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Digital abgehängt: Deutschland verliert den Anschluss

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Digital abgehängt: Deutschland verliert den Anschluss

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Im neuen World Competitive Ranking hat die Schweizer IMD Business School erstmals die Digitalisierung als Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten mit einbezogen. Deutschland erzielte nur Platz 17 und offenbart existenzielle Defizite. Ein Kommentar von Diethelm Siebuhr, Geschäftsführer der Nexinto Holding.

Diethelm Siebuhr, Nexinto

Im neuen World Competitive Ranking hat die Schweizer IMD Business School erstmals die Digitalisierung als Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten mit einbezogen. Deutschland erzielte nur Platz 17 und offenbart existenzielle Defizite. Ein Kommentar von Diethelm Siebuhr, Geschäftsführer der Nexinto Holding.

Es ist noch keine zwei Monate her, da stellte sich die Bundesregierung für ihre Digitale Agenda ein gutes Zeugnis aus und zeigte sich mit den umgesetzten Maßnahmen zufrieden. Ein ganz anderes Licht wirft das Ranking der IMD auf den Stand der Digitalisierung in Deutschland: die stärkste Volkswirtschaft Europas landete in der Digitalisierung nur auf Platz 17 – und das, obwohl die hiesige Wirtschaft bei Themen wie Industrie 4.0 und Internet of Things Vorreiter sein will. Dafür sind bei einigen Unternehmen bereits wichtige Prozesse angestoßen, um diese Ziele anzugehen. Doch das reicht nicht. Von Seiten der Politik werden die dafür dringend notwendigen Grundvoraussetzungen zu zögerlich angegangen. Darunter fällt auch die flächendeckende Breitbandversorgung. Zwar hat der Minister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt erst jüngst den Fahrplan für den Breitbandausbau vorgestellt, doch sind sich Experten einig, dass die darin benannten Ziele wie eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bis 2018 deutlich zu niedrig sind. Selbst die EU hat sich die Marke von 100 Mbit/s bis 2020 gesetzt.

Mangelware Fachkraft

Ein weiteres dringendes Thema sind die Fachkräfte. Sie sind in den wichtigen Bereichen der Digitalisierung bereits heute Mangelware. Für die Zukunft sieht es düster aus. Derzeit wird noch viel diskutiert, ob und wie zentrale Fähigkeiten wie Programmieren fester Bestandteil der Lehrpläne werden sollen. In anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien setzen sich bereits Grundschüler mit Quellcodes auseinander. Denn mit der weiteren digitalen Durchdringung werden immer mehr Berufsprofile in Zukunft von Algorithmen und selbstlernenden Maschinen geprägt. Mit wenig mutigen Konzepten und scheinbar fehlendem Bewusstsein für die Brisanz der Digitalisierung bremsen Politiker die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands aus. Es wird Zeit, endlich aufzuwachen.

Über den Autor: Diethelm Siebuhr ist Geschäftsführer der Nexinto Holding.

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