15.06.2021 – Kategorie: Digitale Transformation

Digitaltag: 8 Initiativen für „Preis für digitales Miteinander“ nominiert

Quelle: DFA Digital für alle GmbH
Acht Initiativen wurden für den „Preis für digitales Miteinander“ nominiert, der anlässlich des zweiten bundesweiten Digitaltags…
  • Mehr als 300 Bewerbungen haben sich für den „Preis für digitales Miteinander“ anlässlich des Digitaltags beworben.
  • Die Initiativen in den Kategorien „Digitale Teilhabe“ und „Digitales Engagement“ werden am 16. Juni ausgezeichnet und erhalten jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro.
  • Der bundesweite Aktionstag am 18. Juni 2021 soll die Digitalisierung mit über 1.300 Veranstaltungen verständlich machen.

Die Gewinner des „Preises für digitales Miteinander“ werden am 16. Juni 2021 in Online-Videos bekannt gegeben. Nominiert sind die besten aus mehr als 300 Bewerbungen. Über die Preisvergabe entscheidet eine zehnköpfige Jury aus Experten. Die Auszeichnung anlässlich des Digitaltag wird in den Kategorien „Digitale Teilhabe“ und „Digitales Engagement“ vergeben und mit einem Preisgeld von jeweils 10.000 Euro honoriert. Gefördert wird der Preis von der atene KOM GmbH.

Digitaltag: Projekte in der Kategorie „Digitale Teilhabe“

Digitales Lernen für ältere Menschen: Bümmersteder Seniorenbüro, Ev.-Lutherische Kirchengemeinde Osternburg in Oldenburg

Damit Deutschland digital zusammenwächst, braucht die Teilhabe an der vernetzten Welt einen generationenübergreifenden Ansatz. Darauf setzt das Bümmersteder Seniorenbüro. Es bringt Tandems aus jungen Freiwilligen mit älteren Menschen mit wenigen oder keinen digitalen Kompetenzen zusammen. Das Projekt leistet damit einen Beitrag für Seniorinnen und Senioren, sich selbstbestimmter in der digitalen Welt bewegen zu können. Und wer dafür noch kein eigenes Endgerät hat, kann sich kostenfrei eines ausleihen. So werden im engen Austausch Kenntnisse über Videotelefonie, das Schreiben von E-Mails oder das Hören von Musik erarbeitet. Ältere Teilnehmende bleiben mit ihren Familien in Kontakt oder können an virtuellen Gottesdiensten oder Konzerten teilnehmen.

Medienkompetenz Team e.V.: Digitale Teilhabe beginnt bereits im Schul- und Kindergartenalter. Hier lernen junge Menschen die Fähigkeiten, die sie brauchen, um sich souverän und sicher in der digitalen Welt bewegen zu können. Das Medienkompetenz Team fördert genau diese Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen und unterstützt gleichzeitig die Eltern dabei, Chancen und Risiken der digitalen Welt für ihre Kinder besser verstehen und einschätzen zu können. Seit 2018 entwickelt das Team des Vereins Lerninhalte und Lernansätze und stellt diese unter anderem auf einem eigenen YouTube-Kanal, seinen digitalen Elternabenden und bei Schulprojekten mit Kindern und Jugendlichen vor. In den vergangenen drei Jahren wurden mit 70 Veranstaltungen über 500 Eltern und mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Weitere Projekte in der Kategorie „Digitale Teilhabe“

Mission Inklusion: Servicestelle Jugendbeteiligung e.V., Aktion Mensch

Für junge Menschen mit Behinderungen ist das Internet voller Hürden. Sie sind häufig von Erfahrungen ausgeschlossen, die Freundinnen und Freunde im gleichen Alter in der digitalen Welt machen. Für die Engagierten bei Mission Inklusion bedeutet digitale Teilhabe, Räume zu schaffen, in denen alle jungen Menschen zu Wort kommen und sich für Themen einsetzen und engagieren können, die ihnen wichtig sind. 2018 haben sie deshalb gemeinsam mit der Aktion Mensch das digitale Engagement-Netzwerk ins Leben gerufen, um niedrigschwellige Angebote für junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren zu schaffen, in denen sie sich zu Inklusion und Vielfalt austauschen und vernetzen können. In regelmäßigen, digitalen Formaten entsteht so ein lebhafter Austausch – natürlich kostenlos und barrierefrei für alle.

Wir versilbern das Netz: Wege aus der Einsamkeit e.V.

Der Verein Wege aus der Einsamkeit will das Internet „versilbern“ und Menschen über 65 Jahren mit geringen digitalen Kenntnissen die ersten Schritte im Netz ermöglichen – unter anderem mit Schulungen und Erklärvideos, um die Teilnahme an digitalen Angeboten zu ermöglichen. Mit seinem Einsatz treibt der Verein seit 2014 die Vermittlung digitaler Kompetenzen voran und ermöglicht den Austausch unterschiedlicher Altersgruppen in Gesellschaft und bei gemeinsamen Aktivitäten. Mit Erfolg: In 222 Videokonferenz-Runden via Zoom wurden bereits 6.666 Gäste zwischen 65 und 91 Jahren versammelt.

Digitaltag: Projekte in der Kategorie „Digitales Engagement“

Effiziente und innovative Versorgungsstrukturen: deinNachbar e.V.

