Erfolgsversprechende DevOps-Methoden für hybrides IT-Management

0

Wenn es um Rechenzentren geht, dann drehen sich die Gespräche oft um Cloud Computing und die „Cloud-first“-Mentalität. Doch obwohl immer mehr Unternehmen die Vorteile der Cloud zu schätzen wissen, wird für diejenigen, die sich um Kosten und Sicherheit Gedanken machen – also für fast alle vor Ort und Cloud-Diensten die Norm bleiben. Dennoch können auch Unternehmen, die nicht primär auf die Cloud setzen, die Flexibilität und Effizienz nutzen, die „Cloud first“-Unternehmen so sehr schätzen – indem sie die Methoden und Prinzipien einer DevOps-Mentalität in ihre Umgebungen integrieren.

Zunächst sollten wir den Unterschied zwischen beiden Begriffen deutlich machen: Bei DevOps handelt es sich um einen Prozess und eine Kultur, die häufiger in cloud-nativen Organisationen anzutreffen sind, insbesondere im Bereich der Softwareentwicklung. Die hybride IT ist hingegen schlicht eine Methode zur Bereitstellung von IT-Diensten für Endbenutzer. Nichtsdestotrotz ist beides zu 100 Prozent miteinander vereinbar und die Grundsätze von DevOps – stärkere Zusammenarbeit, Feedback und eine verbesserte Bereitstellung von Diensten mit dem gemeinsamen Ziel einer hohen Qualität des Endbenutzererlebnisses – können und sollten auch auf die hybride IT angewandt werden.

Hybride Umgebungen bieten mehr Flexibilität

Denken Sie an die Flexibilität einer hybriden Umgebung: Die freie Wahl zwischen der Nutzung von lokalen Diensten oder Cloud-Diensten ermöglicht es IT-Experten, Workload-Ressourcen, Sicherheits- und Leistungsanforderungen und weitere Faktoren zu analysieren, bevor sie entscheiden, ob die Cloud oder lokale Dienste zielführender sind. Auf diese Weise haben Organisationen mehr Freiheit und können Infrastrukturen deutlich schneller bereitstellen, was auch die Grundlage für einige der Hauptvorteile der Cloud bildet: Agilität und Skalierbarkeit. Ein hybrider Ansatz bietet somit auch eine erhöhte Kosteneffizienz, da sich IT-Abteilungen besser den aktuellen Unternehmensanforderungen anpassen und spezifische Vorgehensweisen zur Workload-Zuordnung wählen können (beispielsweise bei der Überlegung „Ist es billiger, diese Daten/diese Anwendung lokal oder in der Cloud zu speichern bzw. auszuführen?“).

Die größte Hürde bei der hybriden IT-Verwaltung besteht jedoch darin, dass die Nutzung von Cloud-Diensten auch die Änderungsverwaltung deutlich komplizierter macht: Software, die als Dienst genutzt wird – je nach Workload und Anforderungen entweder via Software-as-a-Service (SaaS) oder Platform-as-a-Service (PaaS) – kann sich bereits in wenigen Augenblicken verändern. Durch den Einsatz von DevOps-Methoden wie einer kontinuierlichen Überwachung, Leistungsorientierung und Zusammenarbeit können IT-Experten die Risiken, die durch Änderungen entstehen, minimieren. Der größte Vorteil von DevOps-Methoden in einer hybriden IT-Umgebung besteht darin, dass das IT-Team durch eine schnellere Bereitstellung und Verwaltung auf die geschäftlichen Anforderungen reagieren kann und somit letztendlich eine bessere Qualität für den Endbenutzer gewährleistet.

Neue Herausforderungen durch DevOps-Methoden

Natürlich stellt die Integration und Anwendung von DevOps-Methoden das IT-Team auch vor neue Herausforderungen, unabhängig davon, ob eine hybride oder vollständig cloudbasierte Umgebung betrieben wird. Dies betrifft in erster Linie die Änderung der Unternehmenskultur, die erforderlich ist, um eine DevOps-Mentalität anzunehmen. Die gute Nachricht ist, dass Experten für hybride IT durch die Implementierung und Verwaltung einer Umgebung mit integrierten Cloud-Ressourcen oft schon einen Schritt voraus sind und jede Möglichkeit wahrnehmen sollten, um ihre Prozesse zu optimieren und für ein besseres Endbenutzererlebnis zu sorgen. Um die zentralen Prinzipien der DevOps-Mentalität und -Methoden erfolgreich in einer hybriden IT-Umgebung zu nutzen, sollten IT-Experten die folgenden Best Practices berücksichtigen:

