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Digitalisierung in der Pflege bleibt Randnotiz

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Zum Ausgang der Bundestagswahl und zu den Konsequenzen für die Pflegebranche äußert sich Karsten Glied, Geschäftsführer von Techniklotsen.

Karsten Glied, Techniklotsen

Zum Ausgang der Bundestagswahl und zu den Konsequenzen für die Pflegebranche äußert sich Karsten Glied, Geschäftsführer von Techniklotsen.

Alte Floskeln und bloße Zukunftswünsche

„Alte Floskeln und bloße Zukunftswünsche ohne konkrete Handlungsempfehlungen – das sind die Digitalisierungsstrategien in den Wahlprogrammen der Parteien 2017 in Bezug auf die Pflegebranche. Meiner Meinung nach besonders prekär: Weder nennen die Parteien konkrete Finanzierungsmöglichkeiten für einen Ausbau der Digitalisierung in der Pflegebranche noch wird ein Hilfsmittelkatalog aufgestellt. Damit bleibt die Zukunft der Pflege, in der aufgrund des Fachkräftemangels akuter Handlungsbedarf herrscht, ungewiss. Hier hat aber gerade die Digitalisierung das Potenzial, die Pflege zu revolutionieren und Fachkräfte entsprechend zu entlasten. Glücklicherweise besteht bei allen Parteien Einigkeit, wenn es um den Breitbandausbau geht. Die Netznutzung bleibt Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Pflegesystem, doch ohne digitale Lösungen, die Pflege weiterentwickeln, herrscht Stillstand.

Breitbandausbau ja – aber die Gesundheitsbranche?

Einzig die FDP äußert sich dazu: Sie will IT-Systeme in der Gesundheitsbranche verstärkt nutzen und Abschreibungsfristen für digitale Güter attraktiver machen. Immerhin widmen FDP und Grüne sich in ihrem Wahlprogramm der Finanzierung des Breitbandausbaus – eine Jamaika-Koalition würde diesen in der neuen Legislaturperiode vorantreiben.

Wahlgewinner CDU/CSU erkennt lediglich die Wichtigkeit der Digitalisierung für die Branche an und setzt sich für eine modernisierte Pflegeausbildung ein. Ähnlich sieht es bei der SPD, aus, die sich für eine einheitliche Bürgerversicherung ausspricht. Aus meiner Sicht ebenso löblich: Die SPD kündigt ohne weitere Details ein ‚Sofortprogramm‘ für mehr Personal in der Altenpflege an. Sollte es doch noch zu einer schwarz-roten Koalition kommen, darf sie die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft nicht aus den Augen verlieren.

Keine effektive digitalen Fortschritte zu erwarten

Effektive digitale Fortschritte im Gesundheitssektor sind auf Grundlage der Wahlprogramme 2017 nicht abzusehen. Nicht eine Partei holt die Krankenkassen bei der Finanzierung ins Boot – fehlende Investitionen verhindern die längst überfällige digitale Entwicklung der Pflege. Es bleibt abzuwarten, ob Digitalisierungsstrategien für die Gesundheitsbranche mit der Ausarbeitung des Koalitionsvertrages präziser werden, denn vage Versprechungen haben bei einem akuten Fachkräftemangel mit steigendem Pflegebedarf keinen Platz.“

Über den Autor: Karsten Glied ist Geschäftsführer der Techniklotsen GmbH, die sich auf maßgeschneiderte IT- und Technik-Lösungen für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft spezialisiert hat. Als studierter Diplom-Betriebswirt entwickelte er schon lange vor dem Megatrend „Digitalisierung“ Strategien für eine bessere Verzahnung von IT mit den fachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen eines Unternehmens. Zudem tritt er als Vortragender auf internationalen Konferenzen auf und referiert rund um die Themen Digitalisierung und „IT Business Alignment“. Weiterhin publiziert Karsten Glied Beiträge mit dem Schwerpunkt IT und Digitalisierung.

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