Gamification: Wie ein Energieversorger mit dem Ansatz neue Kunden gewinnt

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Gamification: Wie ein Energieversorger mit dem Ansatz neue Kunden gewinnt

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Gemeinsam mit itelligence hat ein Energieversorger aus Mitteldeutschland in einem Ideenwettbewerb eine App entwickelt, die die Nutzung „grüner“ Energie belohnt. Hierbei sammeln Endverbraucher Punkte und profitieren von Vergünstigungen. Der auf Gamification basierende Ansatz bindet Kunden und erhöht zugleich die Markenidentifikation.
Gamification

Quelle: Song_about_summer/shutterstock

Den Strom sieht man nicht, er kommt einfach aus der Steckdose. Wie er allerdings dort hineingelangt, darüber machen sich die wenigsten Endverbraucher Gedanken – über den Preis des Stroms allerdings schon: Energieanbieter werden in Deutschland deshalb vorrangig über ihre Stromtarife wahrgenommen. Häufig ist allein der Preis ausschlaggebend dafür, welches Unternehmen der Kunde als Energieversorger auswählt. Um künftig nicht nur aufgrund günstiger Tarife gewählt zu werden, suchte ein Energieversorgungsunternehmen aus Mitteldeutschland nach innovativen Ideen zur Kundengewinnung und -bindung und wählte den Ansatz der Gamification.

Im Rahmen eines offenen Ideenwettbewerbs setzte der Energieanbieter gemeinsam mit itelligence, SAP und anderen lokalen Partnern eine smarte Applikation um. Die App GreenScore bietet verschiedene Mehrwerte: So verbindet die Applikation nicht nur die Bereiche Energieversorgung und -management mit modernen IT-Technologien, sondern motiviert den Kunden gleichzeitig auch zum Energiesparen.

Spaß am Energiesparen: Durch Gamification die richtige Zielgruppe erreichen

Die Idee hinter GreenScore ist simpel: Kunden sollen das Stromsparen und die Nutzung von regenerativer (grüner) Energie in erster Linie nicht mit einer lästigen Pflicht, sondern mit Spaß verbinden. Mit einem Gamification-Ansatz wird Energiesparen zum Spiel: Wer grüne Energie dann nutzt, wenn sie tatsächlich vorhanden ist, sammelt Punkte und erhöht damit seinen Score. Ab einem bestimmten Punktestand kann der „Spieler“ die eigenen Stromkosten senken oder sein erspieltes Guthaben an regionale, karitative Organisationen spenden.

Die App erfüllt so gleich drei Funktionen: GreenScore macht den Energieverbrauch transparent und nachvollziehbar („wie viel Energie nutze ich zu welchem Zeitpunkt?“), fördert durch das eingebaute Belohnungssystem ein nachhaltiges ökologisches Handeln und unterstützt durch das Spenden der Punkte gemeinnützige Zwecke. Die GreenScore-App adressiert auf diese Weise bewusst junge und umweltbewusste Verbraucher. Dieser Endverbraucher-Typus wird in Zukunft für Energieversorger immer mehr an Bedeutung gewinnen, was die entsprechende Positionierung als nachhaltiger Anbieter umso wichtiger macht. Die Zielgruppe legt großen Wert auf die Energiegewinnung aus regenerativen Quellen – und wird ihren Energieanbieter künftig vorrangig danach auswählen wird, wie zufriedenstellend er diesen Punkt erfüllt.

GreenScore trägt diesem Umstand mit der Verschmelzung von Energiebewusstsein, technischer Verspieltheit und dem Ansatz der Gamification Rechnung und vereint somit drei Aspekte, die den – meist jüngeren – Usern sehr wichtig sind. Das auf dem deutschen Markt einzigartige Konzept der Applikation wird dem Energieversorger künftig nicht nur dabei helfen Bestandskunden zu halten und die Markenidentifikation zu erhöhen, sondern auch dazu beitragen eine neue Kundenbasis zu erschließen.

Neue Umgebung und multidisziplinäre Teams als Kreativitätsmotoren

GreenScore ist das Ergebnis eines sogenannten „Thin[gk]athon“, einem Format, das die Konzepte eines „Hackathons“ mit Ansätzen des Brainstormings vereint: Multidisziplinäre Teams bearbeiten im vorgegebenen Zeitraum eine durch den Challenge-Owner gestellte Aufgabe und entwickeln kreative Lösungen. Das Besondere ist, dass in einem solchen Ideenwettbewerb multidisziplinäre Teams aufgestellt werden: Im Fall von GreenScore kamen itelligence-Berater mit SAP-Mitarbeitern, lokalen Partnern und Mitgliedern des Smart Systems Hub zusammen, der zur „Digital Hub Initiative“ gehört, welche vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Die Kombination der verschiedenen Disziplinen, Hintergründe und Ansätze der Teammitglieder schafft Mehrwert und führt zu innovativen Ideen und Vorschlägen. Doch um Platz für die kreativen Vorschlägen zu schaffen, ist auch die tatsächliche räumliche Gestaltung ausschlaggebend: Das Team wählte deshalb einen Kreativraum abseits der gewohnten Arbeitsumgebung aller Teammitglieder, um sich nur auf die gestellte Aufgabe zu konzentrieren und sich – frei von eventuellen Ablenkungen des Arbeitsalltags – auf den Kreativprozess einzulassen. Dieses Vorgehen ist nicht zu unterschätzen: Ein Kreativraum abseits der üblichen Geschäftsräume hilft allen Teammitgliedern sich offen auf die gemeinsame Ideenentwicklung einzulassen und auch vermeintlich abwegige Ideen zuzulassen.