  1. Fokus auf den Endbenutzer und Serviceorientierung: Das ultimative Ziel einer DevOps-Umgebung besteht in der Bereitstellung einer höheren Servicequalität für Endbenutzer. Daher werden klassische Abteilungsstrukturen aufgelöst und somit Aktualisierungen, Änderungen, Bereitstellungen und Problemlösungsverfahren beschleunigt. Experten für hybride IT sollten die Vorteile einer hybriden Methode – schnellere und flexiblere Bereitstellungen, höhere Agilität und Kosteneffizienz – nutzen, um Aktualisierungen und Änderungen der Infrastruktur zu beschleunigen.
  2. Transparenz optimieren: In einer hybriden IT-Umgebung, in der sowohl lokale Ressourcen als auch Cloud-Ressourcen verwaltet werden müssen, ist ein zentrales Verwaltungstool mit einem Dashboard für eine einheitliche Ansicht unabdingbar. Eine unabhängig vom Speicherort durchgeführte Normalisierung von Messdaten, Warnungen und anderen erfassten Daten von Anwendungen und Workloads ermöglicht eine effizientere Fehlerbehebung und Verwaltung. Je schneller ein Problem identifiziert wird, desto schneller kann es letzten Endes behoben werden.
  3. Monitoring-as-a-Discipline: Eine umfassende Überwachungsmethode ist eine wichtige Grundlage für jeglichen Einsatz von DevOps oder hybrider IT. Ein Überwachungstool, das handlungsrelevante Informationen wie beispielsweise Details zu Reaktionszeiten, Durchsatz und Leistung ausgibt, ist dabei besonders wichtig, um eine hohe Geschwindigkeit, eine gute Zusammenarbeit und eine hohe Qualität des Endbenutzererlebnisses zu ermöglichen. Das trifft besonders auf hybride IT-Umgebungen zu, in denen Leistung und Änderungen sowohl für lokale Anwendungen und Workloads als auch in der Cloud überwacht werden müssen. Eine ungenügende Leistungsüberwachung kann dazu führen, dass unnötig viele teure Ressourcen beschafft werden oder im Falle extern gehosteter Anwendungen oder Workloads eventuelle Fehler oder Latenzprobleme nicht erkannt werden können. Bei der Anwendung von DevOps-Methoden können für einen höheren Automatisierungsgrad auch Drittanbieter-Tools zur Konfiguration und Codeverwaltung integriert werden, beispielsweise GitHub, Puppet oder Ansible.
  4. Zusammenarbeit ist entscheidend: Egal, ob eine Anwendung lokal oder in der Cloud verwaltet wird – das Ziel besteht letztendlich darin, dem Endnutzer die bestmögliche Anwendungsleistung zu bieten. In einer DevOps-Umgebung – und das gilt auch in hybriden IT-Umgebungen – gibt es keine isolierten Abteilungen: Es gibt kein Datenbankteam, Virtualisierungsteam oder Speicherteam. Es gibt nur das IT-/Betriebsteam, in dem jeder Einzelne für die Leistung verantwortlich ist und mit gemeinsam genutzten Tools gemeinsame Ziele verfolgt werden. Dieser Ansatz erfordert Transparenz, Sichtbarkeit, konsistente Überwachungstools und eine gute Zusammenarbeit.

Die Cloud ist ein Bestandteil des täglichen Lebens geworden und steht für viele Unternehmen für die Zukunft der Informationstechnologie. Das bedeutet jedoch nicht, dass lokale IT-Infrastrukturen bald in der Versenkung verschwinden werden. Die grundlegenden Prinzipien und Best Practices von DevOps bieten Unternehmen eine effektive Möglichkeit, beide IT-Methoden – traditionelle Infrastrukturen und Cloud-Dienste – miteinander zu verbinden.

Autor: Kong Yang ist Head Geek bei SolarWinds.

RSS Feed

Neuen Kommentar schreiben

Entdecken Sie die Printmagazine des WIN-Verlags