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Geringer Stromverbrauch alleine macht Geräte nicht „grün“

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Geringer Stromverbrauch alleine macht Geräte nicht „grün“

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Im Deutschen Bundestag hat die Fraktion Die Linke gefordert, dass Hersteller und Importeure von Computern und Computerteilen zur Auszeichnung des Energieverbrauchs an Geräten und deren Verpackungen verpflichtet werden sollen. „Die bisherigen Bemühungen der Industrie zur Senkung des Energieverbrauchs sind unzureichend“, heißt es im Antrag. Dabei werden von Herstellern energieeffizientere Technologien vielfach betont. „Bei den Herstellern ist auf der CeBIT die Energieeffizienz im Fokus“, bestätigt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin von Greenpeace. In einer Greenpeace-Studie wird speziell Dell bescheinigt, wesentlich energieeffizientere Geräte auf den Markt gebracht zu haben. In den letzten Monaten betonten die Chipriesen AMD und Intel immer wieder die Energieeffizienz neuer Prozessoren. Gerade im Server-Bereich gilt diese als gleichbedeutend mit Kostenreduktion. Deutliche Bemühungen besonders bei CPUs und im Großkundensegment bestätigt auch Ingo Schäfer von der Fraktion.

Bei Heimanwendern sei die Situation anders. „Dramatisch ist die Frage der Grafikkarten“, meint Schäfer. Hier sei der Leistungsverbrauch sehr hoch und in modernen Spiele-PCs würden mehrere Grafikkarten selbst bei einfachen, eigentlich nicht grafiklastigen Anwendungen massiv Strom verbrauchen. Auch in der Billigsparte mangle es oft an Energieeffizienz. Das Energieverbrauchslabel soll dem durch Information entgegenwirken.

„Ziel ist ein verbindliches Siegel, wie hoch der tatsächliche Verbrauch ist“, erklärt Schäfer. Dabei soll aber der tatsächliche Energiebedarf nicht für den Vollbetrieb, sondern auch für verschiedene andere Betriebszustände wie den Standby-Modus ausgezeichnet werden. Gerade hier gäbe es vielfach Nachholbedarf. Vielfach würde noch Leistungen von zehn Watt und auch mehr aufgenommen. Dabei gibt Greenpeace an, dass inzwischen unter einem Watt technisch möglich ist. Für den Standby-Modus und den Leerlaufbetrieb sollten dem Bundestags-Antrag nach auch Höchstverbrauchsgrenzen eingeführt werden, die regelmäßig zu evaluieren und korrigieren wären.

Das vorgeschlagene Label-System ginge im Informationsgehalt deutlich über das amerikanische Energy-Star-Label hinaus. Ziel des Antrags ist es, das Energieverbrauchslabel ab dem 1. Oktober 2010 in Deutschland verpflichtend für den Verkauf von Geräten zu machen. Darüber hinaus solle sich die Bundesregierung auch auf europäischer Ebene für entsprechende Kennzeichnungen einsetzen. Ferner solle geprüft werden, wie Bestimmungen des Labels auf Nachhaltigkeit in Hinsicht Rohstoffeinsatz, Produktion, Transport und Entsorgung ausgeweitet werden könnten.

Geringer Stromverbrauch alleine ergibt noch lange keine „Green IT“, warnt auch Greenpeace. „Wir berücksichtigen die Energieeffizienz, Chemikalien und das Design“, betont Kallee. Eine Greenpeace-Studie mit entsprechendem Untersuchungsumfang wurde zur CeBIT veröffentlicht. Dabei war Dell sowohl bei Desktops als auch Notebooks im Bereich Energieeffizienz – gemessen am Energy-Star-Label – führend. Die höchste Gesamtpunktezahl unter elf Computersystemen und als einziges davon mehr als die Hälfte der Gesamtpunktezahl konnte aber das Notebook Sony Vaio TZ11 erreichen. Viele andere Hersteller, darunter Apple, Asus und Sharp, hatten sich allerdings gar nicht zur freiwilligen Teilnahme entschieden. (pte)

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