Business und Technik verbinden: Gamifikation bietet Mehrwert

Der kreative Prozess umfasste nur einen geringen Zeitraum: In wenigen Tagen entwickelte das GreenScore-Team nicht nur die erste Idee zur Applikation, sondern erarbeitete auch eine erste Pilotversion. Die Daten über den Energieverbrauch des Kunden gewinnt das Team über einen IoT-Sensor, einen Aufsatz, der auf dem entsprechenden Stromzähler angebracht wird, die Daten ausliest und an die App überträgt. Nach der ersten Kreativphase schlossen die Experten von itelligence gemeinsam mit dem Energieversorger einen iterativen Prozess an, in dem der entwickelte Pilot getestet und weiter verbessert wurde.

Im Ergebnis entstand GreenScore als End-to-End-Lösung, die die gesamte Informationskette – vom Stromzähler im Keller des Kunden über das IoT-Gateway bis zum Backend – abdeckt. Nach der ersten Pilotphase ist im Frühjahr ein Roll-out der App mit mehreren Haushalten im Testgebiet geplant. Die App-Nutzer können in GreenScore jederzeit nachvollziehen, ob gerade genügend Energie aus regenerativen Quellen im Stromnetz vorhanden ist und ihre Energienutzung entsprechend anpassen. Auf diese Weise tragen die Endverbraucher selbst dazu bei, dass mehr grüne Energie genutzt wird.

Innovationspotenzial nutzen – den Entdeckergeist am Leben halten

Auch nach dem Abschluss der Entwicklungsphase ist es wichtig, den „Spirit“ im Team aufrecht zu erhalten: Wenn alle Beteiligten den Kreativraum verlassen und wieder in ihren gewohnten Arbeitsalltag zurückkehren, verliert das Kreativprojekt schnell an Agilität. Um dann wieder an Fahrt aufzunehmen, lohnt es sich Strategien zu entwickeln, die alle Beteiligten zumindest imaginär wieder in den Safespace des Kreativraums zurückversetzen. Eine erste Maßnahme kann es daher sein, Zeitfenster einzurichten, in denen alle Teammitglieder konzentriert die gemeinsame Idee vorantreiben – störungsfrei und ohne Ablenkungen.

Zweitens sollten alternative Projektarbeitsräume geschaffen werden – real oder virtuell. Als dritter Schritt empfiehlt es sich, das Team zu öffnen und auch andere Kompetenzen miteinzubeziehen, die neue Perspektiven eröffnen. Im Fall von GreenScore betraf dies die praktische Umsetzung des Feldversuchs: Um den geplanten Roll-out erfolgreich umzusetzen, müssen die Stromzähler der Testpersonen mit den entsprechenden IoT-Sensoren ausgestattet werden. Dazu muss im Vorfeld nicht nur in die entsprechende Hardware investiert, sondern auch die Frage der Installation beim User geklärt und eventuell technische Assistenz bereitgestellt werden. Darüber hinaus sind die rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären, weshalb das Team von GreenScore auch hier von weiteren Mitgliedern mit den entsprechenden Expertisen profitiert.

Gamification: Das Projekt GreenScore als Lehrbeispiel im B2B-Bereich

Das Konzept einer Energiespar-App, die den Ansatz der Gamification nutzt, um die User zur effektiven Nutzung regenerativer Energie zu motivieren ist derzeit noch einzigartig in Deutschland und lässt sich daher nicht schablonenartig auf andere Branchen zu übertragen. Der Entwicklungsprozess und kreative Ansatz hingegen durchaus: Um neue Ideen zu entwickeln, lohnt sich der kollaborative Zusammenschluss mit anderen Unternehmen und der offene Austausch mit Experten unterschiedlicher Disziplinen. Doch um den Mehrwert der Kombination unterschiedlicher Expertisen voll auszuschöpfen, müssen die Beteiligten bereit sein, sich von etablierten Strukturen freizumachen und sich auf Neues einzulassen. Nur auf dieser imaginären grünen Wiese können ungewöhnliche Ideen zu echten Innovationen heranwachsen.

Gamification itelligence
Matthias Siegmund ist Innovation Manager bei der itelligence AG.

Über den Autor: Matthias Siegmund ist Innovation Manager, Global Managed Services Business Development bei der itelligence AG. Die itelligence AG verbindet innovative SAP-Software und -Technologien mit Dienstleistungen und eigenen Produkten für die Transformation von IT-Landschaften und Geschäftsprozessen. Das Leistungsangebot des SAP Global Platinum Partners umfasst IT-Strategie- und -Transformationsberatung, Softwarebereitstellung, Implementierung, sowie Application Managementund Managed Cloud Services. (sg)

Lesen Sie auch: CO2-Fußabdruck: itelligence setzt in Deutschland auf Ökostrom

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