Digital Office: Mittelstand sieht sich als Nachzügler bei Digitalisierung

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Digital Office: Mittelstand sieht sich als Nachzügler bei Digitalisierung

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Durch die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in deutschen Unternehmen einen Schub erlebt. Der Mittelstand hat allerdings beim Digital Office noch Nachholbedarf. So sieht sich die Hälfte der mittelständischen Unternehmen als Nachzügler, wenn es um die Digitalisierung der Geschäftsprozesse geht.
Digital Office Digitalisierung

Quelle: Wright Studio/shutterstock

  • Kleine und mittelständische Unternehmen sehen sich bei der Digitalisierung nach wie vor als Nachzügler.
  • Es mangelt den mittelständischen Unternehmen an Ressourcen, Standards und Datensicherheit.

Jeweils 51 Prozent der Unternehmen zwischen 100 bis 499 Beschäftigten und zwischen 20 und 99 Beschäftigten betrachten sich als Nachzügler bei der Digitalisierung der Geschäfts- und Verwaltungsprozesse. Bei großen Unternehmen ab 500 Beschäftigten schätzen sich hingegen nur 32 Prozent als Nachzügler bei der Umsetzung von Digital Office. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 502 Unternehmen in Deutschland, die vom Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde.

„Das digitale Büro sorgte insbesondere in den vergangenen Monaten für bessere Arbeitsfähigkeit und Zusammenarbeit in der hybriden Arbeitswelt. Aber wir sehen im Mittelstand, dass es bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen konkrete Rückstände gibt. Das liegt vor allem an strukturellen Digitalisierungsdefiziten, die im Mittelstand schon seit längerer Zeit bestehen“, erklärt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom.

Digital Office Bitkom
51 Prozent der Unternehmen mit unter 499 Mitarbeitern sehen sich als Nachzügler bei der Digitalisierung. (Grafik: Bitkom)

Digitale Kompetenzen der Belegschaft auf Vor-Corona-Niveau

Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist eher gering. Nur 39 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten geben an, 2020 in die Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Verwaltungsprozesse investiert zu haben. Ebenso viele (39 Prozent) investieren im laufenden Jahr. Die Investitionsbereitschaft in die Digitalisierungskompetenzen der Belegschaft ist sogar auf ein Vor-Corona-Niveau gesunken. Wie bereits 2018 geben 60 Prozent an, gezielt in die Weiterbildung der Mitarbeitenden für die digitale Arbeitswelt zu investieren. 2020, in der Anfangsphase der Pandemie, taten dies noch knapp drei Viertel (72 Prozent). Parallel nahm auch das Qualifikationslevel in den Unternehmen ab. So gaben im Jahr 2020 noch drei Viertel (75 Prozent) der mittelständischen Unternehmen an, über die erforderlichen Mitarbeitenden zu verfügen, um die Digitalisierung voranzutreiben. Jetzt sagen das nur noch 60 Prozent – und damit sogar etwas weniger als 2018, als es 62 Prozent waren.

Das digitale Büro zeichnet sich unter anderem auch durch papierarme Prozesse aus. Hier haben die mittelständischen Unternehmen im Jahr 2020 große Fortschritte gemacht. Waren 2018 die Geschäftsprozesse erst von 29 Prozent der Unternehmen überwiegend papierlos, stieg der Wert auf 40 Prozent. Nun verzeichnen die Unternehmen jedoch einen kleinen Rückgang auf 36 Prozent. Im Einsatz digitaler Lösungen zeigen sich ähnliche Tendenzen. Zwar nutzen mit 95 Prozent fast alle mittelständischen Unternehmen digitale Lösungen wie CRM, ECM oder ERP. Allerdings waren es im Vorjahr schon 98 Prozent und im Jahr 2018 96 Prozent.

Digital Office: Dem Mittelstand fehlen Ressourcen, Standards und Datensicherheit

Die größten Hürden bei der Digitalisierung des Büros sieht der Mittelstand im hohen Investitionsbedarf und im Zeitmangel für Digitalisierungsprojekte (jeweils 70 Prozent). 67 Prozent fehlen ausreichend Standards. „Besonders im Mittelstand sollten digitale Geschäftsprozesse als Chance gesehen werden. So lassen sich knappe Ressourcen effizient nutzen und Leistung nachhaltig steigern,“ so Britze.

Auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit (60 Prozent) und die Angst vor Datenverlust (59 Prozent) spielen bei KMU eine große Rolle. „Nur durch den Einsatz von modernsten digitalen Technologien lassen sich die hohen Anforderungen an Datensicherheit überhaupt erst umsetzen. Bei der richtigen Ausgestaltung wird das Digital Office zum Wettbewerbsvorteil im Mittelstand“, sagt der Bitkom-Experte.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 502 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland von Anfang März bis Mitte April 2021 telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

Kommentar von Oliver Henrich, VP Product Engineering bei Sage

Digitalisierung Sage 50
Oliver Henrich ist Vice President Product Engineering Central Europe bei der Sage GmbH. (Bild: Sage)

„Die aktuelle Umfrage des Bitkom zum Status Quo der Digitalisierung im deutschen Mittelstand zeigt eindrucksvoll, dass KMUs vor allem die traditionellen Herausforderungen in den Bereichen Kosten und Zeitaufwand sowie IT- und Datensicherheit als Hürden für die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse sehen. Diese Vorbehalte haben ihren Ursprung in einer Zeit, in der vorrangig noch mit stationären IT-Systemen und Server-Architekturen im Unternehmen vor Ort gearbeitet wurde. Inzwischen steigt allerdings die Anzahl an Möglichkeiten, Workloads in die Cloud beziehungsweise in professionelle Rechenzentren auszulagern und damit eine Infrastruktur zu nutzen, die sich auf einem Security-Level bewegt, welches mittelständische Betriebe aus eigener Kraft nur sehr schwer erreichen können.

Die Vorteile im Blick auf IT- und Datensicherheit liegen in diesem Zusammenhang auf der Hand. Dies gilt auch hinsichtlich der Kosten und des Zeitaufwands, wenn IT-Systeme nicht mehr unter großem Aufwand stationär implementiert werden müssen, sondern bereits vorhandene Strukturen im Rechenzentrum genutzt werden können. Die aktuellen Zahlen des Bitkom zeigen allerdings, dass im Blick auf diese technologischen Möglichkeiten der Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Mittelstand noch viel Informationsbedarf besteht und es offenbar auch weiterhin Vorbehalte abzubauen gilt.“ (sg)

Lesen Sie auch: Digitalisierung: Corona-Pandemie führt zu Schub in der deutschen Industrie

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