Internetnutzung: So hat sich das Verhalten während der Corona-Krise verändert

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Eine neue Studie von Jin hat die Verhaltensweisen und Internetnutzung während der Corona-Krise untersucht. So hat die Pandemie einen Anstieg des Vertrauens in die digitale Technologie ausgelöst, zugleich aber auch einen Vertrauensverlust in die digitale Medienlandschaft.
Internetnutzung

Quelle: David-MG - Shutterstock

  • Neue Studie von JIN und Opinionway untersucht das Online-Nutzungsverhalten während der Corona-Pandemie.
  • Die Kluft zwischen den Generationen und Gesellschaftsschichten in Deutschland bei der Internetnutzung wächst.
  • In Deutschland stieg die Internetnutzung für Einkäufe mit einem Anstieg von 18 Prozent geringer aus im Vergleich zu Großbritannien (32 Prozent) und den USA (30 Prozent).

Für die Erhebung zur Internetnutzung in der Covid-19-Pandemie hat die Kommunikations-Agentur JIN die Marktforschungsfirma Opinionway beauftragt, die jeweils rund 1.000 Personen in Frankreich, Großbritannien, USA und Deutschland befragt hat. Demnach hat sich die digitale Nutzung während der Covid-19-Krise weiterentwickelt, wenn auch auf unterschiedliche Weise, abhängig von Generation, Land, Bildungsschicht und Geschlecht. Länderübergreifend haben die sozialen Beziehungen durch die Pandemie stark gelitten. Lediglich zur Familie und Menschen im eigenen Haushalt fühlen sich die Befragten enger verbunden.

Zudem scheint die Gesellschaft den digitalen Wandel ungleichmäßig zu erleben, sodass die Kluft zwischen den Generationen und Gesellschaftsschichten in Bezug auf die Internetnutzung wächst. In allen untersuchten Ländern wurden Nachrichten vermehrt digital verfolgt und es konnte ein Anstieg der Neukundenregistrierungen bei Online-Anbietern beobachtet werden (Kategorien der Online-Anbieter: Fitness, Videokonferenz, Lebensmittel-Lieferung, Essenslieferung, Streaming, Soziale Netzwerke, Nachrichten, E-Books, Podcasts, Online-Handel, Hörbücher und Dating). Dies spricht jedoch nicht für einen Anstieg des Vertrauens im Netz, es kann vielmehr ein zunehmendes Unbehagen in Bezug auf Fake News beobachtet werden.

Internetnutzung: Auswirkungen auf soziale Beziehungen

Die strikten Kontaktbeschränkungen in Deutschland wirken sich stark auf die zwischenmenschlichen Beziehungen aus. Lediglich die Bindung zu Menschen im eigenen Haushalt und zur Familie wurden während der Corona-Krise gestärkt. Diese Beobachtung war auch in den anderen untersuchten Ländern festzustellen.

Dies könnte mit der Selbstisolation im Haushalt – allein oder innerhalb der Familie – zusammenhängen. Im Vergleich dazu gaben, unabhängig von demografischen Merkmalen, 25 bis 32 Prozent der Deutschen an, dass Beziehungen zu Freunden, Nachbarn, der Gemeinschaft oder Menschen im Allgemeinen weniger gepflegt wurden. Am härtesten traf die Isolation die älteren Generationen – möglicherweise verstärkt durch die nicht selten fehlende Nutzung digitaler Tools für die persönliche Kommunikation:

  • Beziehungen zur Familie: Seit der Pandemie haben die Deutschen engere Beziehungen zu Familiemitgliedern (30 Prozent enger, sieben Prozent weniger eng) und Personen im eigenen Haushalt (30 Prozent enger, 17 Prozent weniger eng).
  • Eine Frage des Alters: Durchschnittlich 25 Prozent der Generation Z (in dieser Studie alle 18 bis 24-Jährigen) verus neun Prozent der über 65-Jährigen geben an, dass die Beziehungen zu ihren Mitmenschen durch die Corona-Krise enger wurden.

Internetnutzung: Die digitale Kluft vergrößert sich

Die digitale Kluft wächst, da die jüngsten Generationen und höchsten Einkommensgruppen besseren Zugang zu Technologie und somit Informationen haben. Gerade die Generation Z fühlt sich seit Ausbruch der Pandemie noch wohler im Umgang mit dem Internet, bei den älteren Generationen kann kaum eine Veränderung festgestellt werden.

