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Digitales Europa: 5 zentrale Handlungsfelder für eine wettbewerbsfähige Zukunft

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Digitales Europa: 5 zentrale Handlungsfelder für eine wettbewerbsfähige Zukunft

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Im Vergleich zu den USA und China ist Europa trotz seiner industriellen Stärke weiterhin ein Entwicklungsland in Sachen Digitalisierung. Während in den vergangenen Jahren globale Digital-Giganten in Fernost und Fernwest entstanden, fehlen diese auf unserem Kontinent.
Digitales Europa

Quelle: viewgene/shutterstock

Digitales Europa: Bei anderen Aspekten wie Patentanmeldungen und der Vergabe von Risikokapital hat Europa ebenfalls einen großen Rückstand. Das kann mittelfristig unseren Wohlstand gefährden und muss endlich mutig angepackt werden. Dazu muss Europa seine Chancen nutzen. Schließlich wollen wir in 20 Jahren nicht das Industriemuseum der Welt sein.
Die Digitalisierung ist bereits seit Jahren in aller Munde. Jeder spricht darüber, jeder bewundert die neuen Möglichkeiten, die neuen Geschäftsmodelle und die wirtschaftliche Kraft, die die Tech-Giganten entwickeln können. Dennoch haben sich insbesondere in Europa viele klassische Unternehmen nur zaghaft bei diesem Thema engagiert.

Corona dient als Brandbeschleuniger

Die Covid-19 Krise wirkt seit diesem Frühjahr wie ein Brennglas und legt die Schwächen der Zurückhaltung in puncto Digitalisierung schonungslos offen. Gleichzeitig beschleunigt die Pandemie die digitale Entwicklung und zwingt damit viele Unternehmen zum Handeln, da zum Beispiel Filialnetze teilweise obsolet werden. Als Antwort auf diese neue Geschwindigkeit beschleunigen viele Unternehmen ihre digitalen Transformationsinitiativen.

So wird seit kurzem von Unternehmensseite merklich in Kernelemente der Digitalisierung investiert – zum Beispiel in den Zugang zu notwendiger Infrastruktur, Konnektivität und Speicherlösungen. Außerdem rücken Innovationen wieder näher an das Kerngeschäft der Unternehmen heran – es geht um Kernprozesse, digitale Kundenschnittstellen und innovative Technologien.

Digitales Europa: Höchste Zeit zum Handeln

Um unsere Unternehmen bei diesen wichtigen und richtigen Aktivitäten zu unterstützen, benötigen wir eine klare und gemeinsame europäische Strategie. Nur so wird unsere Wirtschaft krisenfester, auch im Hinblick auf zukünftige Systemschocks oder potenzielle digitale Disruptionen. Damit das gelingt, müssen in einem ersten Schritt die Bereiche erkannt werden, die ein Rückgrat zukünftiger Geschäftsmodelle unserer Unternehmen sein werden. Dazu zählen unter anderem 5G und Cloud Computing. In einem zweiten Schritt müssen diese Felder in einer gesamteuropäischen Agenda vorangetrieben werden.

Digitales Europa

Und dabei ist es höchste Zeit zum Handeln: So werden 35 Prozent der 5G-Anwendungen in unsere Kernindustrien im Bereich Maschinenbau und Fertigung fallen. Angesichts des enormen wirtschaftlichen Potenzials ist eine schnelle und umfassende Einführung von 5G also entscheidend, um eine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Europa aufrechtzuerhalten.

Ein ebenso grundlegendes Problem lässt sich im Bereich der Innovationen beobachten. Europa liegt bei Patenten für digitale Technologien weit abgeschlagen hinter den USA und China. Während wir zu Zeiten der Industriellen Revolution – und davon profitieren wir im Grunde heute noch – der treibende Kontinent waren, haben wir diese „Pole Position“ längst aus der Hand gegeben. Als Resultante ist es ebenfalls nur logisch, dass viele europäische Unternehmen aber auch und vor allem die „jungen Gründer“ nach Übersee blicken und schlechtesten falls mit ihrem Know-How abwandern, um sich zum Beispiel vom US-Modell der Innovation „driven by Start-ups“ inspirieren zu lassen.

Digitales Europa

Fehlendes Kapital ist ein dritter entscheidender Faktor, weshalb wir im Moment nicht konkurrenzfähig sind. Selbst wenn der nächste Jeff Bezos aus Europa kommt, wird seine Idee vermutlich keiner finanzieren. So haben sich auch die Ideen, die sich Unternehmen in den USA abgeschaut haben, meist nicht bei uns verfangen. Corporate Innovation Initiativen oder Kopien US-Amerikanischer Start-ups sind zu oft am unterentwickelten Venture Capital Markt vor der Skalierung gescheitert. Als weiteres Nebenresultat kommt zur Abhängigkeit von Nicht-Europäischen Ideen also eine Abhängigkeit von Nicht-Europäischem Kapital hinzu.

