Interview mit Dr. Said Zahedani, Hewlett Packard Enterprise

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Interview mit Dr. Said Zahedani, Hewlett Packard Enterprise

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Said Zahedani verantwortet seit Mitte des Jahres 2015 den Geschäftsbereich Hybrid IT von Hewlett Packard Enterprise in Deutschland. Das von der HP Inc. abgespaltene Unternehmen fokussiert künftig die Unternehmens-IT mit Server- und Speicher-Hardware, Netzwerklösungen, Software und IT-Dienstleistungen. Zahedani ist bei Hewlett Packard Enterprise für den Vertrieb von HP Helion mit den Lösungsbereichen Cloud-Infrastruktur, Cloud-Software und passende Dienstleistungen zuständig. Von Stefan Girschner

Said Zahedani verantwortet seit Mitte des Jahres 2015 den Geschäftsbereich Hybrid IT von Hewlett Packard Enterprise in Deutschland. Das von der HP Inc. abgespaltene Unternehmen fokussiert künftig die Unternehmens-IT mit Server- und Speicher-Hardware, Netzwerklösungen, Software und IT-Dienstleistungen. Zahedani ist bei Hewlett Packard Enterprise für den Vertrieb von HP Helion mit den Lösungsbereichen Cloud-Infrastruktur, Cloud-Software und passende Dienstleistungen zuständig.  Von Stefan Girschner

Dr. Said Zahedani, Hewlett Packard Enterprise

Im Gespräch erläutert Dr. Said Zahedani, Leiter des Geschäftsbereichs Hybrid IT bei Hewlett Packard Enterprise Deutschland, die Strategie des Unternehmens und insbesondere die Positionierung der Cloud-Lösungen und dazugehörigen Services.
 
digitalbusiness Cloud & IoT: Seit Juni 2015 sind Sie neuer Leiter des Geschäftsbereichs Hybrid IT bei Hewlett Packard Enterprise (HPE). Welche Erfolge konnten Sie seitdem für diesen Geschäftsbereich erwirken?
Dr. Said Zahedani: Als ich zu HPE kam, waren wir gerade Weltmarktführer bei Cloud-Infrastruktur und Cloud-Software geworden. Ich will zusammen mit meinem Team, mit unseren anderen Geschäftsbereichen und mit dem Partner-Ökosystem dazu beitragen, dass wir diese Position ausbauen. Das Cloud-Geschäft ist ein Mannschaftssport, weil Cloud immer Bestandteil von hybriden IT-Umgebungen ist. Wir werden dann weiter erfolgreich sein, wenn wir unser Zusammenspiel weiter optimieren. Dann entsteht für den Kunden der größte Mehrwert.

digitalbusiness Cloud & IoT: HPE bietet mit Helion ein komplettes Cloud-Lösungsportfolio, das auf Open-­Source-Technologie basiert. Wo sehen Sie die Stärken des Portfolios von HPE im Vergleich zu Wettbewerbern?
Zahedani: Die Stärken sind die Offenheit und Breite unseres Portfolios. Die meisten anderen IT-Unternehmen bieten in irgendeiner Form Punktlösungen, oft auf proprietärer Grundlage. HPEs Rolle besteht dagegen darin, die vielen Teile zu einem Ganzen zusammenzufügen. Wie gesagt, die Unternehmens-IT ist eine hybride Welt, daher ist unsere Position ein Mehrwert für die Kunden und für uns ein Wettbewerbsvorteil. Natürlich arbeiten wir daran, die Verknüpfung heterogener Plattformen immer weiter zu verbessern. Letztlich soll jeder Geschäftsprozess automatisch genau die Systemressourcen bekommen, die seinen Anforderungen zum Zeitpunkt X entsprechen.

Dr. Said Zahedani, HPE.

