22.07.2022 – Kategorie: Digitale Transformation

Engineering Services: Dienstleister-Markt befindet sich voll im Wandel

Quelle: Gorodenkoff - adobe.stock.com

Die neue Studie „Der Markt für Engineering Services in Deutschland“ von Lünendonk zeigt Prognosen und Trends aus der Sicht von Anwenderunternehmen auf. Demnach befindet sich der Markt in einem fundamentalen Wandel.

  • Eine neue Studie von Lünendonk hat den Markt für Engineering Services in Deutschland untersucht. Entwicklung und Vernetzung von Embedded Systems sind demnach wichtige Themenfelder.
  • Moderne Konzepte und Technologien fordern die Branchen heraus.
  • Zudem ist der Markt für Engineering Services durch sich wandelnde Kundenwünsche und -bedürfnisse bestimmt.

Die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder haben in der neuen Studie „Der Markt für Engineering Services in Deutschland“ Prognosen, Trends und Entwicklungen aus Sicht mittelständischer und großer Anwenderunternehmen untersucht. In Zusammenarbeit mit den Unternehmen Brunel, Edag, Capgemini und Akkodis entstand ein Einblick in den Markt derjenigen Unternehmen, die im Segment der Engineering Services agieren und Fremdleistungen beziehen. Ein wichtiges Ergebnis der Studie: Der Markt befindet sich seit geraumer Zeit in einem fundamentalen Wandel. Das liegt vor allem an strukturellen Veränderungen in wichtigen Kundenbranchen. Aber auch die gesetzlichen Veränderungen der letzten Jahre hinsichtlich Arbeitnehmerüberlassung beeinflussen Entscheidungen, Budgets und Maßnahmen.

Engineering Services: Neue Technologien fordern die Branche

Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk und federführend bei der Studienerstellung, kommentiert die Entwicklungen im wichtigsten Kundensegment der Engineering-Dienstleister: „Die Automobilindustrie, eine der wichtigsten Kundenbranchen der Engineering-Dienstleister, sieht sich unseren Erhebungen zufolge derzeit mit zahlreichen neuen und veränderten Herausforderungen konfrontiert. Das reicht von der Elektrifizierung der Antriebskomponenten über die Digitalisierung von Produktion, Absatzkanälen und des eigentlichen Produkts bis hin zur Vernetzung der Fahrzeuge. Für Hersteller werden die User Experience im Fahrzeug, autonomes Fahren sowie die Etablierung neuer Geschäftsmodelle mehr und mehr zu Treibern in diesem Marktsegment.“

Lünendonk Zillmann
Mario Zillmann ist Partner bei der Lünendonk & Hossenfelder GmbH. (Bild: Lünendonk)

Kundenbedürfnisse im Wandel bestimmen den Markt

Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass die Nutzerfreundlichkeit der Infotainment- und Fahrerassistenz-Systeme und die Einbindung mobiler Endgeräte im Fahrzeug zentrale Argumente bei der Kaufentscheidung von Kunden im Automobilbereich sind. Für die neben den Engineering-Dienstleistern ebenfalls befragten Anwenderunternehmen gehören die Themenfelder Produktentwicklung und OT/IT-Integration für mehr als die Hälfte der Befragten zu den wichtigsten Aufgaben bei der Digitalisierung.

So gehören den Ergebnissen der Studie entsprechend die Entwicklung von Embedded Systems sowie deren Vernetzung mit anderen Systemen und der Backend-IT für 43 Prozent der befragten Anwenderunternehmen zu den zwei wichtigsten Themenfeldern in den kommenden zwei Jahren. Gleichzeitig schätzt nur jeder zweite befragte Manager beziehungsweise jede zweite Managerin die eigene Inhouse-Kompetenz bei der Entwicklung von Embedded Systems als hoch ein.

Mit Blick auf die Budgetentwicklung im Jahr 2022 wollen 66 Prozent der befragten Anwenderunternehmen ihre Ausgaben zur Vernetzung und Digitalisierung der Kernprozesse (OT/IT) erhöhen. Gleichzeitig planen 65 Prozent ihre Ausgaben im Bereich Data Insights zu erhöhen. 57 Prozent wollen die Investitionen zur Entwicklung und Integration von Embedded Systems steigern. Mit Blick auf den Anteil von Embedded Systems bei den Produkten gehen 40 Prozent der befragten Anwenderunternehmen davon aus, dass ihre Produkte im Jahr 2022 nahezu vollständig auf Software basieren werden.

Engineering Services
In welche Bereiche Unternehmen am meisten investieren. (Grafik: Lünendonk)

Engineering Services: Bevorzugt werden Preferred Partner

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Dienstleistern von Engineering Services setzen 44 Prozent der Anwenderunternehmen bei bestimmten Themen bevorzugt auf Preferred Partner. Ebenso viele aber auch auf individuelle Ausschreibungen, zum Beispiel bei Innovationsthemen. Bezüglich der Kooperationsmodelle dominiert jedoch bei 51 Prozent der Anwenderunternehmen weiterhin die Form der Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ). Elf Prozent hingegen vergeben häufig Entwicklungsprojekte als Gesamtgewerk an einen Dienstleistungspartner. Bei weiteren 32 Prozent geschieht dies immerhin noch manchmal.

Zur Methodik der Studie: Für die Studie „Der Markt für Engineering Services in Deutschland“ von Lünendonk wurden neben 24 führenden Engineering-Dienstleistern auch 100 Verantwortliche für den Einkauf von Engineering Services aus Unternehmen des gehobenen Mittelstands und aus Konzernen befragt.

Lünendonk & Hossenfelder mit Sitz in Mindelheim (Bayern) analysiert seit 1983 die europäischen Business-to-Business-Dienstleistungsmärkte (B2B). Im Fokus der Marktforscher stehen die Branchen Management- und IT-Beratung, Wirtschaftsprüfung sowie Steuer- und Rechtsberatung. Hinzu kommen Facility Management, Instandhaltung und Personaldienstleistung (Zeitarbeit, Staffing). Zum Portfolio gehören Studien, Publikationen, Benchmarks und Beratung über Trends, Pricing, Positionierung oder Vergabeverfahren. Außerdem veröffentlicht das Beratungsunternehmen die als Marktbarometer geltenden Lünendonk-Listen und Lünendonk-Studien. (sg)

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