Informationstag: Das Netz und der Tod

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Das Netz und der Tod – Wie vollzieht sich das virtuelle Ableben der facebook-Generation? Was geschieht mit der digitalen Hinterlassenschaft Verstorbener? Diese technisch und rechtlich derzeit nicht abschließend geklärten Fragen gewinnen an Bedeutung, weil Identitäten, aber auch umfangreiche persönliche bzw. personenbezogene Daten zunehmend digital hinterlegt sind.

Das Netz und der Tod – Wie vollzieht sich das virtuelle Ableben der facebook-Generation? Was geschieht mit der digitalen Hinterlassenschaft Verstorbener? Diese technisch und rechtlich derzeit nicht abschließend geklärten Fragen gewinnen an Bedeutung, weil Identitäten, aber auch umfangreiche persönliche bzw. personenbezogene Daten zunehmend digital hinterlegt sind.

Der Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) in Kooperation mit dem Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. (BDB) widmete sich im Rahmen eines Informationstages den wichtigsten Aspekten. Es handelte sich um eine der ersten bundesweiten Kooperationsveranstaltungen dieser Art. Fazit: Dem gesellschaftlichen und digitalen Wandel muss die rechtliche und technische Infrastruktur für den Umgang mit digitalen Identitäten Verstorbener folgen.

Die Kiste mit Bildern, die Schallplattensammlung, die sorgsam verschnürten Liebesbriefe werden ersetzt durch jpegs, iTunes und archivierte E-Mails. Aber auch Bitcoins, Spielstände und Avatare können vermögenswerter digitaler Nachlass sein. Digitale Identitäten, Accounts, Urheber- und Nutzungsrechte, die “Gesamtheit des digitalen Vermögens” werfen rechtliche, technische und moralische Fragen auf.

Neben der Legitimation der Hinterbliebenen und der entsprechenden Beweisführung, die praktikabel sein muss, berühren die zu klärenden Probleme auch die Spannungsfelder postmortales Persönlichkeitsrecht (z.B. bei Doppelleben oder Freitodmotiven), die Diskrepanz zwischen Erbrecht und Fernmeldegeheimnis und die unterschiedlichen Rechtskreise (viele der marktdominierenden Anbieter unterliegen US-Recht).

Klare Verfahrensfestlegungen

Für den Todesfall sollten zu Lebzeiten klare Verfahrensfestlegungen in Bezug auf den digitalen Nachlass errichtet werden. Der Umgang mit diesen Daten und der Zugriff der Hinterbliebenen zum Beispiel auf Accounts in E-Mailsystemen oder sozialen Netzwerken sind regelungsbedürftig. Wenn in absehbarer Zeit die erste Internetgeneration dem Lebensende näher rückt, wird es sich um ein Massenproblem handeln, für das bereits jetzt juristische, organisatorische und technische Vorkehrungen getroffen werden müssen. Hierbei werden auch neue Geschäftsmodelle und Beratungsangebote entstehen.

Spezialisierte Juristen und Techniker sowie Verbraucherschützer gaben auf dem TeleTrusT/BDB-Informationstag “Das Netz und der Tod – Umgang mit digitalen Identitäten von Verstorbenen” am 19.02.2015 in Berlin Einblick in aktuelle Regelungsansätze:

Matthias Frohn, Notarassessor, Bundesnotarkammer
“Rechtliche Aspekte der digitalen Identität Verstorbener”

RA’in Annegret König, Google Germany GmbH
“Umgang mit dem digitalen Nachlass Verstorbener – Rechtliche Betrachtung”

Oliver Eiler, Columba Online Identity Management GmbH
“Umgang mit dem digitalen Nachlass Verstorbener – Technische Betrachtung”

Dennis Romberg, Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
“Umgang mit digitalen Identitäten von Verstorbenen aus Verbraucherschutzsicht”

Die Präsentationen sind unter www.teletrust.de/veranstaltungen/netz-und-tod/ abrufbar.

 

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Das Opfer einer Cyber-Attacke zu werden, stellt für Unternehmen ein hohes bis sehr hohes Risiko dar. Dieser Meinung sind Drei Viertel der Deutschen, wie die aktuelle Studie „Vorsicht, Hacker“ des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov gezeigt hat. Dabei fühlen sich viele Kunden dieser Unternehmen mit ihren Sorgen um ihre Daten allein gelassen oder zumindest unzureichend informiert.

Werbung
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Flexibel und schnell wachsen

ERP

Mehr erfahren
Quelle: WIN-Verlag

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.