Die Nettoarbeitszeit von 13 Vollzeitkräften – so viel ehrenamtliches Engagement leisten die Helferinnen und Helfer des Vereins deinNachbar e.V. jeden Monat. Mit ihren 2.000 Einsatzstunden schaffen sie ein soziales Unterstützungsnetzwerk für hilfe- und pflegebedürftige Menschen. In analogen und digitalen Seminaren werden die Engagierten durch Pflegekräfte geschult und anschließend auf Basis ihres Helferprofils mit Pflegebedürftigen „gematched“. So können die Unterstützerinnen und Unterstützer ihre gewünschten Tätigkeiten, Einsatzzeiten und geografischen Wunschgebiete selbst festlegen und leisten einen Beitrag dazu, die Nachbarschaftshilfe in Deutschland digital zu professionalisieren.

JUUUPORT – Wir beraten Dich online: JUUUPORT e.V. , Stress in sozialen Netzwerken, Online-Abzocke und Datenklau

Das Internet hat auch viele Schattenseiten – gerade für jüngere Menschen, die ihre ersten Erfahrungen in der virtuellen Welt sammeln. JUUUPORT ist eine bundesweite Online-Beratungsplattform für junge Menschen zwischen 12 und 24 Jahren, die Probleme im Netz haben. Ehrenamtlich aktive Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland helfen Gleichaltrigen bei Problemen – während der Corona-Pandemie zum Beispiel in Onlineseminaren an Schulen und in Jugendeinrichtungen zu Themen wie „Fake News in Zeiten von Corona“ oder „Hass im Netz“. Die Anzahl der Beratungsanfragen an die niedrigschwellige Anlaufstelle hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Weitere Projekte in der Kategorie „Digitales Engagement“

Match My Maker: Be able e.V.

Tüftlerinnen und Tüftler, Design-Versierte, Gesundheitsfachleute und Menschen mit Beeinträchtigungen – sie alle sind versammelt auf der Plattform Match My Maker, die Menschen mit ungelösten Barrieren und Personen mit technischen Fähigkeiten zusammenbringt und sie dabei unterstützt, gemeinsam inklusive „Do it Yourself“-Hilfsmittel zu erfinden. Die Ergebnisse werden anschließend auf einer Open-Source-Plattform bereitgestellt. Das niedrigschwellige Angebot ermöglicht Menschen mit technischen Fähigkeiten ein ehrenamtliches Engagement und macht Inklusion für Personen mit und ohne Behinderung erlebbar. An diversen Hochschulen ist aus dieser Idee die „Open Health HACKademy“ als Bildungsakademie entstanden. Rund 230 Teilnehmende wurden in über 30 Teams zusammengebracht. Gemeinsam haben sie über 30 Hilfsmittel erfunden, die mehr als 700 Mal reproduziert wurden.

Mitwirk-O-Mat: Lebendiges Lüneburg und Ehrenamtskoordination der Stadt Gütersloh

Die Lust, sich in Deutschland ehrenamtlich zu engagieren, ist groß. Nur wo? Diese Frage stellen sich unzählige Menschen, denen die Wahl zwischen passenden Initiativen, Vereinen und Aktionen oft schwerfällt. Felix Englisch und Jonas Schröder wollten genau dieses Problem lösen, als sie 2020 den Mitwirk-O-Mat erfanden. Das Prinzip des Programms ist schnell erklärt: Eine Web-Anwendung verrät Bürgerinnen und Bürgern, welche der zahlreichen lokalen Initiativen für Ehrenamt und Engagement am besten zu ihnen passt. Nach 20 beantworteten kurzen Fragen schlägt der Algorithmus passende Initiativen vor. Nutzende können sich mit der Anwendung weiter informieren, die Vorschläge vergleichen oder direkt Kontakt aufnehmen. Der ansprechende und niedrigschwellige Einstiegspunkt ins Ehrenamt ist in Lüneburg mit 68 eingetragenen Initiativen verfügbar und wurde wenige Monate nach dem Start von mehr als 1.000 Nutzenden konsultiert.

Hochkarätige Jury des „Preises für digitales Miteinander“

In der Jury des „Preises für digitales Miteinander“ beim Digitaltag sind Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft vereint. Über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheiden:

  • Denis Bartelt, Gründer und CEO von Startnext
  • Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD
  • Petra Bentkämper, Präsidentin Deutscher LandFrauenverband e.V.
  • Achim Berg, Präsident Bitkom e.V.
  • Pia Frey, Co-Gründerin Opinary
  • Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft
  • Carsten Knop, Herausgeber der F.A.Z.
  • Raul Krauthausen, Inklusions-Aktivist und Gründer SOZIALHELDEN e.V.
  • Ina Remmers, Geschäftsführerin und Mitgründerin von nebenan.de
  • Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Digitale Teilhabe nachhaltig fördern – mit über 1.000 Veranstaltungen

Der Digitaltag ist der bundesweite Aktionstag zur Förderung digitaler Teilhabe und fand erstmals 2020 statt. Für den diesjährigen Digitaltag am 18. Juni 2021 wurden bereits weit mehr als 1.300 Veranstaltungen und Aktionen angemeldet – von lokalen Vereinen, Unternehmen oder der öffentlichen Hand. Trägerin des Digitaltag ist die Initiative „Digital für alle“, in der 27 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand versammelt sind. (sg)



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