27.08.2021 – Kategorie: Digitale Transformation

Industrie 4.0-Anwendungen – 10 Anforderungen an die Bundesregierung

Industrie 4.0-Anwendungen – 10 Anforderungen an die BundesregierungQuelle: PopTika/shutterstock
Vor 10 Jahren wurde die vierte industrielle Revolution in Deutschland ausgerufen. Das Ziel dieser Industrie 4.0: die industrielle Produktion unternehmensübergreifend digital verzahnen. Mittlerweile setzen 62 Prozent der Unternehmen in Deutschland…
  • 95 Prozent der Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance
  • Bitkom veröffentlicht Positionspapier „10 Jahre Industrie 4.0 – 10 Punkte für die nächste Legislaturperiode“

„Industrie 4.0-Anwendungen gestalten effizientere und nachhaltige Wertschöpfungsketten, bieten neue Geschäftsmodelle und schaffen darüber hinaus Arbeitsplätze in Deutschland“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Bedeutende Projekte wie Gaia-X sowie die Schaffung von europäischen Datenräumen sind wichtige Grundlagen eines funktionierenden Ökosystems für Industrie 4.0. Deutschland als Begründer des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 muss gerade auch beim Einsatz von Industriedaten eine Vorreiterrolle einnehmen.“ 

Trotz der Verbreitung von Industrie 4.0-Lösungen in den Fabrikhallen, stufen sich aktuell zwei Drittel der Unternehmen (66 Prozent) als Nachzügler oder als bereits abgehängt ein. Rohleder fordert: „Die neue Bundesregierung muss in der kommenden Legislaturperiode Industrie 4.0 und die digitale Transformation schneller voranbringen. Das produzierende Gewerbe ist das Herz der deutschen Wirtschaft und da müssen wir die Schlagzahl erhöhen.“

Industrie 4.0-Anwendungen: Herausforderungen sind seit Jahren bekannt

Die Hemmnisse für den Einsatz von Industrie 4.0-Anwendungen haben sich in den vergangenen Jahren praktisch nicht verändert. Die größten Herausforderungen sind fehlende finanzielle Mittel (77 Prozent), Anforderungen an den Datenschutz (61 Prozent) und an die IT-Sicherheit (57 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (55 Prozent). „95 Prozent der deutschen Industrieunternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance für das eigene Geschäft. Die Entwicklung und der Einsatz solcher Lösungen sind daher ein Muss für eine erfolgreiche Digitalisierung des Standorts Deutschland“, so Rohleder. „Industrie 4.0 ist auch in anderen Anwendungsfeldern wie Mobilität, Gesundheit, Klima und Energie zu einem strategisch wichtigen Einflussfaktor geworden. Die Bedeutung reicht über das produzierende Gewerbe weit hinaus.“

Bitkom hat eine Reihe politischer Maßnahmen zusammengestellt, die von der kommenden Bundesregierung umgesetzt werden sollten, um die Potentiale von Industrie 4.0 schneller zu erschließen:

  1. Bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Industrie 4.0
  2. Stärkung der steuerlichen Forschungs- sowie Entwicklungsförderung
  3. Auflage eines Investitionswettbewerbs zur Verringerung von CO2-Emmissionen
  4. Rechtssichere Anonymisierung und Pseudonymisierung personenbezogener Daten und ein sicherer Datenaustausch
  5. Kompetenzentwicklung Industrie 4.0 sowie Beratungsgutscheine Industrie 4.0
  6. Innovationsförderung Industrie 4.0
  7. Stärkere Ausrichtung der Verbundforschung auf Anwendung von innovativen Technologien
  8. Fortführung der Plattform Industrie 4.0
  9. Stärkung der Marke Industrie 4.0 auf europäischer Ebene
  10. Infrastrukturausbau

Die vollständige Publikation kann hier kostenlos heruntergeladen werden: https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/10-Jahre-Industrie-40-10-Punkte-fuer-die-naechste-Legislaturperiode

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 551 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland im Februar und März 2021 telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

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