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IT-Experte: „Der nächste Krieg wird mit Computerviren geführt“

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„Der nächste Krieg wird nicht mit Panzern, sondern mit Computerviren geführt werden“. Dieses düstere Szenario beschäftigt Geschäftsführer Mirko Ross vom Stuttgarter Software-Dienstleister digital worx(dx). Der 44-Jährige, der kürzlich durch die EU zum beratenden Experten für Sicherheit im Internet der Dinge der European Union Agency for Network and Information Security (ENISA) berufen wurde, zeigt sich besorgt über die zunehmende Anzahl ernstzunehmender weltweiter Attacken auf die Computersysteme.

Mirko Ross

„Der nächste Krieg wird nicht mit Panzern, sondern mit Computerviren geführt werden“. Dieses düstere Szenario beschäftigt Geschäftsführer Mirko Ross vom Stuttgarter Software-Dienstleister digital worx(dx). Der 44-Jährige, der kürzlich durch die EU zum beratenden Experten für Sicherheit im Internet der Dinge der European Union Agency for Network and Information Security (ENISA) berufen wurde, zeigt sich besorgt über die zunehmende Anzahl ernstzunehmender weltweiter Attacken auf die Computersysteme.

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit schreckte eine Meldung in der vergangenen Woche die Öffentlichkeit auf: Eine Schadsoftware kaperte reihenweise Computer in Unternehmen und Behörden. Es handelte sich um einen Trojaner, der sich als Nachfolger des Erpressungsprogramms „Petya“ tarnt. Die Daten betroffener Computer werden nachhaltig verschlüsselt und teilweise zerstört.

Auch Atomruine Tschnobyl angegriffen

Er nutzt zahlreiche Sicherheitslücken, was das Ausmaß des Befalls durch den Trojaner „Wannacry“ noch übersteigt, der sich im Mai weltweit blitzschnell verbreitet hatte. In der vergangenen Woche war die Ukraine Epizentrum des Angriffs. Allerdings waren unter anderem auch die US-Pharmafirma Merck, die dänische Großreederei Maersk sowie der deutsche Beiersdorf-Konzern betroffen. Beunruhigt sind Experten zudem, weil auch die Atomruine in Tschernobyl Ziel des Angriffs war.

Lösegeldzahlung als Alibi

„Eine Erpressersoftware ist ein Schadprogramm, das Rechner befällt und alle Daten darauf verschlüsselt. Wer seine Systeme wieder nutzen möchte, muss online Lösegeld an die Angreifer zahlen“, erklärt ENISA-Experte Mirko Ross. Auffallend ist allerdings nach Ansicht des 44-Jährigen, dass anders als bei früheren Angriffen eher alibimäßig eine Methode der „Lösegeldzahlung“ in den Raum gestellt wurde. Ross: „die Schadsoftware wurde über ein Update einer ukrainischen Steuersoftware verteilt. Angriffsziel waren also vorwiegend Unternehmen in der Ukraine beziehungsweise in der Folge auch international operierende Konzerne über ihre ukrainischen Niederlassungen, die die Software zur Steuerverwaltung verwenden. Die Funktionen zum Bezahlen des Lösegeldes sind eher schlecht als recht in der Ransomware eingebaut. Das lässt vermuten, dass die Urheber eher politisch motiviert sind und in der Ukraine Unruhe stiften wollen – oder es sich um den Angriff einer Regierungsorganisation handelt. Alles in allem eher eine Cyberwar-Aktion als ein Erpressungstrojaner.“

Zahl der Bedrohungen wird weiter steigen

Sicher ist hingegen, dass die Anfälligkeit von Computersystemen eine völlig neue Dimension der Bedrohung darstellt. Dies sollte nach Ansicht des Experten zu einem Umdenken in Sicherheitsfragen führen. „Cyberwaffen sollten ähnlich wie Bio- und Chemiewaffen international geächtet werden“, fordert Mirko Ross. Momentan gebe es keine Möglichkeit, deren Verbreitung und Einsatz zu überwachen. Dabei steht nach Ansicht des IT-Experten fest, dass die Zahl der Bedrohungen weiter ansteigen wird. Ross: „Der nächste Krieg wird nicht mit Panzern, sondern mit Computerviren geführt werden“.

Über den Autor: Mirko Ross ist Gründungsgesellschafter und CEO der digital worx GmbH, einer mobilen Software Developing Company mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen. Seit 2012 unterrichtet er Web Engineering und mobile Softwareentwicklung an der Universität Heilbronn. Der 44-Jährige wurde jüngst durch die EU zum beratenden Experten für Sicherheit der European Union Agency for Network and Information Security (ENISA) berufen und ist an öffentlichen und privaten Forschungsaktivitäten für offene Standards im Internet der Dinge beteiligt. Er ist Mitglied des Internet Of Things Council, einem weltweiten IoT Think Tank. Im Rahmen des Internet-Programms der Europäischen Kommission unterstützt er Start-ups in den Bereichen eHealth und Industrial IoT.

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