28.04.2022 – Kategorie: Digitale Transformation

Digitalisierung: Wie die Wirtschaft unabhängiger von fossilen Brennstoffen wird

Die deutsche Wirtschaft ist abhängig von fossilen Energieträgern, was jetzt spürbarer denn je wurde. Das von der Ampel-Koalition vereinbarte Ziel, die 1,5-Grad Marke bei der Klimaerwärmung einzuhalten, ist schwer zu erreichen. Durch Digitalisierung kann die Wirtschaft jedoch unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden.

Ein Grund für die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist die schleppende Digitalisierung in deutschen Unternehmen. Diese steckt in manchen Regionen noch in den Kinderschuhen, vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen, die es oft schwerer haben, geeignetes IT-Fachpersonal zu finden. Lediglich ein Drittel aller deutschen Unternehmen kommunizieren elektronisch und nur 18 Prozent bieten elektronische Rechnungsstellung an. In einem EU-weiten Ranking belegt Deutschland den elften Platz bei der Digitalisierung.  Kurzum: Die Digitalisierung hierzulande ist ausbaufähig. Beispielsweise können durch Digitalisierung im Verkehrssektor Daten gesammelt werden, die eine Grundlage für die Gestaltung einer klimafreundlichen und von fossilen Energieträgern unabhängigen Mobilität bilden. In vielen Deutschen Unternehmen fehlt aktuell jedoch das entscheidende Know-how, um die richtigen Lehren aus diesen Daten zu ziehen.

Digitalisierung trägt zum Umweltschutz bei

Cognizant befasst sich in dem Whitepaper „The Future of Us“ mit der Frage, wie die Digitalisierung zu einer klimafreundlicheren Zukunft beitragen kann. Von Prozessen und Systemen über die Interaktion mit Kunden und Partnern bis hin zu ganzen Wertschöpfungsketten, fast alles muss unter dem Aspekt der Digitalisierung neu gedacht werden. Fortschrittliche Technologien und die Modernisierung der Betriebsabläufe und der Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg werden entscheidend sein für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle, die die Nachhaltigkeitsziele erfüllen und die Gesundheit des Planeten sicherstellen. Unternehmen brauchen datengestützte Intelligenz und Transparenz, um Lieferketten, Design und Verhaltensweisen auf umweltfreundliche, zirkuläre Betriebsabläufe umzustellen.

Hierzu müssen Unternehmen effizienter, automatisierter, intelligenter und schneller werden. Das gelingt ihnen am besten durch die Digitalisierung sämtlicher Prozesse. Durch die Auswertung von Daten sehen Unternehmen, wo und welche Änderungen nötig sind, um klimafreundlicher zu agieren. Sämtliche Betriebsprozesse können so optimiert werden. Die Digitalisierung muss im Fokus stehen, wenn Unternehmen nachhaltiger arbeiten wollen. Sie müssen die durch die Digitalisierung gewonnenen Erkenntnisse verstehen und anwenden. Fortschrittliche Technologien und neue Arten der Interaktion werden entscheidend sein, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Digitalisierung ebnet den Weg zur neuen Mobilität

Einer Untersuchung des Frauenhofer Instituts zufolge spielt die E-Mobilität bei der Reduktion der CO2-Emissionen eine entscheidende Rolle. Um die Verwendung elektrischer Fahrzeuge attraktiver zu machen, ist es notwendig, die digitale Infrastruktur auszubauen. Beispielsweise werden selbstfahrende Autos in Zukunft immer wichtiger für Verbraucher werden. Fast zwei Drittel der Menschen, die erwägen ein Elektroauto zu kaufen, halten solche Automatisierungseigenschaften für sehr wichtig. Durch die Förderung der Digitalisierung können Autohersteller besser auf die Bedürfnisse der Konsumenten eingehen und dabei die Fahrzeuge dahingehend optimieren, dass sie möglichst wenig Emissionen verursachen. Die Automobilindustrie in Deutschland konzentriert sich jedoch derzeit auf das Thema Mobilität nach dem Verbrennungsmotor – und das auf globaler Ebene.

Hohe Anforderungen an die Softwareentwicklung

Viele Unternehmen können die Anforderungen bei der Softwareentwicklung nicht zureichend erfüllen. IT- und Softwarekompetenz ist allerdings entscheidend für Aspekte wie Elektrifizierung, selbstfahrende Autos sowie Mobility Concepting für das Thema Sharing. Autos werden zu Software-Plattformen und Automobilhersteller benötigen Unterstützung, um diesen Übergang in die digitale Welt erfolgreich zu meistern. Gleichzeitig muss auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver werden. Auch das kann nur durch Digitalisierung gelingen.

Durch die Analyse von Datensätzen können ÖPNV-Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Kunden besser erfassen. Jedoch benutzen nur 33 Prozent der ÖPNV-Unternehmen Big Data, um ihre Abläufe zu optimieren und so für Kunden attraktiver zu werden. Viele ÖPNV-Betriebe setzen bereits auf Sensoren zum Erfassen von Daten, jedoch bleiben diese Daten zu weiten Teilen ungenutzt. Wenn die von der deutschen Regierung festgesetzten Klimaschutzziel erreicht werden sollen, die bis 2030 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen von mindestens 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 vorgeben, müssen Unternehmen die Investition in Digitalisierungsinitiativen priorisieren.

Wie man sich auf die neue Net-Zero-Ära vorbereitet

Ziel der Wirtschaft muss es sein, seinen ökologischen Fußabdruck durch Anpassung an die digitale Welt zu verringern. Es ist entscheidend, Nachhaltigkeit, Verbraucherorientierung und Sinn in jedes Unternehmen zu bringen, und zwar durch intelligente Systeme, datengestützte Erkenntnisse, kollaborative Ansätze, innovative Geschäftsmodelle und Erfahrung. Dies wird nicht nur dem Planeten helfen. Die Digitalisierung hält langsam Einzug in alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe und Branche.

Einige deutsche Entscheidungsträger haben die Dringlichkeit bereits erkannt und treiben den Digitalisierungsprozess in ihrem Unternehmen voran. Dazu gehört zum Beispiel die Fertigungsindustrie, die damit beginnt, alle Produktionsprozesse zu automatisieren.   Um diesen Unternehmen dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen, plant Cognizant, ein globaler IT-Dienstleister, 2000 neue Stellen in Deutschland und der Schweiz zu schaffen. Cognizant liefert beispielsweise der Automobilbranche einen Zugang zu Softwarekompetenz in Bereichen wie Data Analytics, Cloud und Digital Engineering. Mit ihrem Knowhow unterstützen die Ingenieure von Cognizant zum Beispiel die Automobilindustrie bei den Themen E-Mobilität.

Cognizant Rolf Werner
Dr. Rolf Werner ist Geschäftsführer von Cognizant Technology Solutions in Deutschland und Head of DACH. (Bild: Cognizant)

„Die Automobilindustrie durchläuft einen grundlegenden Wandel und setzt auf neue Mobilitätskonzepte, die sich stark auf Software, Konnektivität und künstliche Intelligenz stützen. Wir helfen unseren Kunden dabei, als moderne und digitale Unternehmen international wettbewerbsfähig zu sein“, erklärt Dr. Rolf Werner, Head of DACH bei Cognizant. Wenn Deutschland in Zukunft unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden will, muss zwangsläufig in Digitalisierung investiert werden. Das sorgt für effizientere Abläufe in der Industrie attraktivere und nachhaltigere Angebote für Konsumenten und spart gleichzeitig Ressourcen was der Umwelt zugutekommt. (sg)

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Aufmacherbild: leowolfert – Adobe Stock


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