 

digitalbusiness Cloud & IoT: Wie binden Sie Ihre Partner und Kunden in das Cloud-Ökosystem von HPE ein?
Zahedani: Zunächst möchte ich betonen, dass Cloud Computing vom Reichtum des Ökosystems lebt. Monopolistische Strukturen würden dem Cloud-Markt insgesamt nicht gut tun. Daher ist Cloud für HPE im Kern ein Partnergeschäft, wobei wir unsere Rolle sozusagen als Nährboden dieses Ökosystems sehen. Mittel dazu sind unsere Cloud-Partnerprogramme, unser Engagement für offene Standards wie OpenStack und der Aufbau von offenen Cloud-Marktplätzen. Für unsere Kunden agieren wir dabei als Klammer und Bindeglied ihrer hybriden IT-Umgebungen.

digitalbusiness Cloud & IoT: Kommen wir nochmals auf die HPE-Helion-Lösungen zurück. Welche Merkmale und Anforderungen müssen Cloud-Lösungen und -Dienste heute erfüllen, insbesondere hinsichtlich Sicherheit, Performance, Kosten und Compliance?
Zahedani: Das lässt sich nicht verallgemeinern. Jeder Prozess und jede Anwendung stellen unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Kosten, Leistung, Flexibilität, Compliance und so weiter. Eine Monte-Carlo-Simulation braucht andere Plattformen als eine geschäftskritische Logistik-Anwendung, und die wiederum andere als eine mobile Vertriebs-Anwendung. Die Compliance-Vorgaben variieren dabei von Land zu Land. Das Ziel der Transformation zu einer hybriden IT besteht genau darin, für spezifische Anforderungen zur richtigen Zeit passgenaue Kombinationen von Plattform-Komponenten bereitzustellen.
digitalbusiness Cloud & IoT: Welche Cloud-Lösungen bieten Sie hierzu an, die diese Anforderungen erfüllen?
Zahedani: Ein Beispiel ist unsere Hybrid-Cloud-Lösung HPE Helion CloudSystem, die als reine Software-Lösung oder als Appliance verfügbar ist. CloudSystem automatisiert die Bestellung, die Provisionierung, den Betrieb und die Abrechnung von System-Ressourcen über heterogene Umgebungen hinweg – inklusive externer Quellen wie AWS oder Azure. Möglich ist das zum einen durch den Einsatz von Technologien wie OpenStack oder Eucalyptus, zum anderen durch die Plattform-übergreifende Prozess-Automatisierung.
Mit „Composable Infrastructure“ verfolgen wir zudem einen neuen Architektur-Ansatz, der über heutige Konvergenz- und Software-defined-X-Konzepte hinausgeht. In einer Composable Infrastructure werden heterogene Systemressourcen aus ihrer festen Verdrahtung herausgelöst und können wie Software-Code behandelt werden. Das heißt, die Ressourcen können regelbasiert und automatisiert kombiniert werden, entsprechend der spezifischen Anforderungen einer Applikation oder eines Geschäftsprozesses.

digitalbusiness Cloud & IoT: HP setzt jetzt auch auf „Service Brokering“. Was verbirgt sich hinter diesem Konzept, das es IT-Abteilungen ermöglichen soll, zu  einem internen Cloud Service Provider Broker zu werden?
Zahedani: Service Brokering beschreibt zunächst einmal eine spezifische organisatorische Rolle der IT, sei es der internen IT-Abteilung oder eines externen Dienstleisters. Es ist die Rolle, die der IT-Organisation in einer hybriden Welt zukommt, nämlich das Auswählen und Zusammenführen von unterschiedlichen Diensten und Plattformen für die Abwicktlung eines Geschäftsprozesses. Wir unterstützen dieses Konzept zum einen durch Beratungsdienstleistungen, zum anderen mit Portal-Technologien. Diese präsentieren dem Nutzer einen homogenen Service-Katalog mit einheitlichen Prozessen – egal wie verteilt die IT-Umgebung im Hintergrund ist.
digitalbusiness Cloud & IoT: Die Openstack-Community wächst derzeit stark an. Welche Rolle spielt HPE bei der Weiterentwicklung der OpenStack-Technologie?
Zahedani: HPE ist Platinum-Gründungsmitglied der OpenStack Foundation. Zum jüngsten OpenStack-Release Liberty leistete HPE von allen Community-Mitgliedern den größten Beitrag, gemessen an der Anzahl Codezeilen, Reviews, Mitarbeitern, Projektleitern und so weiter. Dieses starke Engagement ist im direkten und indirekten Sinne in unserem eigenen Interesse. Zum einen beruhen unsere eigenen Produkte und Dienstleistungen in zunehmendem Maß auf OpenStack. Zum anderen tragen wir durch unser Engagement zum Erfolg der gesamten OpenStack-Community bei. Je mehr sich OpenStack als Cloud-Standard durchsetzt, desto mehr entsteht für alle Anbieter ein gesunder Wettbewerb, und Kunden vermeiden eine zu starke Bindung an einen Anbieter. Das sind Bedingungen, die zum Wachstum eines Marktes führen. Aus dieser Überzeugung heraus setzt sich HPE traditionell sehr stark für Open-Source-Technologien ein, nicht nur bei OpenStack.