Digitales Europa: Abwärtsspirale durchbrechen

Diese Abwärtsspirale gilt es mit einer gemeinsamen europäischen Antwort systematisch zu durchbrechen – fünf zentrale Handlungsfelder für ein digitales Europa:

1. Europa muss die Einführung von 5G vorantreiben, um die wirtschaftlichen Vorteile dieser neuen Technologie verfügbar zu machen und zu nutzen. Dafür müssen die politischen Entscheidungsträger umgehend die Einführung europaweit forcieren, um die davon abhängigen neuen Geschäftsmodelle zu unterstützen und zu verankern. Dabei müssen virtualisierte und offene Funkzugangsnetze gefördert werden, um den Markt für europäische 5G-Lieferanten zu öffnen. Außerdem müssen die europäischen Regulierungsbehörden auf eine weitere Öffnung der (Mobil-) Telekommunikationsmärkte in ganz Europa drängen, sodass ein gemeinsamer Binnenmarkt entsteht.

2. Datenportabilität und Interoperabilität sind von größter Bedeutung, um einen wettbewerbsfähigen und innovativen Markt für Cloud-Computing-Dienste zu ermöglichen. Die europäischen Regierungen müssen ihre Cloud-Strategien eng abstimmen um damit das europäische Cloud-Ökosystem stärken. Der Markt bietet bereits europäische Cloud-Computing-Dienste – Dienstleister müssen sich jetzt klar positionieren, um Kunden den Nutzen ihrer Lösungen zu verdeutlichen. Dabei sollten Datenportabilität und Interoperabilität zwischen Cloud-Service-Providern nur dann durch gesetzliche Bestimmungen geregelt werden, wenn sich eine Selbstregulierung als unwirksam erweist.

3. Die EU-Mitgliedstaaten sollten sich stärker auf gemeinsame Standards für Start-ups einigen. Die Europäische Kommission sollte einen europäischen Binnenmarkt für Start-ups schaffen, der auf einem einheitlich gültigen Rechtsrahmen fußt. Der diskriminierungsfreie Zugang zu digitalen Infrastrukturen und die Gewährleistung der Plattformneutralität muss dabei garantiert sein – Europäische Plattformmodelle müssen die gleichen Wettbewerbsbedingungen vorfinden wie etwa US-amerikanische. Zusätzlich müssen sowohl die EU als auch ihre Mitgliedstaaten Investitionen in die Grundlagenforschung erhöhen, um die Innovationsökosysteme auf dem gesamten Kontinent zu fördern.

4. Europäische Start-ups benötigen Zugang zu Venture Capital – insbesondere Venture Capital für „Later Stage“-Finanzierungen. Die europäischen Regierungen sollten Dachfonds einrichten, um Risiken für Anleger zu dämpfen und damit private Investments anzukurbeln. Außerdem sollten in ganz Europa „Later Stage Venture Capital Fonds“ errichtet werden. Die Europäische Kommission sollte die Kapitalmarktunion umsetzen und damit den rechtlichen Rahmen für Venture Capital vereinheitlichen bzw. vereinfachen.

5. Europäische Internetunternehmen müssen sich auf fairen Wettbewerb verlassen, hierfür müssen Regeln und Vorschriften an das Zeitalter digitaler Plattformmodelle angepasst werden. Dazu muss die Datenportabilität zwischen Plattformen vereinfacht werden, sodass Kunden Daten zwischen zwei Plattformen hin- und herübertragen können. Vertikale Dienste marktbeherrschender digitaler Plattformen müssen entbündelt werden, um die Wahlfreiheit für die Verbraucher zu erhöhen. Zusätzlich muss die Plattformneutralität und der Zugang zu wichtigen Zugangspunkten digitaler Infrastrukturen ohne Diskriminierung gewährleistet werden, da dies der Kern eines europäischen Internet-Ökosystems ist.

Lesen Sie auch: KI-Anwendungen: So will eine Initiative das Potenzial künstlicher Intelligenz bündeln und nutzen

Digitales Europa
Bild: Roland Berger

Der Autor: Jochen Ditsche ist Senior Partner im Digital Competence Center der Unternehmensberatung Roland Berger, das gemeinsam mit der Internet Economy Foundation und Warburg Pincus eine umfassende Studie zur Lage der europäischen Internetwirtschaft veröffentlicht hat.

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