Dies zeigt sich auch in der Anzahl der Neuregistrierungen bei Online-Diensten (Soziale Netzwerke, Streaming, Online-Handel, Fitness, Videokonferenz) sowie der Anzahl im Internet verrichteter Aktivitäten (Kommunikation, Musik, Podcasts, Gaming und mehr) – beide sinken mit steigendem Alter. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Art und Weise der Internetnutzung einkommensabhängig ist: Deutsche mit höherem Einkommen nutzen das Internet während der Pandemie vermehrt für Podcasts und Kommunikation, jene mit niedrigerem Einkommen dafür mehr für Gaming und Musik-Streaming Services:

  • 48 Prozent der Generation Z fühlt sich insgesamt wohler im Internet seit der Krise, aber nur 16 Prozent der über 50-Jährigen.
  • Durchschnittlich 34 Prozent der Generation Z versus fünf Prozent der über 65- Jährigen haben seit Beginn der Krise neue Konten bei Online-Anbietern.
  • Die Nutzung von Gaming (31 Prozent bei niedrigerem Einkommen versus 21 Prozent bei höherem Einkommen) und Musik-Streaming (40 Prozent versus 28 Prozent) sinkt mit steigendem Einkommen.
  • Der Nachrichten-Konsum (55 Prozent mit niedrigerem Einkommen versus 62 Prozent mit höherem Einkommen) und Kommunikation (31 Prozent versus 41 Prozent) steigt mit Höhe des Einkommens.

Wachsende Bedeutung von Vertrauen und Sicherheit

Trotz der häufigeren Internetnutzung und dem Anstieg der genutzten digitalen Plattformen und der Aussage, dass man sich seit dem Covid-19-Ausbruch im Umgang mit dem Internet allgemein wohler fühlt, sorgen sich die Deutschen mehr um Datenschutzthemen oder Fake News – in einer Zeit wie dieser, wo das Vertrauen in die Medien gerade wichtig ist. Die Sorgen nehmen jedoch mit steigendem Einkommen der Befragten ab.

Rund ein Drittel der Deutschen und die Hälfte der Generation Z sind wiederum davon überzeugt, dass Technologie in den Bereichen Gesundheit und Bildung bei Problemlösungen helfen kann. Gerade diese beiden Themenbereiche stehen aktuell im Mittelpunkt der Medienaufmerksamkeit und wurden auch in den sozialen Netzwerken besprochen, dort, wo sich vor allem die Generation Z aufhält:

  • Die Angst vor Fake News steigt bei 45 Prozent der Deutschen, bei elf Prozent sinkt sie.
  • Die Sorge um personenbezogene Daten steigt bei 21 Prozent der Befragten, bei 13 Prozent sinkt sie.
  • 37 Prozent der Generation Z sorgen sich um die Auswirkungen von Technologie auf das Alltagsleben, zwölf Prozent mehr als bei allen anderen Altersgruppen.

Internetnutzung für Einkäufe nimmt zu

Der Umfrage zufolge schätzt die breite Öffentlichkeit den Beitrag großer Onlinehändler oder Lebensmittelhändler während der Corona-Pandemie. Zu vermuten ist, dass dies damit zusammenhängt, dass diese Händler ihren Service während der Krise aufrechterhalten konnten. Auf die Frage, welche Marken oder Unternehmen während der Pandemie positiv aufgefallen sind, wurden in Deutschland am häufigsten Amazon, DHL sowie Aldi und Lidl genannt. Auffallend ist außerdem die Nennung von Trigema. Der schwäbische Bekleidungshersteller erlangte durch die teilweise Umstellung der Produktion auf Schutzmasken viel Bekanntheit, besonders bei der älteren Generation. Auch in Frankreich findet man mit der Luxusmarke LVMH und Decathlon zwei nennenswerte Ausnahmen von den bekannten Anbietern wie Amazon, La Poste und Carrefour.

Merve Liebelt, Vice President der JIN Group und Geschäftsführerin von JIN Deutschland, kommentiert die Ergebnisse: „Unsere Studie zeigt, dass die Coronakrise einerseits die digitale Transformation beschleunigt zu haben scheint, andererseits die digitale Technologie auch eine wachsende Ungleichheit und ein vermehrtes Misstrauen hervorgerufen hat. Die Deutschen verhielten sich bei der Internetnutzung vergleichsweise zurückhaltend und fielen als Digital-Skeptiker ins Auge. Gerade für in Deutschland agierende Marken und Unternehmen könnte der Vertrauensaufbau daher eine der größeren Herausforderungen in der digitalen Welt werden.“ (sg)

Lesen Sie auch:  Social-Media-Nutzung: Warum sie in der Covid-19-Pandemie zugenommen hat

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