23.09.2022 – Kategorie: Digitale Transformation

Digitaler Produktpass: Wie er für mehr Nachhaltigkeit sorgen kann

Wirtschaftlich nachhaltig und effektiv arbeiten – vor dieser Herausforderung stehen Unternehmen weltweit. Die erfolgreiche Digitalisierung ist ein entscheidender Schlüssel, Umweltstandards umzusetzen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dank smarter Lösungen optimieren Firmen Produktionsprozesse und digitalisieren zugleich qualitätsrelevante Workflows.

Digitaler Produktpass als Lösung? Am Bau einer Anlage wie einem Kraftwerk sind viele Maschinenbauer beteiligt, die jeweils hochspezialisierte Produkte, darunter Pumpen zuliefern. Eine derartige Industriepumpe besteht aus komplexen Teilen, die von unterschiedlichen Produzenten stammen.

Digitaler Produktpass bündelt Daten

Neben der Auslieferung des physischen Geräts muss der Pumpenhersteller eine Vielzahl von Begleitdokumenten, unter anderem Maßzeichnungen, 3D-Modelle oder Qualitätsnachweise bereitstellen. Diese stammen überwiegend von seinen Zulieferern und bedürfen entsprechender Abstimmungen. Der Anlagenbauer selbst wiederum koordiniert diese Informationen mit den beteiligten Unternehmen und übermittelt sie fristgerecht sowohl den Verantwortlichen auf der Baustelle als auch dem Auftraggeber. Die Verwaltung dieser Tonnen an Unterlagen erfordert – ohne intelligente Softwareunterstützung – einen enormen manuellen Aufwand.

Eine smarte, cloudbasierte Prozesslösung bietet eine konsolidierte Sicht auf alle technischen Daten und Dokumente sowie Prüfungen und Freigaben eines Projekts. Zudem bildet es die Qualitätskontrolle und Mängelbeseitigung ab. Und das nicht nur im eigenen Betrieb, sondern auch entlang der gesamten Supply-Chain.

Qualität entlang der Supply-Chain

Tritt in einem Kraftwerk beispielsweise eine Störung auf, meldet der Betreiber den Vorfall online an den betreffenden Anlagenbauer. Ein Techniker vor Ort überprüft anhand einer Checkliste am Tablet das System, stellt die Ursache einer defekten Pumpe fest und erfasst einen digitalen Mängelbericht. Diese Meldung geht an den Pumpenhersteller, der den Fehler analysiert und die Behebung veranlasst. Gleichzeitig setzt der Maschinenbauer die Analysedaten dazu ein, derartige Störungen in Zukunft zu vermeiden, etwa durch Anpassung der Konstruktion. Der Vorteil hinsichtlich Computer-Aided Quality (CAQ): Die Informationen gelangen effizient an die richtige Stelle. Denn je früher eine Fehlerquelle zutage tritt, desto höher ist die Kosteneinsparung.

Digitaler Produktpass: Mehr Nachhaltigkeit und „Refurbishment“

Durch den Einsatz einer gemeinsamen, prozessorientierten Datenumgebung für die Technische Dokumentation, die Projektkommunikation sowie für das Qualitätsmanagement bilden Unternehmen den gesamten Lebenszyklus rund um industrielle Güter digital ab. Hier kommt der digitale Produktpass (DPP), ein Vorschlag der EU-Kommission im Zuge des „Green Deal“, ins Spiel.

Dieser enthält sämtliche Informationen über die Zusammensetzung und Historie eines Erzeugnisses und sorgt für Transparenz. Die gemeinsame Datenumgebung agiert als „Single Point of Truth“, der alle Unterlagen zum Produkt umfasst und diese zur weiteren Nutzung bereitstellt. Dadurch unterstützt der Produktpass eine umweltgerechte Kreislaufwirtschaft, von der nachhaltigen Rohstoffgewinnung bis hin zum fachgerechten Recycling.

Digitaler Produktpass
Bild: Fabasoft Approve GmbH

Der Autor Andreas Dangl ist Entrepreneur und Geschäftsführer der Fabasoft Approve GmbH.

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