Digitale Souveränität in Deutschland: Wo bleiben die konstruktiven Ansätze?

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Das jüngste Bitkom-Papier „Nachhaltig, souverän, resilient: Deutschlands digitale Dekade“ wiederholt alte Muster. Es erschöpft sich in einem umfassenden Forderungskatalog an staatliche Institutionen: mehr Fördermittel, mehr Programme, mehr Gremien, weniger Regulierung.
Digitale Souveränität in Deutschland: Wo bleiben die konstruktiven Ansätze?

Quelle: lassedesignen/shutterstock

Das ist zu wenig, um nicht nur als fordernder Lobbyverband, sondern als fördernder, aktiver Mitgestalter unserer digitalen Zukunft wahrgenommen zu werden. Welche Beiträge die IT-Branche selbst in den weiteren Prozess der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft einzubringen gedenkt, etwa beim Thema flächendeckende Breitbandausstattung, fehlt in dem Forderungskatalog völlig. Immerhin, es gibt auch positive Ansätze, wie etwa beim Thema Open Source. Es ist evident, dass offene Software von der weltweiten Community nicht nur im Krisenfall weitaus schneller adaptiert, geändert und gesichert werden kann, als das mit den limitierten Ressourcen und systemimmanenten Einschränkungen von Closed Source möglich ist.

Digitale Souveränität: Wo bleiben die kreativen Konzepte?

Desto wichtiger sind konkrete Vorschläge, wie der dramatische Mangel an qualifizierten IT-Experten und -Entwicklern mittel- und langfristig behoben werden kann. Nur mit hochattraktiven Arbeitsplätzen und verlockenden Entwicklungschancen lässt sich der Brain Drain der zweifellos vorhandenen Intelligenz stoppen – oder sogar umkehren. Auch hier steht die IT-Branche in der Pflicht, nicht nur zu fordern, sondern selbst zu fördern und eigene kreative Konzepte zu entwickeln.

Gerade die Erfahrungen in der Pandemie zeigen, dass eine höhere Krisenresilienz nur mit neuen, konstruktiven Ideen angepackt werden kann. So wie die mangelhafte Stabilität von Lieferketten in Krisenzeiten dort bereits die Prämissen verändert hat, gelten neue Maßstäbe auch für die IT-Infrastruktur. Souveränität und Sicherheit sind mit fremdgesteuerten und -kontrollierten Plattformen nicht vereinbar. Robuste, ausfallsichere IT-­Infrastruktur kann nur mit einem hohen Anteil von Technologie und Software aus Deutschland und Europa samt eigenem Hosting und Personal erreicht werden. Initiativen dazu sind überfällig und eine anspruchsvolle und der gesellschaftlichen Entwicklung dienliche Aufgabe für einen der größten Digitalverbände der Welt. Bei der Entwicklung und Umsetzung der digitalen Souveränität Deutschlands und Europas steht die IT-Branche selbst in der Pflicht und darf sich nicht in einen Forderungscodex flüchten.

Kentert das Dickschiff GAIA X?

Ein lohnender Ansatz für konkrete Projekte könnte die europäische Cloud-Plattform GAIA-X sein. Doch dieses mit viel Ankündigungspathos und Milliarden Euros an Fördermitteln gestartete Emanzipationsprojekt droht, noch in der Werft Schiffbruch zu erleiden. Oder was erwarten die Beteiligten, wenn sie genau die Konzerne ins Boot holen, von deren Technologievorsprung und Marktmacht sie sich doch explizit lösen wollen? Es darf bezweifelt werden, dass sie mit den Digitalgiganten auf Augenhöhe zusammenarbeiten und diese zu den in GAIA-X postulierten europäischen Werten wie Authentizität, Souveränität, europäische Wertschöpfung oder europäischen Datenschutz verpflichten können.

Es ist zu befürchten, dass diese ursprünglich so vielversprechende Initiative für europäische Digitalsouveränität verwässert wird oder sogar kompromittiert werden könnte. Für Deutschland und Europa wäre es ein großer Rückschlag, denn GAIA-X bindet Mittel, Energie und Aufmerksamkeit, die für die Entwicklung der digitalen Souveränität dringend benötigt werden. Zumal es nicht an innovativen, europäischen Anbietern mangelt, die nur darauf warten, zum Zuge zu kommen.

Lesen Sie auch: Digitale Souveränität – Deutsche Wirtschaft strebt nach mehr Unabhängigkeit.

Digitale Souveränität, Andrea Wörrlein
Bild: VNC AG

Die Autorin: Andrea Wörrlein ist Geschäftsführerin von VNC in Berlin und Verwaltungsrätin der VNC AG in Zug.

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