenmengen aus. Auslöser der Datenberge sollen Sensoren sein, die laut Report „überall um uns herum alles messen, hören, sehen, riechen, schmecken und fühlen“. „Wir werden in dieser Dekade den Siegeszug der Sensoren erleben“, interpretiert Studienleiter Edward Lenssen eine Erkenntnis aus der Expertenbefragung, und fügt hinzu: „Die Herausforderung besteht darin, diese gewaltigen Fortschritte bei der Hardware und die schier unglaublichen Datenmengen mittels passender Software zu beherrschen.“

Big Data als Erfolgsfaktor der Zukunft

Laut Umfrage gehen 98 Prozent der Experten davon aus, dass Software in den 2020ern weiter an Bedeutung gewinnen wird.  85 Prozent erwarten, dass IT-Trends wie „Big Data“, also die intelligente Auswertung der Datenberge, künftig entscheidend zum Erfolg von Unternehmen beitragen wird. Über drei Viertel (77 Prozent) sehen die verstärkte Nutzung von Künstlicher Intelligenz zur Daten­analyse voraus. 55 Prozent erwarten bis 2030 „komplexere Software mit mehr Intelligenz“. 76 Prozent stufen eine „maximale Flexibilität bei der Softwareentwicklung“ als erfolgskritisch ein.

Edward Lenssen von Beeach fasst zusammen: „Die Hardware wird in dieser Dekade derart gewaltige Fortschritte machen, dass es der Software-Entwicklung schwerfallen wird, hinterherzukommen. Software wird sich in den 2020ern als der Flaschenhals der Digitalisierung herausstellen. Unter­nehmen sind also gut beraten, sich heute schon die Entwicklerkapazitäten zu sichern, die sie für ihre Wettbewerbsfähigkeit bis 2030 und darüber hinaus benötigen.“

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