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Interview: Social Media in der Produktentwicklung

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Interview: Social Media in der Produktentwicklung

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Im Privaten haben Facebook & Co. einen festen Platz eingenommen. Im Unternehmen dagegen wird Social Media noch kaum genutzt – zumindest in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von ­Microsoft. Während fast die Hälfte der Befragten denkt, dass sie dadurch produktiver sein könnten, bleiben die Ingenieure skeptisch. Da sie doch eh schon viel Zeit mit nicht-konstruktiven Tätigkeiten zubringen müssen. Wir haben mit Frank Patz gesprochen, er ist Entwicklungsleiter beim PLM-Anbieter Contact Software und nähert sich diesem Thema mit Fingerspitzengefühl.

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Digital Engineering Magazin (DEM): Herr Patz, Ingenieure stehen der Nutzung von sozialen Medien eher skeptisch gegenüber. Das zeigt eine gemeinsame Studie von Contact Software, Fraunhofer IPK und VDI – warum bieten Sie jetzt trotzdem eine entsprechende ­Lösung?

Frank Patz: Wir wollen den Ingenieuren keinen Facebook-Ersatz bieten, mit dem sie „I like your Stückliste“ posten können. Wir tragen aber dem Umstand Rechnung, dass eine Entwicklungsorganisation natürlich auch ein soziales Gebilde ist, dessen Kommunikation der klassische PDM-Ansatz zu wenig unterstützt. Deshalb wollen wir mit viel Fingerspitzengefühl neue Ideen einführen, um aus CIM Database und Project Office noch bessere Werkzeuge für kollaborative Produktentwicklung und kollaboratives Projektmanagement zu machen. Wir nennen das „Activity Stream“ und sehen darin einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Die Software führt Nachrichten von Anwendern und vom System generierte Informationen zusammen – beispielsweise in einem Projektforum, damit der Projektverlauf einfacher zu verfolgen ist.

DEM: Gibt es bei Ihren Kunden bereits Social-Media-Initiativen und wo sehen Sie die größten Hindernisse?

Frank Patz: Bei so gut wie allen Kunden finden wir erste Ansätze, die zum Beispiel auf Wikis basieren. Einige wenige haben größere Projekte für den virtuellen Arbeitsplatz der Zukunft gestartet, in die dann vernünftigerweise auch Themen wie PDM/PLM und Projektmanagement einbezogen werden. Die größten Hindernisse sind aus meiner Sicht das fehlende Verständnis für Wirkungsweise und Potenzial von Social Media in IT-Abteilung und Management. Auch die Bereitschaft der Anwender, sich im Unternehmensumfeld auf Neues einzulassen, ist noch zum Teil begrenzt – selbst dann, wenn ähnliche Werkzeuge im privaten Umfeld genutzt und geschätzt werden. Manchmal ist das vielleicht auch ein Problem der Firmenkultur: Niemand möchte sich vor den Kollegen exponieren.

DEM: Welche Social-Media-Elemente stellen Sie nun zur Verfügung?

Frank Patz: Mit unserem aktuellen Release bieten wir den ­Activity Stream, der als Microblog, Forum, Nachrichten-Feed und zur Kommentierung von Vorgängen und Daten in unseren Anwendungen genutzt werden kann. Man muss sich das wie einen kontinuierlichen Informationsstrom vorstellen, der sich aus Anwenderbeiträgen und vom System generierten Nachrichten speist. Das Besondere daran ist, dass jedem formalen Vorgang beziehungsweise jedem Dokument ein dynamischer Informationsstrom zugeordnet werden kann.

DEM: Haben Sie ein Beispiel?

Frank Patz: Es lässt sich beispielsweise eine Art Projekttagebuch für ein Projekt führen oder ein Innovationsvorschlag in ein Forum einordnen, in dem er diskutiert werden kann.

DEM: Social Media und traditionelles PLM, wie spielt das zusammen und welche ­Anwendungsfälle ergeben sich daraus?

Frank Patz: Social-Enterprise-Anwendungen ergänzen die ohnehin stattfindende Kommunikation über das, was im Unternehmen geschieht, um ein weiteres Medium. Sehr gute Anwendungsmöglichkeiten für Activity Stream sehen wir vor allem in Unternehmen, die über mehrere Standorte verteilt agieren. Hier funktioniert das Posten und Kommentieren oft besser als beispielsweise E-Mail, weil man dabei keinen Empfänger auswählen und benennen muss: Man spricht über etwas, aber nicht unbedingt mit jemandem.

DEM: Klingt eher unfokussiert. Wie lassen sich da die über verschiedene Medien und Kanäle verstreuten Informationen suchen und in Bezug setzen?

Frank Patz: Ganz problemlos: In der Kaffeeküche unterhält man sich über das Projekt 08-15, in der virtuellen Welt stellt man die Bezüge über Links her. Mit CIM Database und Project Office kann man zum Beispiel aus einer E-Mail ein Projekt, ein Dokument oder auch eine Diskussion im Activity Stream einfach verlinken. Und unsere „Enterprise Search“ sucht auch nach unstrukturierten Inhalten. Schwieriger ist schon die Frage, wie ein Unternehmen das Informationsaufkommen beherrschen kann, wenn eine Vielzahl von Systemen und Kanälen eingesetzt wird.

DEM: Was ist mit externen Partnern? Welche Potenziale sehen Sie, mit Social Media diese in den Entwicklungsprozess einzubinden?

Frank Patz: Sich einfach und schnell über den Gegenstand der gemeinsamen Tätigkeit austauschen zu können, ist natürlich gut. Allerdings gibt es berechtigte Sicherheitsbedenken, wenn die Kommunikation über das offene Internet läuft. Wir haben den Activity Stream deshalb in unser geschütztes Collaboration-Portal für die Zusammenarbeit mit Zulieferern integriert.

DEM: Planen Sie die Weiterentwicklung von Social Media in Ihrer PLM-Plattform?

Frank Patz: Grundsätzlich orientieren wir uns an dem, was unsere Kunden machen und von uns erwarten. Der nächste Schritt sind vermutlich Profilseiten für Anwender, die diese selbst mit Inhalten füllen: woran sie arbeiten, was sie besonders gut können, welches ihre Interessen sind und so weiter. Dafür gibt es vor allem in größeren Unternehmen mit einigen Tausend weltweit verteilten Ingenieuren Potenzial, weil der gesuchte Know-how-Träger nicht immer dort sitzt, wo man ihn vermutet.

DEM: Wie gehen Sie vor, wenn sich ein Unternehmen für Social Media interessiert?

Frank Patz: Wir schauen uns die Anwendungsfälle an und untersuchen die Integrationsmöglichkeiten. Essentiell ist das Verständnis, dass in diesem Punkt die Enterprise-IT-Welt vom privat genutzten Internet und der Consumer-IT noch viel lernen kann.

DEM: Herr Patz, vielen Dank für dieses Gespräch!

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