Expertenkommentar: Stirbt der Dinosaurier den leisen Tod? Die Glanzzeit von ERP ist vorbei

75 Prozent der größten börsennotierten Unternehmen werden bis 2027 von der Bildfläche verschwinden – ihre ERP-Systeme werden sie nicht retten. Es ist Zeit für neue Technologie, die auf Menschen und Dienstleistungen statt Waren ausgerichtet ist: Cloud-Lösungen sind der Schlüssel zum Überleben.

Warum ERP-Systeme ausgedient haben und die Zeit für neue, cloudbasierte Lösungen längst angebrochen ist, erläutert Christoph Kull, Geschäftsleiter Vertrieb und Marketing für die Region DACH bei Workday (im Bild).

Der Dinosaurier stirbt aus: Warum Unternehmen vom ERP in die Cloud wechseln

Richard Foster prophezeit ein „Artensterben“ der größten Unternehmen: Der Forscher von der Elite-Universität Yale zeigt, dass sich ein Unternehmen in den 1920er Jahren noch 67 Jahre im Top-Index S&P 500 halten konnte – heute sind es gerade noch 15 Jahre. Mit den Börsensauriern stirbt auch ihre Art, Geschäfte zu machen: Die Herstellung und der Vertrieb von Produkten stehen heute nicht mehr im Zentrum des Wertschöpfungsprozesses. Menschen sind an den Platz der Ware getreten. Ihre Dienstleistungen, ihr geistiges Eigentum, ihre Innovationen wollen Unternehmen gewinnbringend einsetzen.

Traditionelles ERP ist das falsche Werkzeug

Wenn sich der Fokus und Ablauf des Wertschöpfungsprozesses in Unternehmen verändern, muss sich auch die von ihnen verwendete Technologie ändern. Dementsprechend ist die Glanzzeit von ERP-Systemen, die Lieferkette, Warenhaltung und Finanzwesen verknüpfen, vorüber. Die Evolution der Technik zeigt sich in schnelleren Rechnern, besserer Vernetzung, günstigerem Speicherplatz. Über dem Gipfel der Entwicklung schwebt die Cloud: Der globale Markt für Public-Cloud-Anwendungen erreichte letztes Jahr laut IDC ein Volumen von 70 Milliarden US-Dollar – gleichzeitig wuchsen die Umsätze im SaaS-Segment beinahe fünfmal schneller als bei traditioneller Software.

Schluss mit dem Flickenteppich

Traditionelle ERP-Systeme erfassen einen begrenzten, wichtigen Datensatz und verarbeiten ihn auf Transaktionsbasis. Um jedoch die Masse neuer Datentypen auszuwerten und dabei auch externe Quellen zu managen, reicht diese Funktionalität nicht aus. Wie reagieren viele Unternehmen auf dieses Problem? Sie integrieren neue Systeme, extrahieren Daten aus angeflanschten Lösungen führen sie in separaten Reporting-Lösungen zusammen. Das Ergebnis: Ein teurer Flickenteppich.

Abteilungen verbringen dadurch die Hälfte ihrer Meetings damit, voneinander abweichende Zahlen zu diskutieren, die ihre jeweiligen Systeme ihnen liefern. Diese Welt der Legacy-Unternehmenssoftware wird untergehen – an ihre Stelle treten Cloud-Lösungen, die informierte Entscheidungen möglich machen. Cloud-Systeme sind nicht nur skalierbar und flexibel, sondern auch darauf ausgerichtet, Unternehmen eine „Single Version of Truth“ zu liefern, eine einzige korrekte und aktuelle Version ihrer Daten.

Einsatzbereit in 30 Minuten

Unternehmen stehen unter Druck. Sie müssen Innovationen liefern und wollen die Digitalisierung nicht ertragen, sondern sie in Ertrag verwandeln. Dafür benötigen sie neue Technologien – allen voran Cloud Computing. So können sie zum Beispiel im Bereich Finanzbuchhaltung eine neue Geschäftseinheit in 30 bis 60 Minuten in Betrieb nehmen, statt ohne Cloud vier bis sechs Monate damit zuzubringen. Wer auf Menschen und Dienstleistungen setzt, benötigt die Cloud: Mit ihr sind neue, agile Geschäftsmodelle und Prozesse möglich, die Unternehmen auf die nächste Stufe der technologischen Evolution heben.

Über den Autor: Christoph Kull leitet bei Workday als Geschäftsleiter DACH ganzheitlich die Geschäfte in dieser Region. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Software Branche. Vor seiner jetzigen Position bei Workday war er acht Jahre bei SAP als Vice President Database & Technology DACH sowie in verschiedenen anderen Führungsrollen im Vertrieb tätig. Davor gründete und leitete Herr Kull eine Management Beratungsfirma (alsus).

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