Globale Lieferketten: Lieferanten können mit Auftragsvolumen nicht mithalten

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Globale Lieferketten: Lieferanten können mit Auftragsvolumen nicht mithalten

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Globale Lieferketten verzeichneten im ersten Quartal 2021 eine Zunahme von zehn Prozent. Zugleich aber stellt der jüngste Anstieg des Auftragsvolumens die Lieferanten nach einem Jahr intensiver Störungen vor neue Herausforderungen. Das zeigen die jetzt veröffentlichten Transaktionsdaten von Tradeshift.
Globale Lieferketten Lieferkette

Quelle: Michal Chmurski/Shutterstock

  • Laut dem „Index of Global Trade Health“ von Tradeshift sind globale B2B-Transaktionen im 1. Quartal 2021 um zehn Prozent gestiegen, das Auftragsvolumen nahm sogar um 16,9 Prozent zu.
  • Das verarbeitende Gewerbe verzeichnet ein Plus von 80 Prozent beim Auftragsvolumen im März 2021 im Vergleich zum Vorjahr
  • Jeder fünfte Zulieferer gibt an, dass er Schwierigkeiten hat, die steigende Nachfrage zu bewältigen. Und ein Drittel der Zulieferer sieht eine Verschlechterung der Cashflow-Position in den letzten sechs Monaten

Das Auftragsvolumen ist laut dem aktuellen Index of Global Trade Health von Tradeshift im ersten Quartal um 16,9 Prozent gestiegen. Außerdem macht sich jeder fünfte Lieferant Sorgen, ob er mit der Nachfrage Schritt halten kann. Globale Lieferketten: Ihre Belastung ist bei den Herstellern besonders akut. Die Auftragsvolumina in diesem Sektor stiegen im März um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber die Rechnungsvolumina wuchsen im gleichen Zeitraum nur um 20 Prozent.

Globale Lieferketten
Wie der Tradeshift Index of Global Trade Health zeigt, ist das Volumen von Bestellungen stärker gestiegen als das von Rechnungen. (Grafik: Tradeshift)

Globale Lieferketten: Aufträge und Rechnungen klaffen auseinander

Die sich abzeichnende Diskrepanz zwischen Aufträgen und Rechnungen deutet darauf hin, dass das Betriebskapital nicht an die Lieferanten fließt, um den plötzlichen Anstieg der Kundennachfrage zu unterstützen. In einer Umfrage unter Lieferanten fand Tradeshift heraus, dass fast ein Drittel der Befragten in den letzten sechs Monaten eine Verschlechterung ihrer Cashflow-Position festgestellt hat. Fast die Hälfte gab an, dass die Zahl der verspäteten Kundenzahlungen seit Anfang des Jahres zugenommen habe.

„Das Muster, das wir in unseren Daten sehen, deutet darauf hin, dass die Lieferkettenaktivität beginnt, ein Niveau zu finden, das derzeit auf hundert Meilen pro Stunde eingestellt ist. Viele Zulieferer sind von den Ereignissen des vergangenen Jahres angeschlagen zurückgeblieben. Jetzt werden sie gebeten, einen Marathon zu laufen, ohne Treibstoff im Tank zu haben. Es ist kein Wunder, dass sich Risse zeigen, besonders im verarbeitenden Gewerbe“, erklärt Christian Lanng, CEO von Tradeshift.

Globale LieferkettenQuelle: Cognizant
Der Anstieg von Bestellungen und Rechnungen in der Fertigungsbranche. (Grafik: Tradeshift)

Europäische Fabriken laufen mit Rekordtempo

Jüngste Daten von IHS Market deuten darauf hin, dass die Fabriken in den Kernländern der Eurozone im Jahr 2021 mit einem Rekordtempo gelaufen sind. Die Analyse von Tradeshift zeigt, dass das gesamte Transaktionsvolumen in den Lieferketten in der EU-Region im ersten Quartal um 14,5 Prozent anstieg. Die Transaktionsvolumina in den USA, die im vierten Quartal um 29 Prozent gestiegen waren, fielen im ersten Quartal mit einem Anstieg von zehn Prozent wieder auf den globalen Durchschnitt zurück.

Globale Lieferketten Tradeshift
Transaktionsvolumina in den Branchen Logistik, Fertigung, Handel und Technologie. (Grafik: Tradeshift)

In Großbritannien sind die Transaktionsvolumina seit der Pandemie deutlich zurückgegangen. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass die Handelsaktivität eine Wende nehmen könnte. Ein Anstieg des Transaktionsvolumens um sechs Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 brachte die Lieferkettenaktivität auf das Niveau vor der Pandemie, im ersten Quartal 2020.

„Vor einem Jahr hat Covid-19 globale Lieferketten in Aufruhr versetzt. Heute sorgt der Erholungsansturm für weitere Unterbrechungen“, ist Lanng überzeugt. „Die fehlende Transparenz in den Lieferketten macht sie extrem anfällig für Volatilität. Die Digitalisierung ermöglicht Unternehmen widerstandsfähigere, kollaborative Lieferketten aufzubauen. Aber wir müssen viel weiter denken: Es gilt nicht nur die Transparenz entlang der Lieferkette für den Einkäufer zu verbessern, sondern vor allem Systeme einzusetzen, die auch Lieferanten unterstützen und Wert für Einkäufer und Lieferant schaffen.“

Tradeshift ist im Bereich E-Invoicing und Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung sowie im Bereich B2B-Marktplätze und Zugang zu Lieferantenfinanzierung tätig. Die Cloud-basierte Plattform von Tradeshift unterstützt Einkäufer und Lieferanten, den Einkauf und die Rechnungsbearbeitung zu digitalisieren sowie die Arbeitsabläufe in Beschaffung und der Kreditorenbuchhaltung zu automatisieren und schnell zu skalieren.   

Lesen Sie auch: Beschaffungsprozesse – derzeit geprägt von ungenutztem Potenzial und Corona-Krise

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