digitalbusiness Cloud & IoT: HPE ist auch an der Entwicklung einer European Cloud beteiligt. Welche Zielsetzung steckt hinter diesem Projekt?
Zahedani: Bei dieser föderal organisierten Cloud-Plattform namens Cloud28+ leitet uns eine ähnliche Motivation wie beim Engagement für OpenStack: wir wollen das Wachstum des gesamten Cloud-Ökosystems in Europa fördern, wovon letztlich auch wir profitieren werden. In Europa herrschen ja für Cloud Computing besondere Bedingungen. Da ist erstens eine besondere Rechtslage und Kultur im Hinblick auf Datenschutz und Sicherheit. Zweitens ist der europäische Markt sehr fragmentiert und intransparent. Beides sind Wachstumshürden. Cloud28+ will diese Hürden durch einen zentralen europäischen Cloud-Marktplatz überwinden. Der Marktplatz schafft Vergleichbarkeit und Transparenz – auch im Bezug auf nicht-funktionale Kriterien wie Sicherheit oder Datenschutz. Anwenderunternehmen können außerdem den Standort des Rechenzentrums sowie den Cloud-Betreiber so auswählen, dass die Einhaltung der lokalen Gesetzgebung gewährleistet ist. Die Cloud28+-Community wächst derzeit kräftig. Wir gehen davon aus, dass Cloud28+ zum Ende dieses Jahres 150 Mitglieder haben wird, die 600 Cloud-Dienste im Katalog anbieten.

digitalbusiness Cloud & IoT: Welche Bedeutung messen Sie den derzeit viel diskutierten IT-Strategien wie Big Data, Internet der Dinge und Industrie 4.0 zu, die sich am leichtesten in einer Cloud-Infrastruktur umsetzen lassen?
Zahedani: Die genannten Konzepte sind die Grundlage für den Strukturwandel unserer Wirtschaft, der zurzeit durch die Digitalisierung der Wertschöpfung vorangetrieben wird. Jedes digitale Geschäftsmodell beruht in irgendeiner Form auf Vernetzung, Datenanalyse, mobilen Technologien und Cloud. Weil digitale Geschäftsmodelle in ihrem Kern durch Cyberkriminalität verwundbar sind, muss auch Security einer der Grundpfeiler der digitalen Wirtschaft sein. (ak)

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Flexa, Hersteller innovativer Kabelschutzsysteme für weltweite Anwendungen, wird künftig IFS Applications 10 des Business-Software-Anbieter IFS implementieren. Der Grund: die heterogene und mittlerweile veraltete Systemlandschaft kann das nachhaltige Wachstum des Unternehmens nicht mehr optimal unterstützen. Der Hersteller möchte damit die Effizienz seiner Abläufe massiv steigern und seine Digitalisierung weiter voranzutreiben.

Viele Workloads teilen Daten, wodurch NAS-Dienste bei einer Cloud-Migration in den Fokus rücken. Viele Unternehmen fragen sich, was in der Cloud besser aufgehoben ist als im eigenen Rechenzentrum. Die Antwort darauf bedarf einiger Vorarbeiten, wie das die Einkaufs-, Rechts- und Fachabteilung gemeinsam die Geschäftsziele abstecken. Im Anschluss sollten Workloads identifiziert und zu katalogisiert werden, die sich in die Cloud verschieben lassen.
Werbung

Top Jobs

Data Visualization App/BI Developer (m/f/d)
Simon-Kucher & Partners, Germany/Bonn or Cologne
› weitere Top Jobs
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: ERP

Flexibel und systemoffen

Mehr erfahren

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

* Jederzeit kündbar

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.